Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-06-30 · Heft 25 (30.6.1837) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 25 (30.6.1837)
Date
1837-06-30
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/3224737-3224738-3224764--00264-3298485
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

i. Jahrg<»>g. AkLZeMerne No. SS. Zeitung des Ju-enthums. Ein unparcheiifches Drgan für alles jüdische Zoteresse. (Mit Köaigl. Sächsischer «llergnädigsier Concessioo.) Leipzig, den 30. Juni 1837. Anzeige. Bei der allgemeinen Theilnahrne, die sich im Publikum für die »Atlgem. Zeitung des Judenthums« ausgesprochen, breitet dieses Unternehmen seine Verbindungen auch immer mehr aus, um dm hohen Zweck desselben vollkommm zu erreichm, und werden die Beiträge anständig honorirt. Die Ae-nction. PoLLtir. | Zeitungsnachrichten. London, 2. Juni. Au dm neuesten Erscheinungen der Arit gehört' eine vollständige Uebersetzung der anglicanischen Agende in die . hebräische Sprache, welche von der Londoner Gesellschaft für die Bekehrung der Juden veranstaltet und hcrausgegebm Wörden ist. Die Gesellschaft läßt in ihrer Kapelle von der: Bekehrten, welche unter ihrer Leitung stehm, einmal des Sonntags den christlichen Gottesdimst in hebräischer Sprache (obgleich mit mglischer Predigt!) haltm! Dabei werden hebräische Uebersetzungm von englischen und deutschm Liebem (auch »Eine feste Burg ist unser Gott«.) gefungm, wUchemit ihrm Reimen Einem, welcher-ie Psalmen in der Ursprache versteht, etwas ungereimt Vorkommen. Diese Einführung einer alten Spräche beim prolestantischm Gottesdimst zu einer Aeit, wo denkende Juden und Kacholikm so vielfach strebm, in dem ihrigm statt des Hebräischen und Lateinischen die Landessprache einführm zu dürft«, scheint mir eine merkwürdige Grille. *) (Mg. Zeit.) Frankfurt a. M., 10. Juni. Dem Dcmehmm nach wird nächstms eine Abhandlung über die Verhandlungen der Sächfischm Ständekammern, namentlich in Bezug auf die Judm-Emancipationsfrage von vr. Weil, Vorsteher einer hiefigm jüdischm Erziehungsanstalt (Bmder des Redactmrs des »Deutschen Couriers«) erscheinen. Straßburg, 7. Juni. Die-6O00Fr>, die der Herzog v. Orleans zu Sparkassmbüchem an -60 Kinder geschenkt. hat, sind mtter 24 katholische, 24 lutherische, 2 reformirre, '5 jüdische Knabm der Stadt und an fünf Kinder aus dm Armenschnlm der Vorstadt vettheilt worden. Hamburg, 12. Juni. In voriger Woche sahen wir hier eine Karawane dmtscher Auswanderer nach Amerika durch- *) O englischer Spleen! Der.Grund dieses hebräisch-christlichen Gottesdienstes wird übrigens darin angegeben, daß dadurch Gott erleichtert wird, seine Prophezeiungen hinsichtlich der Juden zü erfüllen, indem sie, auch nach dem Uebertritt, als Volk gesondert erhalten werden. ' d. R. passiren, daruMer einige siebenzig Jsraelitm, welche größtmtheils als gebome Baiern Handwerke erlernt hattm, zu deren selbstständigm Ausübung ihnm das Ansafsigmachen in ihrer Heimath versagt wird, weil dott die Iahl der Judmfamilim in dm einzelnm Gemeindm nichtvermehtt werdm darf. ' (Privattnittheilung.) Konstantinopel, 24. Mai. Von der Reise des Sultans werdm allerdings für einm solchm merkwürdige Data berichtet, die von dem «rlmchtetm Geiste Mahmuds unwiderleglich zmgm. Auf seiner ganzm Reise, lautet ein Schreiben an dm Hamb. Corresp., durch Bulgarim hat der Sultan aus seiner Privatkasse große Summm an die öffentlichen Anstalten und dieArmm aller Confessionen vercheilt. In Schum l a ließ er die Behördm der verschiedenen Nationen vor sich kommm, und hielt folgmde wörtliche Auredm. Zuerst an die' türkischm: »Das Glück, der Wohlstand und die Ruhe aller meiner Untetthanm im Allgegemeinen ohne Unterschied der Religion ist von jeher mein erster Gedanke gewesm, und alle meine Sorgfalt war stets auf.dieses Ziel gerichtet. — Ich verlange, daß ihr sorgfältig und unablässig über das Wohl meiner Unterthanen ohne Unterschied des Glaubms wachet.-Indem ich von meinm Untetthanm rede, verstehe ich darunter nicht bloß die Einwohner dieser Stadt, sondern die meines ganzen Reiches im Allgemeinen ohne Unterschied des Glaubms.« -Hierauf wandte er sich zu den griechischen, armenischm und jüdischen Raja's (Fürsten), mit folgmdm Wottm: »Ihr habt die Befehle vemommm, die ich in mrem Bessein dm Oberhäuptem der Stadt ettheitt habe; Ihr sehet, daß ich zwischen euch und den Muselmännern aus dem Grunde der Religion k e i n e n Unterschied mache. Ihr seid alle meine UMtthanen, und mir liegt mer Wohl eben so sehr am Herzm, wie das der Muselmänner. So seid also gehorsam, eutrichttt die Steuern, die man nach meinm Befehlm erhebt, und betet zu dem Allmächtigen für den Ruhm und das Heil meines Reiches, so wie für die Erhaltung meiner Tage. Bedürfet ihr Etwas? erfordern eure Kirchen Ausbesserungen? Ihr seid hier Alle in meinem Beisein versammelt: habt ihr etwas

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.