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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1907-09-06 · Heft 36 (6.9.1907) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
71 (1907)
Issue
Heft 36 (6.9.1907)
Date
1907-09-06
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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4 seitdem Herr Rabbiner Dr. Stein sein Amt in Worms angetreten. Die Gemeinde hat diesen wichtigen Tag festlich begangen. Bericht folgt. — PrimoLevi, der langjährige frühere Leiter der „Riforma", später — bis zum heutigen Tage — Kunstkritiker der „Tribuna" unter dem Pseudonym „Jtalico", ist vom Minister Tittoni ins Auswärtige Amt berufen und zum Generalkonsul ernannt worden. — In Sinaja erschien bis vor kurzem ein in rumänischer Sprache redigiertes Wochenblatt für jüdische Interessen unter dem Titel „Presse Jsraelite". Wie nun von dort gemeldet wird, wurden der Herausgeber, der Redakteur und ein Mitarbeiter dieses Blattes aus Rumänien ausgewiesen, angeblich wegen Aufwieglung, tatsächlich aber, weil sie in ihrem Blatte recht eindringlich eine Verbesserung der Lage der Glaubensgenossen in Rumänien forderten. — Ein vom!21. August datierter kaiserlicher Ukas bestimmt, „ergänzend" zu dem Gesetz über die Glaubensfreiheit, daß Juden, die früher zum orthodoxen Glauben übergetreten sind und jetzt wieder den jüdischen Glauben annehmen, ihr durch den Uebertritt zur orthodoxen Kirche erworbenes Bürgerrecht in Rußland verlieren und in das Ansiedlungsgebiet auszuweisen sind. — In der Redaktion des jüdischen Iargonblattes „Lodzer Nachrichten" fand eine Revision statt, nach deren Beendigung der Redakteur Uger und einer der Mitarbeiter, Varuch Schwartz, verhaftet wurden. — Stadthauptmauu von Odessa Grigoriew, der im Gegensatz zum Kommandanten des Militärbezirks Odessa, Kaulbars, kein Freund der schwarzen Banden war und deswegen sich den Haß des Verbandes des russischen Volks zugezogen hat, ist auf Ansuchen einer Abordnung des Verbandes von feinem Posten enthoben worden. Zu seinem Nachfolger wurde General Nowitzki, der frühere Stadthauptmann von Kiew, ernannt. Diese Ernennung wird die Zustände in Odessa voraussichtlich noch mehr verschlimmern. — Um den Tod des bei dem Entladen einer bei einer Haussuchung gefundenen Bombe verunglückten Offiziers und dreier Polizeileute zu rächen, organisierte der Verband russischer Leute schon am 1. d. Mts. in Odessa ein Pogrom. Die Raufbolde liefen, auf die Juden schießend, durch alle Straßen. Drei Juden sind getötet, gegen 60 schwer verwundet. Die Polizei war Untätig und verhaftete keinen der Täter. — Wiener Privatmeldungen führen die neuesten Bedrohungen der Kifchinewer Juden auf die! Agitation der Anhänger Kruschewans zurück, welche seinen Durchfall! bei den nächsten Wahlen befürchten und seiner Partei durch neue! Pogroms Popularität verschaffen wollen. Das Auftreten der Agitation ist diesmal ein entschiedenes. In Kaffeehäusern und auf den Straßen kündigen sie neue Massakers an. Der Gouverneur ergreift Vorsichtsmaßregeln, verhindert aber das Gesindel nicht daran, die Bevölkerung zu terrorisieren. — Äuf Grund der Nachrichten, die der Hilfsverein der deutschen Juden aus Casablanca erhalten j hat, beschloß der geschästsführende Ausschuß, 5000 Franken zunächst j für Unterstützungszwecke den dortigen notleidenden Glaubensgenossen ■ zur Verfügung zu stellen. Die nötigen Verbindungen für eine zweck'! mäßige und zuverlässige Verteilung der Gelder sind hergestellt. - I Der „Temps" meldet aus Casablanca, daß der Arzt Baron Henry | R othschild dort an gekommen sei, um in einem dem früheren Kaid - gehörigen Hause, das ihm vom- Konsulat zur Verfügung gestellt! wurde, ein Hospital zu errichten. — Die Alliance Israelite I Universelle hat, wie uns deren Deutsches Bureau mitteilt, j ihrem Vertreter in Casablanca eine, weitere Summe von! 15 000 Franken für die notleidenden Israeliten in dieser Stadt über» i wiesen. — Mitglieder der amerikanischen Einwanderungskommission, die auf Grund des neuen Einwanderungsgesetzes zuni Studium der Einwanderung nach den Vereinigten Staaten ernannt und nach den Auswanderungsländern gesandt worden ist, haben aus dem Bureau des Hilfsvereins der deutschen Juden in Berlin über die jüdischen Auswanderungsverhältnisse eingehende Besprechungen gehabt und sich über die Arbeiten des Zentralbureaus für jüdische 1 Auswanderungsangelegenheiten genau informieren lassen. BERLIN C. M Spandauer Strasse 26-30 1 lODAFI BERLIN C. I 1l mm L_ mmm König - Strasse 11-14 Baumwollenu. Leinenwaren, Tischzeuge, Handtücher, Damen- und Kinderwäsche, Herrenwäsche, Trikotagen und Strümpfe, Handschuhe, Hüte, Taschentücher, Betten, Steppdecken, Schlafdecken, Pferdedecken, B V äsche-Ansstattungen ° Anfertigung in eigenen Arbeitssälen 0_E Spandauer Str. 26—30 — König-Str. 11—14 Verkaufshäuser der Firma N. JSRAEL. Damenu. Kinderkonfektion, Schirme, Kleiderstoffe und Seiden waren, Pelzwaren, Reisedecken und Tücher, Herren- und Knabenkonfektion, Schuhe, Tischdecken, Teppiche, Möbel, Möbel Stoffe, Gardinen, Fahnen. ^Wohnungs-Einrichtungen3 Ausstellung vollst. eingerichteter Zimmer a_a Der illustrierte Haupt-Katalog Herbst- und Winter ist neu erschienen und wird kostenfrei versandt. in denen nur SINGER Nähmaschinen verkauft werden. An diesem Schild sind die Läden erkennbar Singer Co. Nähmaschinen Act. Ges. Berlin W., Leipzigerstr. 92. Filialen in allen Stadtteilen. Leipziger Lebensversicherungs - Gesellscliaft auf Gegenseitigkeit (Alte Leipziger) vormals Lebensversicherungs-Gesellschaft zu Leipzig, errichtet 1830. Gefchäftsbcstand Ende Mai 1907: versicherter Kapital. 789 ttlill Utk. | Gezahlte U er sieb.-Summen . ♦ 229 min. IHK. vermögen....... 296 „ .. | Gezahlte Dividenden ..... 111 „ Jabreseinnahmc . . . 44 .. j $icherheit$-ii.Divid.-Ke$ewn sr ». Nenabfchlrrffe im Jahre 1906: Mark 60 308 250. Mit dem 1. Juni 1907 hat die Gesellschaft ihre Versicherungsbedingnngen noch günstiger gestaltet (Unanfechtbarkeit, Unverfallbarkeit, Weltpolice) und ein neues für die Versicherten äußerst vorteilhaftes Prämien- und Dividendensyllem eingeführt. Niedrig beginnende Tarisprämien ermöglichen die Versicherung hoher Versicherungssummen gegen schon anfangs sehr niedrig bemessene Beiträge. Für die bisher abgeschlossenen Versicherungen ist die seil 1888 unverändert mit 42°|0 der ordentl. (iebenslängl.) Jahresbeiträge gewährte Dividende aus 4.3°/0 erhöht worden. Nähere Auskunft erteilen gern die Gesellschaft sowie deren Vertreter.

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