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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1918-12-27 · Heft 52 (27.12.1918) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
82 (1918)
Issue
Heft 52 (27.12.1918)
Date
1918-12-27
Page
Seite 4 (sequence 18)
Language
German
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vernwgensschwachen unbbesitzlosen-. jüdischen Massen unentbehrlich. Diese Ntassell tünnen nur unter Mitwirkung eines nationalen Landfonds seßhaft gemacht werden. Durch die Erbpacht auf Nationalsond^- Boten werden die Ansiedler vom V-odenkaus entlastet, unddoch bleiben die Früchte ihrer Arbeit ihnen und ihren Nachkommen erhalten. Darüber hinaus sichert eine groß angetegteL-andpolitit des NationaLson-ds den sozialen FortschriA des palästinensischen Gemoi-nwe',ens. Wenn die Skeigerlmig dor Grunidrente,n,.chl iv-enigen Bevoxzugton-, jorrdern der A ll-gemei-nhiei-t zugute fonmuti, tvenn ictvt Beiden 'den -bren-en R lasten nicht vvreuth-alken werdenkann, dann fin^c< dem freien Spiel der Kräfte Grundlagen ge schassen, die eine gesunde soziale Ennräcklung gelvahrleisten. Genossenschaften werdeii entstehen, w-o sie einern öko-- nomischen Bedü.rsnis emsp rechen; daneben wero genügend Raum für die Privatinitiative 'bleiben zur großzügigen Gntsraltung der wirtschastllchen Nlögtichkeit-en Pallistin-as. Die Bedeutung des Iüdstchen ^latronalsvnds ist bereits tief -nt das Bewußtsein -der Inden aller Schlüßen gedrungen. Der jüdische Ralionalsonds hat sich auch im kriege als ein unzerreißbares und zugleich einigendes Band bewährt, das die gesamte -national empstutende Iudeichett umschließt. Ungeachtet aller Hemmungen der Zeit haben sich tut Kriege seine Iah re seinnahlnen verdoppelt. (Erhebtiche Beträge sind iljiu aus oeu Schüßengrüben zugeftosten, die n-amhasteslen aus den so schwer heungesucylen gebieten jüdischer blassensiedtung. Jur Durchsuhruug der geivaltigen Ausgaben aber, die dem Iüc-ifchen Amioualsonds' in einem zurunftigen judische.lt Palästina zusallen, slno ganz andere Beträge als die heutigen Spenden erforderlich: hunderte und aber Hunderie von Nti-llioneii. Wir vertrauen daraus, daß unser leidgeprüftes Bol-k die historische Größe des Augenblicks in seiner beispiellosen Bedeutung ersaßt. Wir ivenoen uns darum an alle, die c;i<e großen Nwgllch-tellen mjretjCii, welche tu der Durchsührinig'oes 'iLataonorft-il'os-Geo-a-ii-le'Ns liegen-. Wer fordern sie aus, den Jüdischen ^lationalsonds zu einem utachtvollen Wertzeugder Mdstchen tlleubesiedlung Palästinas auszugestalten. Wir wenden uns an die jüdtschen Nuassen, die bisher den Jüdischen Via- Nomusom-s mit ihren Spargroschen gesörderr haben. Wir wenden uns a-n die Vermögenderen. in iun-seren> Leihen, deren Opse.rw llltgteit sich rn Zutuinft verv lei-fachen ntuß. Wir richten unseren Nus andie uns vls styl noch fern stehenden Inden aller Länder. Wtr appellieren schließlich an die indischen Korperschas-len, Gemeinden, Drcen, Synagogen vereine, Boltsbaiireit und Geioertfchasten. Juden aller Länoer und aller Stande! prellt euch in den Dienst des jüdischen Aanonatsonds, gewährt -ihm eure moralische und. materielle Hilfe zur Sicherung des nationalen Booens. G ulah tittnu ta-arez. Bereitet dem vaterlicheir Boden Erlösung. Berei-tet dem landlosen Volte den Boden neuen Gebens. Von Ksh und Fern. Der Verband jüdischer Frauen sür Kulturarbeit in Palästina läot Zll einer am Sonntag, oen 20. u. yJl., vornnttags 11 Uhr, im Plenarsaal oes Be rwattungsgevauoeS oer Iuoiscyen Gemeinde. Berlin bl, Rosenstraße 2—4, ll, stattflndenden Byrfammlung ein, in oer Frau Br. Nc a l \ e i to o.) o ct) a 11) aus amereu) (Palästina) über „^luaemirüeit tn Pamstma sprechen nitro Anschueßeno BlStusston. vnntrur frei. — Au ^reae versioroenen Pros. G. besser wuroe zum Bur,chenaeti oec Berliner ^ermuroroglschen ^eseuschNsc Gehermral Br. >^slur ar u |, i4 -u. l i) a i gtlvuyn, oer ana.) V-orsipenoer oes ^ermaio>wg-rchen B'll-iioes von ^-roß-Berr-.n t-fi. ^oertanivr ^cag.nus a u t o ] o i> u. veransrauuele uu großen ^nume oer .pvchschille }>ux lorusu tuicn ivohrgetu-ligeiten r >l e v-e x - u ii a Barl a oen a o e n o. Die DarlnelUttgeu oes veliedlen Tangers wurden durch Haydns ,,-schopj.U'Ng" eulgelen-er, der oie ganze uri des 'wunstlers zu einer glun-tich,rn B-Merprela-iio-n veryalß ^oe Niastvolle Fuue oer Lomimanilel, oeren vra.Ul,tt.'tjch'e l'tasornctsslchigl.en höchstes ^oo ve rote in, tam auch irr den sorge!u^-tm ^tuuen des. reich angelegten Programms zu voller Gelrwicg; ivas gut gesullie ^a-us oantie dem. zrünsller durch revhajlen Be.faw u-no r-rzivang .am, ^chtuß durch sturniische Bvattvllen noch eine Iugade. — Ber Geheulte ^alu-mlsrat Dr. Jakob rrarrdsverg isr un. 14. lebenswahre verschieden nnD a,m L2. o. lvc. unter großer BelelbigU'llg aus oeiii )U!0tschen Fr^edhos m Potsdam zur letzten R-uhe besiatiet iv-ordeii. - - Aus Posen lvird uns geschrieben: In der letzthin hier stattgehabten Stadtverordnetensitzung erklärte Herr Stadtverordneter L e w a n d o w s k i u. a., er habe sich immer darüber gewundert, wie die jüdischen Waisenkinder so tadellos gekleidet sind, was man von den polnischen nicht behaupte rann. Herr Stadtverordneter Dr. Landsberg erwiderte daraus Die jüdiscl)en Waisenkinder werden aus privaten Mitteln erhalt^ Wenn die polnischen jrinder sich nicht fvlclser privaten Wohltätigkeit erfreuen, so sei das zu bedauern. Gine jüdische Bürgerwehr hat sich in Kempen i. P. gebildet, die in Gemeinschaft mit der deutschen und polnischen Bürgerwehr den Sicherheitsdienst in der Stadt ausgenommen hat. Die Wehr zählt über 50 Mitglieder. - - Nach langem, schwerem Leiden ist am 14. d. M. in Neustadt bei Pinne der Lehrer a. D. Herr Max B e r l o w i tz verschieden. Der Heimgegangene hat 3b Jahre als alleiniger Lehrer an der dortigen jüdischen Glementarschule segensreich gewirkt und in hohem Maße die Liebe und' Verehrung wemer zahlreichen Schüler und deren Glterst genossen. Der Israelitische. Frauenverein verliert in dem Gntschlasenen einen langjährigen Leiter und Förderer und der Llteraturvrrein seinen Begründer und ersten Vorsitzenden. Max Berlowitz war ein edler Mensch und ein begeisterter, üverzeitgu^.^.'.^-...r Ghre seinem Andenren. - Der Beminardirekwr der Marks-Hain° dorfschen Stiftung zu Münster i. W. Herr Dr. Katz ist zum l. April lOiiO an oas Realgymnasium in Düsseldorf versetzt. — Frau Aavvnier Dr. Norden lino Frau Max G o! d b e r g ui Elberfew yaven oas Beroiensttreuz sur Kriegshuse erhalten. — lLm Ausrus oßs uroelltzamtes oer -Lavoarsreunve zu Frankfurt a. Nt. wenoet sich an die wudlschen Arbeitgeber sowie an me yeuntehrenden jüdischen Krieges, um oer droyenoetl Frweroslvslgreit nach ^rasren aozuhetsen. D'äs arvensamt eiiipfkehlt gleichzemg ferne Lehrftellenvermnrlung. — Aus zmrlsruye wrro geschrreoen: Die hreßgen Blatter emyatten einen Aufruf zicm Bettritt zu enier neu zu ottvenden „Gyrrstuchen Bollsparrel <>aoei.s mit einem Programm, oas auch solgenden trotz seiuer ourchslchtigeu Bernausuuerung-eu uno Boroeyall-e rein auliMNttlschen Passus enthält: „Wir vertangell Nlaßnahmen zum Schutz des beul, slyttt Bvltes gegen politische Bevormuuduug uno wtrtschastttche Bergttoalilgmlg von selten jener dtreiic des Judentums, ote ihre inten itaiiünmen machtuno sumilzpolirr scheu Interessen uoer oas Wohl oes oemschen Bottes uno Vaterlandes stellen." — Aus dem Haag ivrro geschrieben: Bie N o o e m v e r - aungauge oes I. N. F. veltestn sich auf 154 001 Francs und verleiten sich folgenoermaßen: ^lorvamerna vvo2 Dollar, c^llgland roö? Pso.-Lterl. 1/ Schilling 5 Pence, Oesterreich 82 455 Kronen, Deutschland 2i 8öb Mart, Schweden 2015 Krvtien, Polen und Litauen oi>o Mark und 5855 Kronen, Griechenlano io5 Pfd. Sterl., Schwerz 2518 Francs, Belgien 050 Fl., Aegypten 82 Pso. ^terl. 1 Schilling, Frankreich 1060 Francs, Dänemark 762 Kronen, Holland 454 Fl., Norwegen 208 Kronen, Sudamerrta 2 Pfo. ^sim. — Aus Wien umo uns geschrieben: Gine Abordnung des Allionstomitees deutsch-österreichischer Juden wurde am 0. d. M. vom Präsidenten des Btaarsraies e t tz empfangen und überreichte ihm eine Kundgebung, m 0er Die Vertretung oes jüdischen ^tationai.- raies von der überiviegenden Mehrheit der deutsch-ösrerreichifchen Fudenschast abgelehnt uno das Berenntms zum Deutjchtum ausgesprochen ivrro. Dem Attivnstomitee sind spontan viere Tausende von InstimmnngSertlarungen zugetommen. - Das Stockholmer Budifche Preßbureau berichtet: Die französische mesormtirche in ^wahoun hielt am 17. November eine Seelenmesse für die im Kriege Gefallenen ab. Ter Pastor S e r v a ß hielt eine patriotische' Predigt uno sprach mit warmen Worten von der Wiederlß^,.c..<...^ ,.. f als Vaterland des jüdisctjen Bottes nach lOOOjähriger Zerstreuung. — AtS nn Jahre 1917 die Bevölkerung aus Jaffa eoaliuert wurde, nahni ße die Dhorarollen mit sich, damit sie nicht den türkischen Soldaten in die Hände steten. Sie wurden den Kolonisten in Petach-Ditwah zur Aufbewahrung gegeben und nach der Rückkehr der Bewohner von Jaffa in feierlichem Zug m die Stadt zurüctgebracht. An der Norogrenze von Tel-Awiw war ein Trumiphoogen errichtet. Die ganze Kolonie prangte in üppigstem Blinnc-nschmutt, fodes Haus war festlich dekoriert. Von enier Militärkapelle angeführt, bewegte sich die freudige Ntenge, die Dhorarollen tragend, der Stadt entgegen. Die Ntitglieder der Zionistischen Kvmnrission und der Ntilitärgouverneur wohnten den Feierlichkeiteli bei. Der Chacham Baschi hielt eine begeisterte hebräische Ansprache. Unter den Klängen des Schofar wurden die Rollen von Dr. Weltzmann und anderen nach den Synagogen getragen, wo Dankgottesdienste verrichtet wurden. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Florastraße 58. Verantwortlich für Len Anzeigenteil: GeorgKlingenstein, Berlin-Lankipitz. Druck und Verlag von Rudolf Moste.

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