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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1907-11-01 · Heft 44 (1.11.1907) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
71 (1907)
Issue
Heft 44 (1.11.1907)
Date
1907-11-01
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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4 Gemeindeschulen verausgabt werden soll. Nicht nur die Zinsen, sondern auch das Stammkapital kann nach den letztwilligen Verfügungen innerhalb zwanzig Jahren, falls nicht hochherzige Mitbürger für eine Auffüllung dieses Fonds sorgen, vollständig ausgebraucht werden. — Der Arzt Dr. G. Weißblnm hat am Geburtstage der Kaiserin die Note Kreuzmedaille 3. Klasse erhalten. — Am 23. d. M. ist hier der aus dem Stöckerprozeß vom 13. Juni 1885 bekannte Redakteur Heinrich Bäcker gestorben. — In Falkenburg i. S. ist am 19. d. M. der zweite Vorsteher der Gemeinde, Herr Aron Marcuse, gestorben. Es ist dies ein schwerer Schlag für die kleine Gemeinde, die erst vor kurzem einen ihrer Leiter verloren hat. — Sanitätsrat Dr. K. Reiß, der ein Menschenalter hindurch in Samo tschin als Arzt gewirkt, ist in Berlin, wohin er vor einigen Jahren seinen Wohnsitz verlegte, verschieden. Der Kriegerverein, dessen Vorstand Dr. N. als Stabsarzt der Reserve viele Jahre hindurch angehört hatte, entsandte zur Bestattung eine Deputation. — Die Shnagogengemeinde Göttin gen hatte aus Grund des am 1. April 1908 in Kraft tretenden Volksschul-Unterhaltungsgesetzes die Errichtung einer israelitischen Volksschule beschlossen und bei der Staatsregierung den Antrag gestellt, die Schule aus den Gemeindeetat zu übernehmen. Der Minister hat indes das Bedürfnis zur Errichtung einer israelitischen Schule nicht anerkannt. Die überwiegende Mehrzahl der jüdischen Kinder besuche doch die höheren städtischen Schulen. — Der in jüdischen Blättern genannte Maler Louis Katzen stein in Kassel war kein Jude. — Am 17. d. M. fand in Emden die Feier der Grundsteinlegung' zu einem Waisenhause für den Bezirk des Landrablnnats Emden statt. — Rabbiner Tr. I. Hulisch in Herford ist anläßlich seines Scheidens aus dem Amte der Note Adlerorden IV. Klasse verliehen worden. — In Bonn ist am 15. d. M. Herr Robert Goldschmied, der 40 Jahre lang der Verwaltung der jüdischen Gemeinde angehört hat, davon 30 Jahre als Vorsitzender des Vorstandes, im Alter von 75 Jahren verschieden. Ehre seinem Andenken! — Frau Getta Stahl in Neustadt a. A., Frau Louise Marx in Lambrecht und Frau Lina Ull m ann in Otterberg erhielten das Königl. Verdienstkreuz für freiwillige Krankenpflege. — Politische Zeitungen sind in der Lage zu melden, daß einer der Friedensartikel in der Einigung beider Parteien in Bayern der ist, daß die von den orthodoxen Gemeinden in München und Nürnberg anzustellenden Rabbiner den Titel „Nabbinats-Assessoren" führen sollen. — Nach mehr als zwanzigjähriger Pause wurde wieder ein Jude in das Münchener Gemeindekollegium gewählt. Es ist dies der Königl. Handelsrichter Benjamin Degginger in München. — Der Königl. Bayrische oberste Landesgerichtsrat und ordentliche Universitätsprofessor Dr. Heinrich Harburger in München wurde vom König von Italien mit dem Komturkrenz der italienischen Krone ausgezeichnet. Harburger hat hervorragenden Anteil an der neuen italienischen Gesetzgebung. — Wegen der Benachteiligung jüdischer Reisenden in Rußland ersuchte der Handelsvorstand von Nürnberg die bayerische Regierung, sie möge die Reichsregierung veranlassen, Erhebungen über die Behandlung jüdischer Reisenden deutscher und anderer Nationalität zu pflegen und gemäß dem deutsch-russischen Handelsverträge Rußland gegenüber den Anspruch durchzusetzen, daß die ungerechte Behandlung deutsch-jüdischer Reisender aufhöre. — Das hessische Ministerium hat bei Aufnahmen an der Technischen Hochschule in Darmstadt große Erschwerungen für die russischen Studierenden verfügt. Diese Maßregel richtet sich hauptsächlich gegen jüdische Studierende. Karlsruhe ist jetzt noch die einzige Technische Hochschule, die nicht Ausnahmegesetze für russische Studierende jüdischen Glaubens hat. — In Straßburg i. E. beabsichtigt der israelitische Wohltätigkeitsverein „Die Bienen" die Gründung eines israelitischen Mädchenheims. — Professor I. Oppenheim in Leyden, Kurator des jüdisch-theologischen Seminars in Amsterdam, ist zum Mitglied des Staatsrats ernannt worden. — Zahlreichen Mitgliedern des „Russischen Bundes" in Odessa, welche an der letzten Judenhetze teilnahmen, waren ihre Waffen von der Polizei weggenommen worden. Es wurde jedoch der Polizei von der Gendarmerieverwaltung befohlen, den Mitgliedern die Waffen wieder zurückzugeben. Infolgedessen war der Umzug des Verbandes echt russischer Leute in ein neues Lokal von den gewöhnlichen Straßeuunruhen begleitet. In den Hauptstraßen wurden an 30 Juden verwundet. Einem vierzehnjährigen Knaben wurde ein Auge ausgestochen. Von den Mitgliedern des Verbandes ist nicht einer verhaftet worden. — Die Pharmazeutische Gesellschaft in Moskau hatte an den russischen Unterrichtsminister eine Deputation entsandt, die die Aufnahme von 53 jüdischen Pharmazeuten an der dortigen Universität erwirken sollte. Die Bitte wurde abgeschlagen. — Vier hervorragende jüdische Aerzte beschlossen, zu Beginn des nächsten Jahres eine medizinische Wochenschrift in russischer Sprache herauszugeben. Die Wochenschrift, die den Titel „Jewreiskij medicinskij Golos" (Jüdische medizinische Stimme") führen wird, hat den Zweck, die jüdischen Massen über die Ursachen und Formen der hauptsächlich unter den Juden verbreiteten Krankheiten aufzuklären und sie mit der modernen Hygiene bekannt zu machen. — Durch den Krieg mit Marokko haben sich in den letzten Monaten zirka 5000 marokkanische Juden in Südspanien angesiedelt und sind von der Bevölkerung freundlich ausgenommen worden. Ootbaer LebensversicherungsbanK a. G. Versicherungsbestand Anfang Oktober 1907 . . . 942 000 000 Mark Bisher ausgezahlte Versicherungssummen .... 501000000 Mark Die stets hohen Ueberschüsse kommen unverkürzt den Versiehe» rung'snehmern zugute, bisher wurden ihnen 243 Million. Mir. zurückgewährt. Sehr günstige Versichernngsbedingnngen. Unverfallbarkeit sofort, Unanfechtbarkeit u. Weltpolice nach 2 Jahren. Prospekte u. Auskunft kostenfrei durch die Anstalt in Gotha od. deren Vertreter. GrlchäktUche Satiren. Bei Neurasthenie und Nervosität leistet die Somatose als Unterstützungsmittel neben der natürlichen Kost wertvolle Dienste, da sie den Appetit anregt und den ganzen Organismus kräftigt. Die neue flüssige Somatose gleicht im Geschmack einer kräftigen Bouillon und wird selbst von Schwerkranken gut vertragen. L ^otT1 Bäder, Kurorte, Heil-Anstalten, Uvlll OUUvll Hotels, Restaurants, Pensionen M ustaplia - Superieur Grand Hotel Continental. Ganz T. Klasse. Bedeut vergröss. Yollständ. südlich, m. herrlich. Aussicht auf Meer u. 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