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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-05-30 · Heft 13 (30.5.1837) · p. Seite 52

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 13 (30.5.1837)
Date
1837-05-30
Page
Seite 52 (sequence 4)
Language
German
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52 hinzu. Jeremias, nachdem er den König Iedekia vergebens > vom Abfall von Babylon abgemahnt, spricht: So steigt also der Tag Bluthroth herauf, den Gott in seiner Langmuth Zlbwenden wollte; denn er hat nicht Freude Am Tod des Sünders, sondern daß er sich Bekehr' und lebe. ~ Allein der Herr ist auch ein eifriger Gott, Der der Väter Sünden an den Kindern heimsucht Bis in das vierte Glied. — Scho.n kommt ein Angstgeschrei Don Dan her, böse Botschaft von den Bergen Des Landes Ephraim! Ein glüh'uder Wind Weht ob der Wüste Hügeln auf dem Weg Iur Tochter meines Volks. Der Lowe wandelt Aus seinem Dickicht; der Zerstörer bricht Aus seiner Grenz' auf, seine Rosse schneller Denn Pardel, beißiger denn Wölf' am Abend, - Und seine Kriegswagen wie Gewittersturm. Er kommt gen Ajath, zieht durch Migron, mustert Den Zeug zu Michmas; Rama bebt und flieht; Du Tochter Gallim, schreie laut! horch auf, .Beth-Hisa! Weh' dir, armes Anathoth! Madmena weicht; die Bürger Gebims flüchten! Er bleibt noch eine Nacht zu Nob; er lagert Vor Zion. *) Schrei' und heule laut, du Tochter Jerusalem! Sie klimmen auf die Mauern, Sie schlagen deine ehernen Thor' entzwei. Sie würgen deine Priester und Propheten Im Hof des Heiligthums und thun dem Fürsten Gleichwie dem Knecht, dem Reichen wie dem Bettler, Dem Leiher wie dem Borger! **) Der in Scharlach Erwachsne liegt im Koth, und niemand ist, Der über seine Leiche jammr' und sich Das Haar abscheere! Stumm ist aller Klang Des Saitenspiels der Jünglinge, die Stimme Des Brärttgams und der Braut! Die Häuser stehn Vom Rauch des Brandes schwarz'und öd' umdampst. Die Aecker liegen wild und wüst, die Steine Des Tempels in die Gassen rings verstreut Und finster scheint das Licht auf seine Trümmer! (ab.) Mirjam, die in der Liebe zum Iedekia befangen, ihn als Messias verkündigt, spricht, da derselbe siegreich von der Dertheidigung der Wälle zurückkehrt: Sproßt In Blumen empor, ihr Quadern; grünt Ihr Mauern, wie des Paradieses Lauben! Singt, windet eure Reigentänz', ihr-Jungftau'n! Er kommt! er kommt! (dem Könige entgegen.) O du Gesegneter, Gebcnedeiter!-Lecke Staub vor ihm. Du Tochter Babel! kriech' dem Maulwurf gleich Unter die Erde, dich zu bergen! -Weh' dir, Verstöttrin! meinst du, du würdest nicht «Zerstöret werden? Es ist ein Geschrei, Wie eines großen Volkes in den Lüften, Jehovah mustert seine Engel zum Kampf; Der Racher ist erschienen! Ich will dich Umkehren, wie Gomorrha, spricht der Herr, Daß niemand mehr da wohnen soll, kein Hirt Mehr weiden, nur der Kobold Haufen, nur ' Die Natter nisten, nur die Eule singen In deinen Schlössern! *0 Vgl. Jesajas 10. 28 — 33. d. R. —) Vgl. Jesaias 24, 2. und öfter. ' d. R. Wer bist du? Iedekra. Sage, Wunderbare, Mirjam. , Wiesenüpp'ge Berge Basaus, Ihr grpftlrnchen Berge, warum blickt ihr So stolz auf diesen Hügel her, den Gott. Zu. seinem Sitz erkoren hat? Der Tag Ist nah', wo dieser Berg ob allen Bergen, Ob euch und Karmels Haupt erhaben stehen wird! Wirf ab den Schleier, Held des Herrn, enthülle Dich in dyn Glanz, in dem ich heute Nacht Dich sah, in dem ich dich als Kind gesehn. Daß die Heiden sich bekehren, daß ein Strahl Aus deinem Angesichte leuchte, der Rach durchgefochtnem großem Rachewerk Als milde Frühlingssonne der Verheißung Die Erd' in einen Gatten Gottes wandle, Wo fromm die Völker ihre Speer' in Sicheln Umschneiden und die Schwerdter in Pflugscharen, Du König der Gnaden, gotterwählter Fürst Des Lebens! Iedekia. Mäffge dich? wie wär' ich würdig —! Mirjam (auf iHr Swttitz geworftu.) Du der Messias!! . Lref ergreifend ist die Scene, wo Iedekia, geblendet und gefangen, aber im Wahnsinn, sich immernoch Messias glaubt. Er wird geblendet hereingesühtt: Iedekia. Das Licht ist fast zu stark für meine Augen; Mildr' es'ein wenig, Herr! Dein Sohn ttägt ja Noch einen Leib von Staub. Jeremia. , O Jammer! Jammer! I ed eki a. Ich sag' euch, die Propheten haben arg Mit Lugen sich befleckt, die Gott als finstern Tyrannen und Iuchtmeister abgeschildert. Er ist ein Gott des Lebens und der Lust; Ich, der Messias, bin's,'der das verkündet! Ich sprech' euch ftei von dem Gesetz, dem starren. Das die Kindheit unsres Volkes eingeschnütt! Der Gott, den ich euch offenbar' und bringe, Ist ein Gott der Freiheit! Jauchzet, zu bettachten, Wie schön die Erd' ist? wie die Saaten wallen In landdurchwehten Thälern! wie die Eichen Auf Basans Gipfeln rauschen, — sanft die Bächlein In Palmenhainen unter Myrthen plätschern! Wie Rost und Balsamstaude duftend -blühn. Die Nachtigall aus kühlem Laube girrt! Das Alles ist des Herrn! Der Saft der Rebe, Der Kuß, den Lieb' auf rothe Lippen drückt. Ist sein, und kommt, von ihm! u.s. f. u. s. f. Eine Uebersetzung des Morek Rebuchim von Maimonidex scheint jetzt realifitt zu werden. Dr.S.Scheyerin Franks, a. M. läßt den dritten Theil zuerst drucken, und wird dieser zu 2 Thlr. Subscription ausgegebe» werden. Die andern beide» «erde» verhältnißmäßig wohlfeiler. Redacteur-. vr. L. Philipps»». — Verlag von Ba«mgärt«ers B»chhavdl««g. —-Druck von W. Haack.

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