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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-07-08 · Heft 31 (8.7.1837) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 31 (8.7.1837)
Date
1837-07-08
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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i. Zahy°»g. IlkLZemeiMe No. 31. Zeitung des Zudeuthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Concession.> Leipzig, den 8. Juli 1837. Politik. Zeitungsnachrichten. (Schluß deS Artikels aus London.) Capitain Berkeley betrachtet die Bill bloß als ein neues Straf- und Bräche-Gesetz. Parlamentsacten könnten durchaus nicht die bessere Beobachtung des Sabbaths bewirken. Sir Andrew Agnew replicirte. Abstimmung: für die zweite Verlesung 110 gegen die zweite Verlesung 66 Majorität für 44 Die Bill wurde nun zum zweiten Male verlesen.' (Lus dem Morning Ehronicle). Aus obigen Debatten und 'ihren Resultaten ist nun zwar nichts Neues zu lernen, aber sie veranschaulichen doch praktisch: ' 1) daß die Werkheiligkeit denn doch nicht unbedingt dem Christenthum, ja dem Protestantismus unseres Jahrhunderts zuwider, und ausschließliches Eigenthum des Judaismus sei, 2) ' daß man uns daher nicht unbedingt zu den halbcivilisitten Barbaren zählen könne, wenn wir noch etwas auf unsre Sabbathsgesetze halten, < 3) daß in England gewiß noch keine Gefahr ist, daß man den Juden die Verlegung des SabbachS auf den Sonntag zur Pflicht oder zur Emanciparionsbediugung auflege, 4) das die so nahe liegende Idee des Sabbaths (außer der Ruhe und, Geisteserhebung) als eines Tages der Freude und der Heiterkeit, weder von Vetthcidigern noch Gegnern des Entwurfs ergriffen, mithin wohl den englischen Christen fremd sei, 5) daß es außer uns Juden noch mehr Leute gebe, die nicht recht wissen, was sie jetzt mir ihren Sabbathsgesetzen machen sollen *). (Der Einsender.) . *) Sir Andrew Agnew machte im Unterhause einen Antrag, am Sonntage die Eisenbahnfahrtev zu unterdrücken, nahm ihn . aber selbst zurück. Zn gleicher Beziehung legte der Marquis von Bute dem Oberhause Bittschriften vor, und berief sich aufdie Bibelstelle, wonach selbst die Thiere am Sabbath feiern sollten. Auf die Frage des Grafen Fitzwilliam, was für Thiere dies wären, die auf Eisenbahnen beschäftigt seien, erwiederte der Marquis, das wären die Menschen, welche die Dampfmaschinen bedienten, d. Red. Belletristik. Die Marannen. Novelle aus dem letzten Zahrzehend des fünfzehnten Jahrhunderte. (Fortsetzung.) Mit ungewöhnlicher Erfahrung in seiner Kunst verband daher auch Arama eine kindliche Frömmigkeit und religiöse Kleingläubigkeit, und bei allen Fällen praktischer Beschäftigung vergaß er den Talmud nicht und bettachtete ihn als die reichhaltigste Quelle alles körperlichen und geistigen Heils, als eine Bibliothek für Gesunde und Kranke, wenn auch der heidnische Galen in der arabischen Uebersetzung meistens den Ausschlag für sein Thun und Treiben am Krankenbette gab. Stellen wir uns bei dieser Eigenthümlichkeit dm fechszigjährigm Arama mit dem Turban von rother Wolle, mit dem langm persischm Oberkleide, vom offm gettagm, aus schwarzer Seide, unter dem er ein griechisches baumwollmes und durch einm rothen Gutt zusammmgehaktmes Unterkleid ttug, vor, mit seinm links und rechts hemm blickendm großm Augm, gebogener Nase, kleinem Mund und spitzem Kinne, an dem der Batt nicht fehlte — an ben langen Fingern der zattm weißen Hände köstliche Ringe, Geschenke reicher Geheilten, — so haben wir das Bild des Mannes, dem die schöne Dinah cbm so willkommm wegen ihrer rühmlichm Eigenschaften, als wegm des Kostgeldes, das öer große Abarbanel für sie zahlte, war. Was diese Votthcile noch uberwog, war die Hülfe, die ihm ihr gebildeter Geist bei der Erziehung zweier Enkel leistm konnte, eines liebenswürdigen siebenjährigen Knaben und-sünfjährigm Mädchms, die als die Kinder einer geliebten Tochter ihm von seiner ganzm Familie übrig gebliebm warm; denn die Tochter war in der Gebutt des -jüngsten Kindes gestorbm, ihren Gattm hatte die pestartige Krankheit währmd der Belagerung dem Großvater und dm 'Kindern mtrissm. Dinah nahm sich mit aller Sorgfalt der verwaisten Pfleglinge an, die freudevolle Beschäftigung mit dem blondgelockten Joseph und der naiven brünettm Sara machte sie, wo möglich, noch liebcnswür- > diger, und sie vergaß zwar nicht des verewigten Vaters,

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