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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-05-17 · Heft 59 (17.5.1838) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 59 (17.5.1838)
Date
1838-05-17
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ii. 3-hrg°°g. Allgemeine R°. s». Zeitung des Zu-cnthums. Ei« uupartheiischeS Organ für alles jüdische Interesse. (Mit KLuigl. Sächsischer allergnädiqfter Conccffion.) Leipzigden 17. Mai 1838. Zeitungsnachrichten. Neustadt bei Oppeln (Eingesandt. Verspätet). Die große Unordnung, die noch in so vielen Gegenden, in unserm Schulwesen besteht, ist himmelschreiend, und erfordert eine ganz besondere Aufmerksamkeit dieser Aiig. Zeit, des Judenthums. Zülz, ein kleines Städtchen, eine Meile von hier entfernt, hat bei ungefähr 200 jüdischen Familien zwei approbirte Lehrer, die so. salarirt werden, daß sie nothgedrungen von Jedem, der ihnen Kinder zum Unterrichte schickt, monatlich bezahlt werden muffen; die armen Leute hingegen, deren cs sehr viele dort gibt, muffen ihre Kinder zu Hause behalten, weil sie olM tüchtig zu bezahlen nicht angenommen werden. Nun hat es sich ereignet, daß der Missionair Herr Lörting,- welcher schon eine geraume Zeit dort wohnt, sich der armen Kinder angenommen hat, um sie sowol im Hebräischen als im Deutschen zu unterrichten; in Religion kann dieser wohlthatige Mann, sie aber nicht unterrichten, weit er doch andern Glaubens, und eher für des seinigen Ausbreitung wirken muß. Deshalb ist Befehl von den Gemeindevorstehern ergangen, die Kinder nicht mehr zu Herrn Börling zu senden. Gut. Aber hat man die Ellern, zum Ersätze, angewiesen, wo sie ihre Kinder unterrichten laffen können? Mit Nichten, sondern überlaßt sie ihrem Schicksale. Ist das nicht traurig?- Diese Zeilen von einem Braven, auch für die th. Faculttat thätigen Manne, waren von der Rebaction verlegt worden.! Sie kamen ihr wieder in die Erinnerung, als sie in No. 123 derAllg. Lekpz.Zeit. folgendeWorte aus Danzig las: „Endlich gehen die Juden Danzigs damit um, eine zeitgemäße Schule, die ihnen bisher gänzlich fehlte, zu errichten. Es wird natürlich darin nur auf die den Besuch eines Gymnasiums vorbereitendenUnterrichtsgegenstande abgesehen sein, und 35 tarn, der sich durch mehre Reden in einer Synagoge bereits die Achtung vieler seiner hiesigen Glaubensgenossen erworben hat, Direktor derselben werden. Die ärmern jüdischen Kinder nehmen fortwährend an dem Unterrichte der Missionsschulen Theil, wo, ohne allen frühzeitigen Bekehrungseifer *), für ihre Bildung redlich gesorgt wird, dennoch haben manche Orthodoxe daran Anstoß genommen; die Kinder hatten indeß ohne diese Anstalten roh aufwachsen 'müssen, da für keine andere Aushilfe gesorgt war." — Es wäre eine eigenthümliche •)? Erscheinung, wenn jüdische Schulen vermöge der Rivatisation der Missionsschulen entstanden! — Daß man diesen Anstalten Dank wissen muß, kann nicht in Abrede gestellt werden. Daß daran Anstoß genommen werden muß, ist aber eben so einsichtlich. Denn, wenn die Missionaire ganz redlich zu Werke gingen, und alle Religion aus dem Spiele ließen, was doch wider ihre individuelle Pflicht liefe, so werden doch die Kinder ohne Religionsunterricht aufwachsen. Merkwürdig aber ist es und bleibt es, und zeugt von einer gänzlichen Erschlaffung, wenn Orthodoxe und orthodoxe Rabbiner auch dadurch nicht einmal aufgerüttelt, und von ihrer gewissenlosen Unthatigkeit geweckt würden. Wir haben keinen Begriff davon! T h e o r s K i e. Die .jüdisch - theologische Facultat, ein Werk des Mittelftcnides und nicht der Reichen! Von einem Freunde der Wabrheit und seiner Glaubensgenossen, dem Rabbi neu K. Da Sie einmal, H. R., die Sache der Facultat in's Feld geführt, müssen Sie auch erlauben, alle Consequenzen und allen Gewinn daraus zu ziehen, die möglich, und gestatten wol folgenden Worten einen Raum in der A. Z. d. I. Hunderttausend Th ater sollen zur Gründung einer jüdisch-theologischen Facultat in Deutschland herbeigeschafft werden. Welch eine Kleinigkeit! Haben wir nicht Männer, die über Millionen verfügen können? Müßte diese Summe nicht längst da sein, bedürfte es einer solchen Aufregung, einer solchen Anstrengung aller Orten, wenn sie wollten? — Sie wollen aber nicht? Desto besser! desto besser sagen wir im vollen Ernst, und Jeder soll sich ohne Mühe überzeugen können, ob wir recht haben. Die Sache wird langsamer vorwärts gehen, spater zu Stande kommen? In Gottes Namen! wenn sie nur zu Stanoe

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