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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-06-24 · Heft 24 (24.6.1837) · p. Seite 96

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 24 (24.6.1837)
Date
1837-06-24
Page
Seite 96 (sequence 4)
Language
German
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Miszelle. Die Araber haben der Stadt Jerusalem den Beinamen MukaddeS (die geheiligte) beigelegt, und nennen sie so im gewöhnlichen Leben. — So ist diese Stätte geheiligt allen Religionen und Völkern! ' Correspondeuzen, Auszüge, Repliken. (Bruchstücke einer Reise durch Palästina im I. 1834.) (Schluß.) Wir gingen zum Thore von Jaffa hinaus, um einen Gang um die Stadt zu machen. Wir kamen am Berge Zion vorüber, der nichts anders ist, als der ödere Thcil der Hochebene, auf welcher Jerusalem erbaut ist, und gelangten an die Quelle Siloah im Thale Josaphat. Wir durchschritten das Thal, es ist eine äußerst enge und schmale Schlucht, welche Zion und das Plateau von Jerusalem vom Oelberge trennt. Das Bett des Cedron liegt in der schönen Jahreszeit beständig trocken und fuhtt im Winter zufällig ein wenig Wasser, welches sich in das tobte Meer ergießt. Das ganze Land ist äußerst dürr und ttocken, und das Stillschweigen, welches in der lauttosen Stadt herrscht, in der man keinen Rauch aufsteigen sieht, die öden und unfruchtbaren Felder, wo Alles des Lebens beraubt scheint, mußten im Geiste den Gedanken erwecken, daß das Thal Josaphat ein dem Tode geweihter Aufenthalt sei. Man findet daselbst 3 Gräber, nämlich das Grab Absaloms, des Sohnes Davids, Josaphats, Königs von Juda und des Zacharias. Diese Monumente sind von sonderbarer Bauart und sind mit allen ihren Ornamenten, Säulen, Pilastern und Architraven in Stein gehauen und in einem ernsten, des Gegenstandes würdigen Styl gehalten. Sie sind eine angemessene Zierde dieses traurigen Thales, und werden durch die umliegenden Gegenden verschönett. — Wir durchstreiften den Berg Zion. Es ist, wie bereits gesagt, der obere Theil des Pläteau's, auf welches die Stadt erbaut ist; ehemals umschloß Jerusalem diesen ganzen Berg, heutzutage liegt ein Thcil innerhalb der Ringmauer, der andere. außerhalb; dieser letztere ist am höchsten und hier befindet sich das Grab Davids. Ich 'besuchte auch den Brunnen Nehemias,wp das heilige Feuer verborgen wurde, als man die Juden in die Babylonische Gefangenschaft fühtte. — Bon hier aus konnte ich die Stätte betrachten, wo sich Salomos Tempel erhob, welchen die Geschichte als eines der bewundernswürdigsten Werke schildert, die jemals durch Menschenhände ausgeführt worden. Gegenwärtig befindet sich auf dieser Stelle eine schöne Moschee; ihre zierliche Bauart und der geräumige Vorplatz um dieselbe, welchen leichte Bauwerke schmücken, verleihen diesem Monumente einen ganz eigenthümlichen Charakter. Die Phantasie verschönett es noch mehr, weil sie die Gegenwatt nicht von der Vergangenheit zu trennen vermag. — Am 18. besuchte ich die Grotte des Jeremias und das' Grab der Königen Die Grotte des Jeremias liegt sehr nahe an der Stadt auf dem Wege, welcher zum Grabe fühtt; es ist eine der Unebenheiten des Terrains, wie man sie in diesem holprigen Lande häufig findet. Hier soll der Prophet, der Tradition zufolge, die Klagelieder , verfaßt habe». Das Grab der Könige liegt 500 schritte von der Stadtmauer. Eine Aushöhlung, welche der Ocffnung eines allen verlassenen Steinbruchs gleicht, dient ihm zum Eingänge. Ihre Oberfläche ist durch Arbeiter geregelt worden, und ein Thor von Dorischer Ordnung in den Felsen gehauen; ein sehr sorgfältig gearbeiteter Fries von bizarrer Composition, welchen man für einen Triumphbogen des Bachus hatten sollte, ziert es an seinen Ober- und Seitentheilen. Ein abschüssiger Gang, durch welchen man gegenwärtig nur mehr liegend und mit Mühe dringen kann, fuhtt zu 3 Sälen, welche in Felsen gehauen sind. Dreißig symmetrisch angeordnete Grabgewölbe haben große Arbeit verursacht; sie. waren alle mit steinernen Thüren verschlossen, welche sich in steinernen Angeln bewegten. Man sieht noch mehrere umgesturzt, aber keine unversehtt, und erkennt die Att, wie. sie angebracht waren. Diese Att von. Monument ist im Geschmacke des grauen Attetthums; es erinnert an jene von Ober-Aegypten und Nubien, aber die Beschaffenheit der Monumente beweist, daß das in Rede stehende der Jett der Römer angchött; es ist der Hauptidee nach eine Nachahmung viel älterer Wette, trägt aber das Gepräge der Zeit, in welcher cs-errichtet worden. Es ist eine große'Frage zu wissen, wer in diesen Gräbern bekgesetzt worden und für wen sie bestünmt gewesen. Hett von Chateaubriand erweist in seiner Reisebeschreibuag auf eine unwidersprcchlichscheinende Weise, daß sie von Her ödeS für sich und seine Familie erttchtet worden, und daß dergrößte Theil dieser Grabgewölbe nie besetzt war. Es gab damals, wie jetzt, vergängliche Größen, und verheißene und erttchtetc Gräber wurden der Asche entzogen, für welche sie bestimmt waren. Am 19. besuchte ich Betlehem, Davids Gebuttsort; hier hütete er die Heerde; nahe dabei bekämpfte er die Feinde - des Volkes Gottes, und verdiente es durch seine geleisteten Dienste, das Oberhaupt desselben zu werden. — Kaum hat man jene Jone des. Elends durchwandett, welche Jerusalem unmittelbar und von allen Seiten umgibt, so ändert sich die Scene; das Auge weidet sich an der lachenden, schönen und ftuchtbaren Gegend. Fast überall in Judäa befindet man sich mitten unter Felsen, aber die Zwischenräume, welche sie ttennen, sind gar wohl cultivitt. Man sieht daselbst eine große Menge Bäum?, und sehr schöne Weiagätten, und die Natur steht im Einklänge mit den Erinnerungen, welche dieser Ott Hervorrust. — Auch sieht man von da aus den Anfang des Thales von Terabint, wo David, der Knabe, den Riesen Goliath mit einer Schleuder tödtete. Endlich bemerkt man in der Ferne eine große Masse von Ruinen; das ist das Grab der M a ccabäer, jener Helden, welche ihr Land befreiten, gegen die asiatischen Könige vrttheidigten, und Israels Schild und Schwett warm. — Nachdem der Verfasser noch einen Ausflug ans todte Meer gemacht hattv-, der aber wenig Neues enthält, verließ er am 25. '^SßHtzember -Palästina, und trat seine Reise nach Aegypten an. Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen £ Gr. Gebühr« für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder der« Raum ausgenommen. Die Berlagshandlung. Bei Aug. Schulz u. Comp, in Breslau sind so eben erschienen: Das Buch Koheleth, neu übersetzt mit einem hebrai- . fchen Commentar (von Maerbach) 8. geh. 16 gGr. Brück, Mof., rabb^rische ^etemontd« gebrauche in ihrer Enrstchnng und geschichtlichen Entwickelung dargestellt. 8. geh. 14 gGr. Früher erschien daselbst: FLrßeatbal, R. I., rabbinische Anthologie, oder Sammlung von Erzählungen, Sprüchwöttern, Weisheitsregeln, Lehren und Meinungen der asten Hebräer.— Ein unterhaltendes und zugleich belehrendes Buch für Zedermann. Aus den Quellen entnommen, übersetzt und mit den nöthigen Registern versehen. 8. geh. 1 Rthlr. 16 gGr. Redacteur: vr. g. Philipps»«. — Verlag von Baumgärtners Buchhandlung. — Druck von W. Haaök.

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