Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 2 (1838)
- Issue
- Heft 59 (17.5.1838)
- Date
- 1838-05-17
- Page
- Seite 240 (sequence 4)
- Language
- German
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240 bach zu 4 Mos. 7, 2.) beleidigt, weil sie nicht allein aufgefordert wurden, waren die Letzten, welche mit ihren Spenden zur Errichtung der Stiftshütte und deren Bedarf kamen (nach dem angeführten Midrasch zu spat); allein sie brachten das Kostbarste, die Edelsteine und die seltenen Spezereien (2 Mos. 35, 27. 28.). — Es sei dem so! desto mehr muffen wir eilen, das Unscrige zu thun. Mo-! gen auch da unsere Reichen zu spat kommen! Möge das! gemeine Volk so reichlich spenden, daß man ihm durch eine! öffentliche Kundmachung Einhalt thun müsse (das. 36, 8.)! und der Segen Gottes das Werk krönen und die Stifter lohnen (das. 39, 43.): B e l L e L v i ft i f. Iiidis ch c D i ch t u n g c n nach den Talmuden und Midraschen. Von Dr. K a r l Kr afft in Anspach. Her dlogcl CCIjol. Von der Frucht, die sie begehrte und von der sie selbst verzehrte, reichte Eva jedem Thiere, das in jenem Lustreviere sie als feine Herrin ehrte. Und so haben denn sie alle, gleichwie an dem Sündenfalle, also auch an jenen Strafen, so die Menschenmutter trafen, Theil durch eigne Schuld genommen. Nur ein Vogel, groß..und prächtig, ist dem Sündenfluch entkommen. Dieser ließ sich nicht bethören und blieb sitzen wohlbedächtig, ehn' auf Eva'ö Ruf zu hören. „Ist es dir noch nicht genug," sprach der Vogel fromm und klug, „daß du alle sie betrogest und in dein Verderben zogest? und du willst auch mich bereden, Gottes Wort zu übertreten?" — Als nun Gott am selben Ort selbst erschien in seinem Grimme und den Sündenfluch gesprochen fuhr er zu dem Vogel fort: „Weil du ihrer Lockung Stimme nicht dein Ohr geliehen hast, will ich dich allein bewahren vor des Fluches schwerer Last, und du und Dein Same soll weder Schmerz noch Tod erfahren!" - Dieses ist der Vogel Chol, welcher je nach tausend Jahren in der Glut, die aus dem Neste, drin er wohnt, von'selber quillt, zwar in Staub und Asche sinkt; aber aus dem Aschenreste bildet sich ein Wunderei, das sich alsobald enthüllt, und ein neuer Chol, verjüngt» steigt daraus empor, der frei sich zum Himmelöarhcr schwingt. Quelle: Midr. Sam. f. 55. Diese liebliche Sagt von!)?m hebräischen Phonix ist durch Hiov 29, Id. veranlasst, an welcher Stelle "nt „wie der Phöust"' statt ,.wre Sand" übersetzt wurde, wie es scheinr, schon vorn Talmud (Sauh. 10>) , eben so ll&sch:. Auch die dcidkn ueuefteu Ansleger Arnoeim und Ewald haven diese Ausfajsuug adoprirt. Vgl. Fürst Coucurd. S. 379. Her 43 auni des 3 bxa!) a m. Seit Abraham, wie ihm der Herr gebeten, verließ den heimatlichen Boden, da pflanzt' er an jedwedem Raum, wo er verweilte, einen Baum. Doch wollt' ihm seine Arbeit nicht gelingen: der Baum nicht wurzeln und nicht Früchte bringen. Am Ende seiner Wanderbahn kam er im Lande der Verheißung an. Und alsobald hat jener Vielbewährte den Baum gepflanzet in die heil'ge Erde. Der Baum har Wurzel hier geschlagen, und Blalter, Blüth' und Frucht getragen. Dem ganzen Land war er an Wunderzeichen, das nirgend hatte seines Gleichen; denn über alle seine frommen Gaste hat er gebreitet seine grünen Aeste, und mit den kühlen Blattern sie umlaubt Und Schattest dargereichr dem müden Haupt. Doch nahte Wer, der nicht den Herrn.erkannt, dem hat der Wunderbaum sich abgewandt; Solcheinen ließ der Patriarch nicht gehen, bis er des Baumes Lebenskraft gesehen, bis er voll Glauben auf zum Höchsten blickte Und ihn des' Baumes Schatrendach erquickte. Aber alle, die gebrochen seiner Lippen heil'ges Wort, Quelle: Jalkut chadasch f. 14. col. 1. ntim. 56. (Fortsetzung folgt.) Redactrur: Dr. L. Philippfon. - Verlag von Baumgärtners Buchhandlung. — Druck von I. B. Hirschfeld.