Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 1 (1837)
- Issue
- Heft 26 (2.7.1837)
- Date
- 1837-07-02
- Page
- Seite 103 (sequence 3)
- Language
- German
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103 §. 20. Das Aufrufen zur Thorah hat nur der Dorbeter, und zwar nach ordnungsmäßiger Reihenfolge, mit Beachtung, der Chejubim zu thmr. Das Herausnehmen der Thorah aus der heiligen Lade und deren Wiedtthineiulegen steht ebenfalls allein dem Vorbeter zu. Auch hat er allein die Haphtorah zu lesen. ' §. 21. Am Gesetzfreudenfeste sind nur die zum Vorlesen zu gebrauchenden drei Thorah aus der heiligen Lade zu nehmen und. es ist nur dreimal um den Almemmer zu gehen.' Ferner sind, wie an dm übrigen Festtagen, an diesem'Tage nur fünf Personen, außer dem Chathan Bereschich und dem Chachan Thorah, zur Thorah aufzurufen. Wegzulassm ist das Auftufm der Kol Haccohanim (aller Priester), Kol Hallvijim (aller Leviten) und Kol Hanarnn (aller Knaben). (Schluß folgt.) Belletristik. Rabbi Jehuda Halevy." (gmannt el Charisi: der Dichter.) Seines Herzens stetes Schnen Endlich wkrd's -gestillt. Und die bangen Schmerzensthraaea Fließen Nun so mild. Die so fremd ihm: Freudenzähren, Netzen seine Wang'; Wie die Züge sich verklären. Sonst so weh und bang! Denn wonach sein brünstig Flehen, Was sein Haar gebleicht: »Einst der Water Land zu sehen,« Hat er nun erreicht. Und von innerm Drang getrieben . Keine Schrank' er kennt. Selbst von allen feinen Lieben Er sich fröhlich trennt!. Und das Meer durchfchnitt geschwinde Wie ein Pfeil der Kiel, - Milde, laue Abendwinde Trugen ihn zum Ziel. — Wiedie Ungeduld auch röthet Seine Waag' am Strand, Scheu, mit Ehrfurcht doch betretet Er das Vaterland. - Wie von Sehnsucht heimgewmket Run der Sohn heimkehrt. Und in Mutterarme sinket. Sinket er zur Erd'. Sprachlos macht ihn das Entzücken, Herzensfccud' ist stumm — Und mit freudetrunknen Klicken Schauet er ringsum. Sieht die Lilie Scharons stehen Und den Aedernbaum, Wie er nimmer sie gesehen Sonst im Jugendtraum. Blaue Berge freundlich grüßen, Sonne strahlt so licht. Laue Winde sanft ihn küffen, Jede Quelle spricht. Doch nicht lange er geniester ' Diese Wonne rein. In der Freuden Strom ach! stießet Trübe Wehmuch ein; . Sind's die Thäler auch und Höhen Lus der Ahnen Zeit, Die so Großes einst gesehen: Jetzt find sie entweiht. ffio vordem ein Volk gelebet. Das mit reinem Sinn Rach dem Heiligsten gestrtbet. Herrscht der Moslemin. Und' das Land, das sonst erschienen Als der Länder Iier — - Jetzt bewohnt von Beduinen Und der Wüf? Gechier! Und mit Wehmuth fort er Weichet, Geist und Leib so matt, Rur mit Mühe er erreichet Salems heil'ge Stadt. Die so prächege, nun beraubte, , Hebt ihn nicht empor. Und mit tiefgebeugtem Haupte Wanket er durch's Thor. Ueberall, wohin er tretet, Rur Zerstörung weht, Wo der Tempel stand, da betet Man zu Mahomed; Ueberall nagt das Verderben, Und voll Schmerz er spricht : Sterben will ich gern hier, sterben! Aber, leben nicht. Da in seine trübe Seele Heller Lichtstrahl dringt. Und wie sonst mit voller Kehl« Er so herrlich singt. Singt sein Leiden, sein Äerzagen, Wie ihn Sturm umtost. Singet von der Hoffnung Lägen, Gott ist ja sein Trost! Als sein Lied er ausgesmrgen, Sinket er zur Erd', Endlich hat er ausgerungen, , Gott hat ihn erhört!