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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-05-10 · Heft 56 (10.5.1838) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 56 (10.5.1838)
Date
1838-05-10
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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No. 56. II. Jahrgang. Zeitung -es Zudcnthums. Ein uuparthensches Organ für alles jüdische Interesse (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Comesiion.) Leipzig, den 1V. Mai 1834. Zeitungsnachrichten. Dresden, 22. April (Privatmitth.). Der Kostenaufwand, den der Bau einer allgemeinen Synagoge verursachen wird, ist auf 20,000 Thlr. angeschlagen. Davon sind 12,000 Thlr. von der Gemeinde verwilligt, der Rest wird durch eine Unterstützung der hohen Staatsregierung, so wie von alten Skiftungsfon'os und einem etwaigen Darlehn gedeckt. Bereits, ist ein Platz angekauft, oberhalb des sogenannten Gondelhasens an der Promenade bei dem Moritzmonumente, der einen so bedeutenden Flächenraum enthalt, daß auch ein anderes Gebäude und außerdem eine kleine Gartenlage vor dem Eingänge der Synagoge Raum finden werden. Jetzt ist ein Eomitö medergesetzt, das die Baurisse zu prüfen hat. Die Baukosten sind auf 13,000 Thlr. das Maximum angeschlagen, 2000 zum innern Ausbau, und 5000 kostete das Grundstück. —. Unserm Mendelssohns-Vereme hat jetzt det einzige noch lebende Sohn des unsterblichen Weisen eine schöne Wirksamkeit zugesagt. Außer einem jährlichen Beitrage von 24 Thalern, hat er sich mit der Verwaltung in Corresponbenz gesetzt, und will viel zur Ausdehnung des Vereines beitragen. Die Einnahme betrug im letzten Vereinsjahre 919; Thlr., und Bestand blieb 389 Thlr. Fonds und 140; Thlr. Unterstützt wurden: 1 Studirendev, 1 Gyrw nasiast, 11 Lehrlinge und 1 Holzbildhauer. Kopenhagen, 20. April (Privatmitth.). Da ich in Meiner letzten Mittheilung über einige neuere Stiftungen referirt habe, so führt mich dies auf die Bemerkung, daß unsere Gemeinde nach Verhaltniß ihrer Mitgliederzahl die reichste an Legaten verschiedener Art ist. Ich werde Ihnen nächstens darüber Näheres berichten, hier nur der Curiosität wegen die bedeutendsten. B. A. Unna's Legat belauft sich auf 64,515 Thlr.; D. A. Meyer's auf 115,600 Thlr.; I. Jsaac's auf 37,444 Thlr.; M. A. Meyer's auf II, 564 Thlr.; I. M. Meyer's auf 10,475 Thlr.; I. N. David's auf 19,140 Thlr.; Hofrath Gerson's auf 10,000 Thlr.; G. Levy's auf 20,200 Thlr. — so daß mit den kleineren die Summe der Legate sich auf 321,481 Thlr. blos für die Gemeinde beläuft. Hingegen hat die Gemeinde auch 40,000 Thlr. zu dem berühmten, allgemeinen Friedrichshospital zugeschossen, und es existiren zwei'jüdische Vermächtnisse an das Oeffentliche, nemlich Hofrath Meyers von 190,000 Thlr. und G. Levy's von von 13,600 Thlr. — Außerdem besitzt die Gemeinde vier Armenhäuser, zwei Armenschulen und drei Klausen. Es existiren hier 19 jüdische Vereine, als: drei Beerdigungs-, eine Leichenfolge -, eine Kranken - Verpflegungs eine Krankenbewachungs-, eine Holz-, eine Torf-, Fleisch^, Vcod-, Hemden-, Hausmiethe-, Vertheilungs-, eineBrautausstattungs-, eine Gevatter-, eine Reisendeverpflegungs-, eine Gewerbepramien-, eine Schastmb eine Raschi-®^ sellschaft, so wie endlich ein Lehrverein für jüdische Literatur. Ich führe dies hier an, um die Lebendigkeit des öffentlichen Geistes zu bezeugen, und daßalle Klagen hierüber nur höchst einseitig seien. Möge die alte löbliche Sitte, durch Legate sein Angedenken zu erhalten, und zu dem Bestand schöner Anstalten beizutragen, nie unter den Israeliten schwinden, da uns dadurch der Mangel an Unterstüzzung von Staatsseiten für unsere Bedürfnisse nicht fühlbar wird. Wien, 20. April (Privatmitth.). Die zweite Hälfte der Gesammtausgabe der Werke Mendelssohn's ist erschienen, und somit dieses herrliche Unternehmen vollendet. Es darf dieses Werk, was sich eben so durch seine herrliche Ausstattung wie durch seine Vollständigkeit auszeichnet, in keiner Bibliothek eines gebildeten Israeliten fehlen *). Belletristik. D i e Gegensätze.* Eine israelitisch-religiöse Novelle. (Fortsetzung IH. Als Jonathan später nach Hause zurückkehrte, fand er daselbst eine Veränderung. Freund Ludolf war im Begriff, seine wenigen Effekten zusammen zu schnüren und aus dem gastfreundlichen Hause zu scheiden. Die Veranlassung kam von außen.' In der Residenzstadt' H. lebte ein Onkel und zugleich der Vormund Ludolfs, ein Kriegsrath Faller. Dieser hatte •) Da dies« Ausgabe bereits in unfern Händen ist, so werden wir in den nächsten Wochen ausführlich darüber berichten. Redacr. ") S. No. 20. 21. 22. 32. 33.

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