Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 1 (1837)
- Issue
- Heft 9 (20.5.1837)
- Date
- 1837-05-20
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/3224737-3224738-3224748--00184-3298377- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
i. Z-hrg-°g. ULLgeMeiML No. S. Zeitung -es Zndenthumü. - Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit Köuigl. Sächsischer allergnädigster Concesston.) Leipzig, den 20. Mai 1837. Politir. Zeitungsnachrichten. (Ueberficht der Ereignisse vom Januar 1837 an.) , St. Petersburg, 19. April. Ein an den dirigirenöen Senat unterm 1 Stell vorigen Monats gerichteter Ukas besagt,: »Die innerhalb des Taurischen Gouvernements wohnenden Hebräer von der Sekte der Karaim bitte» um Bestimmung der Standesverhältnisse ihrer Geistlichkeit, und daß derselben einige von dmen Rechten ercheilt werden möchten, welche, die dortige muhamedanische Geistlichkeit besitzt. Nachdem wir diese Bitte beachtungswerch gefunden, und demzufolge das vom Minister des Innern verfaßte und im Reichsrathe durchgesehene desfallsige Reglement bestätigt haben, befehlen wir dem dirigirenden Smate die desfallsige» Anordnungen zu treffen.« *) Leipzig, 24. April. Die gleichfalls noch nicht zur Emancipatiön reift» Judm in Leipzig, gegm die das An nabe rger Gewerbeblatt weidlich losgezogen hatte, haben durch den Synagogenvorsteher eine Liste zur Unterstützung der bedrängten Annaberger circuliren lassen, um sich so für jene bitterst Ausfälle fühlbar zu rächen. . (Dorfzeit.) Dresden, 27. April. (Nachttägliches über dir Verhandlungen.) Ziegler und Klipphausen verglich das.-jüdische Volk mit einem Baume, der seine Zweige über den ganzen Erdboden auszustrecken und mit seinem Schatten allen andern Pflanzen das Gedeihen unmöglich zu machen sich bestrebe. Sein Antrag auf Vertagung ward nur von 7 Stimmen, *) Zur Belehrung der mit der Sekte der Karaim (Karäer, Karaiten) nicht bekannten Leser: Um das Jahr 750, als ein gewisser An an bei der Rcsch-Glutha-Wahl zurückgesetzt wurde, aber eine große Parthei hatte, ttennte er sich von den übrigen Juden, verwarf den Talmud und alle andere Satzungen, und hiett sich fortan nur an die Gesetze der heil. Schrift mit fteier Interpretation. Jndeß sind sie noch strenger in der Beobachtung der Gesetze als die Juden. Sie haben sich z. B. in zwei große Partheien getheitt wegen der Frage, ob man am Freitage Abend sich des Lichtes bedienen darf, oder nicht. Bon Seiten der Sitüichkeit standen sie stets im höchsten Ansehn und unbeschotten da; sie sind meist arry, tteiben Ackerbau, Landwirthschaft, Pferde- und Produktenhandel. Bon ihren Gemeinden befindet sich eine in Constantinopel, eine in Jerusalem, eine in Alexandrien, noch mehrere in persischen Ländern; dann wohnen 500 im Gouv. Wilna, 150 in Galizien, 200 zu Odessa und über 4000 in der Krimm. Hier wohnen iw der Tatareustadt Baktschisarai 3000 Karaiten; «nftrn davon liegt Tschufut-Kalä (Judenburg) mit 227 H. und 1400 Kar., am Saum einer Felsenwand, mit tiefen Klüften umgeben, nur mit zwei Einfahrten versehen. Auch in Eupatoria wohnen dergleichen. Ihr Oberhaupt heißt Eh a cham. d.R. I also nicht hinreichend unterstützt. Hübler bedauette, daß Zieglers philantropische Gesinnungen drei Jahre zu spät kämm) und wundette sich, daß dieser vor 3 Jahrm den viel weiter gehmdm ständischen Anttägen seine Zustimmung gegeben habe. Dr. v. Ammon erklärte das Ankämpftn gegm die Verbesserung der bürgerlichm Stellung der Judm sei unchristlich, inhuman, unpatriotisch und der Ordnung der Dinge widerstreitend; v. Biedermann: er wäge die Stimmm, zähle sie nicht. Mit der Verbesserung der Lage der Juden bis nach derm moralischer Besserung wartm zu wollm, gleiche dem Gebote auf dem Lande schwimmm zu lernm. Der Referent Ritterstadt sucht aus stattstifchm Notizm nachzuweiftn, daß die Gewerbetteibendsn durch die Annahme der Vorlage der Regierung nicht gefährdet feim; von der ifraelifchm Bevölkerung Sachsens un 800 Köpfen feim höchstms 200 arbeitsfähige Männer; nehme man die Anzahl der Gewerbtteibmden auf 100,000 an, so kömmt auf 500 Christm 1 Jude. Die sächsischen Judm feim im Ganzm unvermögmd, und es sei nicht zu erwattm, daß ausländische Judm bei inländischm große Summm zur Betreibung von Gewerben anlegen würdm, da die Judm in allm Nachbarstaaten größere gcwerb- - liche Rechte hatten, als die Regierung ihnm jetzt einräumen Die Allg. Zeit, spricht sich folgmdermaßm aus: »Die Beschlüsse, welche in der vorgestrigen und gestrigm Sitzung der erstm Kammtt in Bezug auf die Verbesserung des bürgerlichm Zustandes der Judm gefaßt wurdm, entsprechen dm Wünschm und Erwartungm der jüvifchm Glaubmsgenossm und aller Mmschmfteunde keinesweges. Die Mehrheit konnte sich von zwei vorgefaßtm, in der Thal ganz ungegründttm Ansichtm nicht trennm: die Jndm ständm auf einer niedrigerm Stuft der Moralität, und sie würdm sofort die Gewerbthätigktit der Christm unterdrückm und vernichten, wmn ihnm nicht Fesseln angelegt würdm. — In Dresden sind aber die Judm etwa in Leipzig der Bevölkerung, so daß in Dresden etwa nur 25, in Leipzig nur etwa 3 Judm als Meister zünftiger Jnnungm angmommm werdm könntm! — Gegm dm Gesetzentwurf, weil sie jeder Verbesserung des Zustandes der Judm mtgegm warm, stirmntm nur 5: Ziegler und Ktipphausm, v. Beust, v. Schönberg, v. Thielau (auf Lampettswalde), Kreishauptmann v. Einsiedel; außerdem zeigtm sich durch Anttäge, Redm und Einzelabstimmungen besonders dm Judm abgeneigt: v. Metsch, Schill, Wehner, Hartz, v. Carlowitz. Gegm die Beschränkungen des Gesetzentwurfs und der eingebrachtm Ammdemmts fprachm und stimmtm aus Rücksichtm der Humanitär: Prinz