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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-06-17 · Heft 21 (17.6.1837) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 21 (17.6.1837)
Date
1837-06-17
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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i. Zchrg-»g. 1 AMgemeLtte No. SL. Zeitung -es Zn-enthums. Ein unparthensches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit König!. Sächsischer üllergnädigster Concessron.) Leipzig, den 17. Juni 1837. Politik. Zeitungsnachrichten. Bockenheim, 7. Mai. Gestern fand in hiesiger Synagoge eine Feier statt, welche hier und in der ganzen Provinz Hanau die erste in ihrer Art ist. Sechs Mädchen und zwei Knaben, welche bis zu ihrem 14tm Lebensjahre die hiesige Stadtschule und die israelitische Religionsschule besucht hatten, wurden vor versammelter Gemeinde über ihre Religionskenntnisse durch ihren würdigen Lehrer, H. Horschmann, sodann durch dm Herm Provinzial - Rabbiner Felsen stein aus Hanau geprüft und hierauf durch Letzterm confirmirt. Die ebm so gediegmen als schön stylisirtm und sachgemäßen Reden, sowie die Gebete des Rabbiners Felsenstein, die väterlichen Mahnungen des Lchrers Horschmann, die auf des altm Bundes heilige Schriften gegründerm Antwottm und Bekmntnifse der sehr gut unterrichtetm Confirmandm, insbesondere aber die hohe Einfachheit und. Würde der ganzm Handlung, zu der die ächt geistliche Haltung des gmanntm Rabbiners, wie auch das gemessene Benehmen des Lehrers Horschmann wesmtlich beitrug, fprachm dm religiösm Sinn ungemein an und erhoben die Feier zu einer wahrhaft erbaulichm. Solche Zeichen geistiger Emancipation sind die rechten Mittel, die Gegner bürgerlicher Gleichstellung der Jsraelitm zu widerlegm, der in Kurhessen gesetzlich verbürgen politischen Emancipation sich würdig zu beweist«, und die Widersacher gottesdienstlicher Verbesserungen mit dem zu versöhnen, was die dermaligm kirchlichm und bürgerlichen Verhältnisse Israels so dringmd erheischm. Wo man, wie gestem hier, schon aus dem Munde der jungm Kinder edle Bekenntnisse, nammtlich über Vaterland und Unterthanenpflicht, vernimmt, da lassm sich die gerechtm Ansprüche auf bürgerliche Gleichstellung nicht femer bezweifeln. (Schles. Zeit.) Paris, 18. Mai. Au dem in Lyon sich bildenden Bazar, dessm Erlös für die Arbeiter bestimmt ist, hat die Madame v. Rothschild zwei höchst wetthvolle Gemälde von Schöffer und Gudin geschenkt, mit einem Briest, worin .sie die Nachfolge noch vieler Damen verspricht. Außerdem bestellte sie sogleich 500 Loose. — 19. Mai. In der gestrigen Sitzung der Deputirtenkammer wurde das Budget für den Cu ltus angepomnren, und zwar für die katholische Geistlichkeit 29,162,000 Francs, für dm protestantischen Cultus 924,000, für den israelitischm Cultus 90,000 Fr. <24,000 Thlr.) Politische Controls und Abhandlungen." Wir wollm aus einigm ebm vor uns liegmdm neuen Schriftm einige Stellen alter Schriftsteller, die citirt werden, zusammenstellen. Warum sollte man nur auf das Nme, Augmblickliche feine Aufmerksamkeit wmden, warum ebm nicht dm hartnäckigen Gegnern oft in Erinnerung bringm, daß nicht von heute das Streben des Juden und seine Anerkmnung ist? (Luther.) „Darum wäre meine Bitte und Rath, daß man säuberlich mit dm Judm umginge, — aber nun wir sie mit Gewalt tteibm und gehm mit Lügmtheidungm um, gebm ihnm Schuld, — was sollten wir guts an ihnm schaffm? Dmn, daß man ihnen verbmt unter uns zu arbeitm, handthierm, und andere mmschliche Gemeinschaft zu habm, damit man sie zu w.uchem treibt; wie sollt sie das bessern?-Wenn die Apostel, dieauch Judm warm, also hättm mit uns Heidm gehandelt, wie wir Heidm mit dm Judm, es wäre nie kein Christ unter dm Heidm wordm. Habm sie dmn mit uns Heidm so brüderlich gehandelt, so sollm wir auch wiederum brüderlich mit dm Judm handeln, ob wir etliche bekehren möchtm: denn wir sind auch selbst noch nicht alle hinan, schweige dmn hinüber.« (Herder.) „Grausam ging man oft mit ihnm um, und erpreßte tyrannisch, was sie durch Fleiß, Klugheit und Ordnung oder durch Geiz und Betrug erworben hattm; indem sie aber solcher Begegnungen gewohnt warm und selbst darauf rechnen mußtm, so überlistetm und erpreßtm sie desto mehr.« — »Es wird eine Zeit kommm, da man in Europa nicht mehr ftagm wird, wer Jude oder Christ sei; denn auch der Jude wird nach mropäischm Gesetzm leben und zum Bestm des Staates beittagen. Nur eine barbarische Verfassung hat ihn darin hindem oder seine Fähigkeit schädlich machen könnm. Man nennt uns begehrlich und zudringlich, weil wir Emancipation »erlangen, weil wir das Niveau der mmschlichm Gesellschaft besteigen wollen. Wie habet ihr doch keinm Begriff von dem, was die Bmst des Mmfchm erfüllet und was sein Hm; anschwellt! O ihr mgherzigm Selbstler, bie glauben, weil sie es besitzm, das heilige Recht, Bürger zu sein, ist es. begehrlich für Andere, ist es zudringlich von Änderen, sich zu der schönsten Würde des Mmfchm erhebm zu wollm! Ihr könnet es also nicht begreifm, daß

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