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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1918-12-06 · Heft 49 (6.12.1918) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
82 (1918)
Issue
Heft 49 (6.12.1918)
Date
1918-12-06
Page
Seite 4 (sequence 18)
Language
German
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IPaßen zu lassen. Anderseits aber sind bk Gesamtverhältnisse im Egerlande noch lange nicht zufriedenstellend', und besonders -in Karlsbad ist man von den derzeitigen Verhältnissen keineslvegs befriedigt. Man hatte hier gehofft, baß die sozialdemokratische Partei sich hier mit der gemäßigten Bürgerschaft ins Einvernehmen setzen und bessere Verhältnisse schassen werde; allein ihr erster Schritt bestand darin,-sich mit den Führern der extremen Teuts-chradikalen Partei zu verbinden, und nun spielen wieder jene Personen mit eine Hauptrolle, die seit zwanzig Jahren den Antisemitismus gepredigt lind die Gemeindewahlen in diesem Sinne beeinflußt haben. SsmmarK. L2 Kopenhagen, 28. November. Eine Delegation sinn ländischer Juden schickte an das Kopenhagener Zionistische Bureall folgende Erklärung mit der Bitte um Veröffentlichung: Wir Unterzeichneten, die als Delegation der Jüdischeil Gemeinde in Helsingfors in jüdischen Angelegenheiten nach Kopenhagen gekommen sind, sehen uns veranlaßt, über die Lage der Juden in Finnland eine authentische Erklärung abzugeben, um so mehr, als wir hier von den in dieser Beziehung noch existierenden Mißverständilissell Kenntnis erhielten. Wir erklären hiermit: 1. daß in Finnland keine Beunruhiglulg oder Panik herrscht, noch Ausweisungen oder Befürchtungen vor Ausweisungen oder Entziehung von Lebensmittelkarten gegenüber den Juden stattfinden oder stattgesunden haben; 2. daß die Verleihung voll Bürgerrechten an finnische Juden, lvenn allch langsam, regelmäßig von den betreffenden Behörden betrieben wird, und daß wir keine Veranlassung haben anzunehmen, daß die Naturalisation mit Absicht verzögert oder zn verhindern versucht wird; o. daß überhallpt au leitenden Stellen in Finnland tem Antisemitismus sich inanisestiert, und daß wir in den letzten Tagen einen Beweis dafür erhalten habeil, daß die Behörden, wo Konkurrenz oder anderer völkischer Autisemittnuls auftritt, solchen Bestrebilugen sich entgegeilgestellt haben ulld dell Jllden ihr Recht verschaffen. Dr. A. E u g e l. S. Nt a t t s o f f. D. Ab r a ni o v i tz. A. Stiller. Nt.' S t u r n i k. Von Ash und Fern. — Für die ans deln Felde zurückkehrenden Soldaten ist in der Kaiserstraße.29/30 eine „Beratungsstelle für jüdische Soldaten" eingerichtet worden,, die Auskunft in allen An gelegen he ihm 'ertei'lt. Für die , Q u artierbe schaffun g lverden Falllilien gebeten, die bereit sind, Soldaten gegen Entgelt oder unentgeltlich in Quartier zu nehmen, ihre Adressen mit genaueren Angaben dem Bureau sofort sch r i f t l t ch mitznteilen. — T e r Vortragszyklus über „Die moderne Jüdin", den s;qi n n e Tr a u t lv e i n in der Lesfing-Hochschu le aug-ekündigt hatte, ist nunmehr beendet. Die Dozentin bewies in ihren Borträgen ebensosehr subjektive Gestallungskrasr lvie allumsasfen- . des. Wissen. Sie entwickelte darin den Gedanken, daß Judentum und Deutschtum sehr gut uebeneinander bestehen könnten; das Deutschtum brauche sogar das Judentum, dem es zahlreiche Anregungen aus dem Gebiete des Geistes, der Literatur, der Musik, der Eühi.k verdanke. Aus dein Zusammenwirken beider Stämme und Kulturen erwachen erst die tiefen Kräfte, die eine neue Menschheitstultur erzeugen können. --- Tie politische Schulung der F r allen und die Vorbereitung der Frauen für die Wahlen zur Nationalversammlung strobt eill Ausschuß von Frauenverbänden an, dem außer evangelischell, katholischen., dem Verband der Baker ländischen Frauenvereine, dem Evangelischen Verband zur Pflege.der weiblichen Jugend, der Arbeitsgellleinschaft weiblicher Verbände und sonstigien anchpolitischen' Franenorganisationen auch der I ü d i s.che F r a u e il bu n d angehört. - - Ter Frauenarzt Professor Ludwig B l u m r e i ch (Berlin) ist zum Geh. Sanitätsrat ernannt worden. — Ter Bor schußverein für hilfsbedürftige Mitglieder der Jüdischen Gemeinde zu Berlin betrauert das Hinscheiden des Herrn Julius Wi e s e n th a l, der länger als 15 Jahre dein Vor stände des genannten Vereins angehört -und mit Eifer für dessen Ziele gewirkt hat. —- In Bromberg wurde ein Musoumsverein.gegründet, der die Errichtung, Erhaltung und Förderung eines Kriegs- und Hei mats museums für Bromberg -und den Netzedistri.kt bezweckt. In den Borstand lvurde Herr Bankdirekt'or M- Sza ui a tols-k i gewählt. --- Bei der Ltadtverordnetenivahk in Schrimm wurde der von den deutschen und polnischen Mahl' ans schössen aufgestellte. Kandidat Kaufinann Max Abraham in der zweiten Abteilung geivählt. ----- Ter langjährige erste Vorsteher } der Jüdischeii Gemeinde in Witkowo, Herr Max Berne, ist ge^ storben und unter großer Beteiligung zur letzten' Ruhe bestattet worden. — Tie „Ajchassenburger Zeitung" schreibt: „In dem deutschen Tagesbericht vom 21. Oktober wurde hervorgehoben, daß die feindlichen Riese na ngrisse östlich von Bouziers vornehmlich an der zähen Abwehr der 7. Kompagnie des bayerischen Infanterieregiments Nr. 24 gescheitert sind. Ter Führer dieser Helden schar % ein A schaffen bürg er, der Leutnant der Reserne Löwe nt hak, der unter dem Einsatz seiner Person mit seiner Kompagnie verhind.rr hat, daß in dem für die Verteidigung.schwierigsten Gelände der Feind Boden gewann." — Aus München wirb* unter dem -j4. November geschrieben: Heute fand hier die Wahl des Nachfolgers, des allzufrüh dahingeschiedenen, .unvergessenen Rabbiners Professor Tr. Eoßmann Werner statt. Ter bisherige Rabbi.nalsinbstitltt und Feldrabbinor Tr. Leo Bärwald wurde ' einstimmig zum Rabbiner des Rabbinats München gewählt. ^r.e einpimmige Wahl bekundet ichou, daß er ein lo>nrd:ger Nachfolger feines verewigten Freundes ist und in seinen Fußstapfen wandeln wird. -- Ter Privatdozent an der Ilniversität ' Göttingen Tr. Siegfried Beit Simon ist nicht gefallen, sondern befindet sich nnverwuudet in französischer Gesängen schaßt. — Am letzten Sonntag fand die sei erliche Weihe des neuen Friedhofes der S-yinago gengemein De in. Koln-Bocklemünd statt. Von Ntontag, den 2. Dezember, an erfolgen dt... Beerdigungen, mit ^l'Usnahme der Fälle, für lvelche eine Grabstelle in Deutz reserviert ist, auf dem -neuen Friedhof. - - Infolge von Nachrichten über eine Ausweisung der galizischen Flüchtlinge aus Böhmen, begab sich eine Abordnung s des jüdischen Nationalrates für Denlsch-Oesterreich zu dein Ge- , zandten der tschecho-slowakischeu Republik, Herrn. Tufar, in { Wien. Herr Üiijar weilte mir, önj) er aus Grund direkt erhaltener - Mitteilungen bereits beim 'Narodni Vhbor m Prag interveniert hätte, da er leibst angesichts d.r gegenivärrigen Verhältnisse in Galizien eine Rückkehr der Flüchtlinge vorläufig für unmöglich | erachte. Bezüglich der Ausschreitungen .gegen Juden im slowakischen | Gebiete Ungarns stellte, er unter Hinweis auf den bevorstehenden | Einmarsch rlchechiich-ententischer Truppen in Ungarn die baldige J Wlederherstellttug der Lrdnung in Aussicht. — In einem Artikel der „imita Cattolica , die in Florenz erscheint, \;| uver die „Wiederausrichtung des jüdischen Volkes in Palästina" | heißt es: „Tie Kirche hat keinen Grund, sich der I ztomstischen Beivegung zu wldersetzen, und lvird ihr immer J lympatyklche und lreundlm-e Gefühle entgegenbringeu." — An der | hlstorij'ch-lphilol,ogi".chen Fakultät der Universität in Kamenez- 4 Podolfti lvurde ein Kalh.dor 'für jüdische Geschichte und Literatur errichtet. — Das Kopenhagener Zionistische Bureau .berichtet: Die i zweite Nummer von „Hcrarez lvehaawodah", das Organ der Arbeiterorganifa-tion „Hapvel Hazair" in Jaffa, ent'hä>lt ein j Haskarath Neschamoth zum Andenken an eine Reihe von Inden, die vor der Einnahme Palästinas durch die Engländer im Gefängnis, bei der Verbannung, durch Hunger, Not und falsche Beschuldigungen und durch gransame Bc!l>andlnng einenvorzeitigen Tod fanden. Besonderer Erlvähnung .geschieht dreier Juden aus Galizien, die sich selbst opserken, um eine Gruppe jüdischer Arbeiter in Pelach Tikwah zu. retten, die in der höchsten Gosahr >fchlvebten. -— Das Hauptkomitee der Jerusalemer Jüdischen Gemeinde veranstaltete gelegentlich der Besetzung von ganz Palästina durch die englischen Truppen eine große Demonstration, der wter 5000 Personen, .darunttr hohe englische Beamte,!beiwohnten. Die offiziellen Vertreter aller Kreise, der Bevölkerung hielten Ansprachen. Die in h e b r ä i scher S p r ache gehaltene Antlvortrede des> Oberbefehls- Habers machte tiefen Eindruck aus die Versammlung. gg Verantwortlicher Redakteur: Ä l bedt K atz in Berlin-Pankow, Floraftraße htz. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Zunge, Berkin-Arfedenau. Druck und Berlyg von Hudolf Mosse.

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