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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1907-12-13 · Heft 50 (13.12.1907) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
71 (1907)
Issue
Heft 50 (13.12.1907)
Date
1907-12-13
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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4 Von Sah und Fern. -- Tie Akademie der Künste veranstaltet eine Ausstellung zu Ehren des Kupferstechers Professor Louis I a c o b h , der im nächsten Sommer das 80. Lebensjahr vollendet. — Professor Tr. Ad olf Baginskh, der verdienstvolle Direktor des Kaiser und Kaiserin Friedrich-Krankenhauses zu Berlin, feierte au» 7. d. M. sein 25jähriges Jubiläum als Universitätslehrer. — Ter verstorbene Bankier Sigismund Samuel hat de»n Kaiser Friedrich-Museum eine sehr wertvolle Sammlung von Kleinplastik in Porzellan vermacht. In dem Berichte der Museen sagt Geheimrat Bode darüber- „Gr hat dadurch dem Ausbau der deutschen Abteilung des Kaiser Friedrich-Museums nach einer bisher mit Unrecht unberücksichtigt gelassenen Richtung den Weg gewiesen. Sein patriotisches Vermächtnis ist daher von doppelte»» Wert für unsere Museen." — Der Bankdirektor Kurt Sobern Hein» hat den Kronenorden IV. Klasse erhalten. — Am 7. d. Al. ist hier im 74. Lebensjahre der Geheime Rechnungsrat 'Rat Han Cohn gestorben. — Einer kurzen schweren Krankheit erlag der Verlagsbuchhändler Siegfried Cronbach hier an» C>. d. M. in» fast vollendete»» 70. Lebensjahre. Ter Verstorbene hatte auch einen ansehnlichen jüdischen Vertag. Ehre seinen» Andenke»»! — Der Verein für Arbeitsnachweis, begründet von den Berliner Logen U. O. B. V. hat durch seine Vermittl»mg im Monat November 244 Perso»»en in Stellung gebracht und außerdem noch 84 Personen vorübergehe»»d Beschäftigung nachgelviesen. — Vor niehr als Jahressrist hatte der Vorsta»»d der Shnagogengemeinde in Crossen a. O. bei der städtischen Behörde die Aushebung des hier existierende»» Schächtverbots beantragt. Nach »nehreren Monate»» »vurde nach mehrfache»» Aeschlverden das Gesuch abschlägig beschieden. — "Bei der Gedenkfeier für den verstorbenen Laudgerichtspräside»»ten Nentlvig, die der Glatzer Gebirgsverein veraustaltete, hielt Rabbiner Tr. Münz- Gleiwitz die Gedächtnisrede, die allgemeinen Beifall ges»u»de»» hat — Ter Herr Minister des Innern hat die Aufnahme des von der Gemei»»de Ostrowo zum Rabbiner gewählte»» Dr. Jacob Frei»nani» aus Hotteschau (Mähren) in den preußischen Untertanenverband so rvie die den»nächstige Zulassung als Rabbiner genannter Gemeinde endgültig abgelehnt. — Tr. Sally Gar»s ist zun» Rabbi»»er i»t Preu s;isch-Stargard ge»vählt »vorden. Derselbe tritt sein Amt am 1. Januar k. I. an. — Ter autisemltische Agitator Otto Ra»»sch ist kürzlich von der ersten Strafka»nmer des Landgerichts Meiuin gen »vegen unlautere»» Wettbewerbs zu einer Geldstrafe vor» 100 Mark und z»» de»» Koster» des Strafverfahrens verurteilt »norden. Außerdem »vurde die Publikation des Urteils i»n „Meininger Tageblatt" mtb im „Werrabote»»" angeordnet. — In Ar. 40 ist irrtümlich der verstorbene Seidenfabrikant I. Michels in Krefeld als Christ bezeichnet »vorden. Derselbe »var ei»» glanbenstre»»er J»»de, »vas hiermit arrsdrüeklich richtig gestellt »verdeu soll. — Ten» Lehrer an der Borsch»»le des Landgraf Ludrvigs-Gymuasiums z»l Gießen, Nathan Lev»), »vurde von den» Großherzog von Hesse»», anläßlich dessen Geb»»rtstages, das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großu»ütiger» n»it der Krone rurliehen. — Die israelitische Gemeinde Bamberg »vird im Frühjahr in 11 dem Neu bau ei »»er Synagoge an der Herzog Alar-Straße beginne»» lassen. Die Kosten belaufen sich ans eine halbe Million. — De»n Kunstmaler Ernst Liebermann in München »vurde die Herzoglich Koburg-Gothaische Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehe»». — Vor kurzem ver starb in geistiger Umnachtung der ehe»»»als berühmte Münchner Bild. Hauer Julius G. Jordan in einer Heilanstalt. Er wurde auf dem israelitischen Friedhofe zu Stuttgart beerdigt. — Der königliche Bergamtsassessor und Grubenverivalter Dr. Ernst Köhler in München wurde z»»m Vorstand des Haudelsbureaus der königlich bayrischen Berg- und Hüttenwerke unter Beibehaltung seines Ranges als Bergassessor ernannt. — Aus den» Straßburger israelitischen Friedhofe »vurde die Gattin des bayrischen Generalarztes Dr. Ullmann in Straßburg i. E.. Frau Jea»rette Ullmann, geb. Landauer, beerdigt. — Das Corpirs der semitischen Inschriften, das von der P ariser Akademie der J»»schriften herausgegeben »vird, soll demnächst in eine»»» besonderen Teile der aramäischen Sprachdenk»»»äler die Inschriften Palmyras vorlegen, zu bereit Bearbeitung H. Derenbo»»rg und Mayer-Lau»bert tätig sind. Die'Akademie hat zu diese»»» Ztveck die Nuinenstätte von Palmyra aufsVneue und mit großem Erfolge untersuchen lassen. — Der Dumaabgeordnete des Wilnaer Bezirks, der Pope Weraksin, erließ einen Aufruf, in de»»» er die christliche Bevölkerung aufsordert, kein Bror bei jüdischen Bäckern zu kaufen. — I»» der russischen Duma Hut der jüdische Deputierte Nisselowitz zu»»» erstenuial »nährend der Adreßdebatte eine kurze Ansprache gehalte»». Er unterstützte den Antrag des Polen Du»o»vski, einen Zusatz zu der Adresse wegen der Gerechtigkeit gegenüber anderen Völkerschaften einzusüge»». Da brüllte die Rechte und ein mephistophelischcs Lachen erscholl aus der Seite der Sch»varzen Hundert, als Nisselotvitz die Rechtlosigkeit der sechs Millionen Juden errvähnte. — Der Hetzapostel I ozeph o»vitz aus Kie»v sandte an das Ministerium des Innern geharnischte Proteste gegen die Demoralisierung des russischen Volkes durch die Aufführung jüdischer Stücke auf der Bühne. — Tie Witwe des kürzlich verstorbene»» Lordschatziueisters von England, Lord Battersea, eine Tochter des Sir Anthony v, Rothschild, ist Vizepräsidentin der „Jüdischen Vereinigung zu»n Schutze der Mädchen und Frauen". — Der große jüdische Wohltätigkeitsverein „Board of Guordians" in London hat in diesem Jahre ein Defizit von 200 000 Mark. — Auch die Vereinigten Jüdischen Wohltätigkeitsvereine in Ne»o Jork befinden sich in einer kritischen Lage. Ihre letztjährige Einnahme betrug nur 298 000 Dollars. — Joh»» I. Cohen ist zu»»» Sprecher und Obmann der Kommissioner» des Parlarnents von Neu-Sü d-Wales gewählt worden. — Das Munizipalgericht vor» New Jork hat anläßlich eines Spezialfalls die »vichtige Entscheidung getroffen, daß ein Hotelbesitzer keine »n Amerikaner, es sei »oelcher Religion oder Rasse innner, die Aufnahlne in sei»» Hotel verweigern dürfe. — Wie „New Jork- Times" melden, »verden jetzt zrvischen den amerikanischen »ir»d russischen Negierungen wegen Zustandeko»n»»»ens eines Vertrages Unterhandlungen gepflogen, »oelcher Vertrag besonders für die a»»swandernden russischen Juden von außerordentlicher Wichtigkeit »verden ka»»n. Es handelt sich nämlich um die gesetzliche Anerkennung der sreiiviüigen Expatriierung russischer Untertanen. — S a»»»u e l Weil »vurde zun» Direktor der Ver- »valtuug des öffentlichen Dienstes in Cincinnati ernannt. £ Avis Ladern Napallo bei Genua ist heutzutage als klimatischer Aufenthaltsort »veit bekannt und »vird das ga»»ze Jahr besucht. Jedoch ist seine »nichtigste Saison die Wintersaison von Dezember bis Mai. In Rapallo findet »na»» zahlreiche große u»ii> kleinere Hotels und Pensionen. Jede Börse finbet das dazu passende Hotel. Ter Ort besitzt eine deutsche Kirche, vier deutsche Aerzte und ein Kursaalkasino mit Konzerten und Unterhaltungen. So ist er jeden» Erholungsbedürftigen jüreinen längere»» Aufenthalt warm zu empfehlen. In Mentone ist. »vie uns von dort geschrieben wi»d, tüchtig für die neue Saison vorgearbeitet »vorden. Die neue Kanalisation ist scho»» in vollen» Betriebe. Das Trinkwasser »vird durch Ozon desinfiziert geliefert werden; eine separate Kanalisation »vird das zuu» Sprengen der Straßen nötige Wasser Herbeisuhren. und Kurorten. Alle diese Assanierungsarbeite»! werden ge»viß den Gesundheitszustand in Mentone fördern und auch dem Freu»den, der den Reiz eines milbeit Klimas genießen will, die beste Garantie darbieten. Der Fremden besuch in unsere»»» schönen Kurort dürste in der neuen Saison »»nedcr ein sehr belebter »verden. Etresa, ein reizendes kleines Städtchen a»n Ufer des Lago Maggiore und an der internationalen Si»nplon-Linie gelegen, ist das Rendezvous der Elite der Fre»ndenkolo»»ie, die sich jedes Jahr zahlreicher einfindet. Wie seine Lage wundervoll, so ist a»»ch das * Klima ausgezeichnet. Zahlreiche Villen und Hotels wachsen aus der! Erde; ebenso hat sich eine Kommission zur Errichtung eines Kursaals - gebildet, der, rvie man allgemein hofft, schon nächstes Jahr seine i Tore öffnen »vird.

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