Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 71 (1907)
- Issue
- Heft 24 (14.6.1907)
- Date
- 1907-06-14
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
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Schubert hielt Stadtrabbiner Dr. Steckelmacher das Wort zu einer Festpredigt. — Am 4. d. At. feierte der portugiesische Generalkonsul Georg v. Rosen thal, der Chef des bekannten Aspsterdamer Bankhauses Lippmann, Rosenthal & Co. in Amsterdam, das Fest seMer goldenen Hochzeit. Vom deutschen Kaiser wurde der Jubilar divech Verleihung des Kronenordens zweiter Klasse ausgezeichnet, während seine Gattin von der Königin Wilhelmina den Orange-Nassau ortzen erhielt. Rosenthal ist ein bekannter Wohltäter. Vor etwa 20 Jahren stiftete er eine Kinderbewahranstalt, in der etwa tausend arme Kinder Unterkunft finden. Ferner sei hervorgehoben die Schenkung der Bibliotheca Rosenthaliana, der bedeutendsten europäischen Sammlung von Hebraica, an die Universität Amsterdam, und die Stiftung der deutschen Kaiser Wilhelm-Schule. — Nach Berichten aus Rom ist der päpstliche Hofstaat darüber unzufrieden, daß der Papst auch Juden empfängt. Als Papst ist Pius derselbe Philosemit geblieben, der er als Bischof von Mantua war. Als solcher wurde er einst von Leo XIII. über das Betragen seiner Diözesanen befragt und antwortete: „Heiligkeit, die besten Christen in Mantua sind die Juden." Kein Wunder, daß die schönste Glückwunschrede nach seiner Wahl ein jüdischer Bürgermeister in Venedig hielt. Als der jüdische Universitäts- Professor Polacco um eine Audienz beim Papst nachsuchte, machte Monsignore Bisleti allerlei Einwürfe: „Was macht's, ob er Israelit ist!" versetzte Pius. „Monsignore Callegari von Padua hat mir so viel Gutes von ihm erzählt, daß ich ihn sehen will." Am 11. d. M. fand in Paris die erste französische Rabbinerversammlung statt. Bericht folgt. — Nach der letzten Zählung betrug die Zahl der Juden in Rußland 5 225805 Seelen, also 4,15 Prozent der Gesamtbevölkerung. Militärpflichtig waren im ganzen 1 241810, davon Juden 54277, also 4,37 Prozent, b. h. 0,22 Prozent über das Normalverhältnis. Jüdische Soldaten waren im selben Jahre 53 194 in der Armee, während nach dem Verhältnis der Seelenzahl nur 42 709 hätten sein sollen. <Vgl. die „Woche" in vor. Nr. unter Rußland!) — Der Rabbiner der Chersoner Kolonien Tr. M. Krebs — es ist der sattsam bekannte frühere Odessaer Kronrabbiner, den die Juden Odessas als Individuum der Regierung nicht länger duldeten ist zum Mitglied bei dem Departement für nichtrussische orthodoxe geistliche Angelegenheiten beim Ministerium des Innern ernannt worden; Dr. Michelsohn-Riga, der bisher diesen inne hatte, ist zum Berater in jüdischen Angelegenheiten bei dem baltischen Generalgouverneur ernannt worden. — Mitglieder des Verbandes des russischen Volkes in Odessa begannen unter dem Hause des Verbandsvorsitzenden Konowitzin eine Mine zu graben in der Absicht, sie mit Dynamit und Waffen zu füllen, um dann nach rechtzeitiger Entdeckung die Inden einer Verschwörung gegen das Leben Konownitzins beschuldigen zu können. Die Provokation mißlang jedoch dank der Unvorsichtigkeit eines Verbandsmitgliedes. — Wieder einmal geht die Nachricht durch die Blätter,daß in New Jork eine Summe von 10 Millionen gesammelt worden sei zu dem Zweck, eine jüdische Universität nach deutschem Muster . zu errichten. Natürlich ist diese Notiz in dieser Form absolut unwahr. — In Brooklyn wohnen 250 000, in St. Louis 60000 Inden. — Die Schwester des Senators Isidor Nayner, Frau Berta Rayner- Frank, ist in einem Hotel in Atlantic City als Jüdin nicht aufgenonunen worden. Und das geschieht im freien Amerika! lieber 120,000 Abonnenten hat das Berliner Tageblatt erreicht und ihre Zahl ist fortgesetzt im Steigen begriffen. Eine solche Zahl läßt die Bedeutung erkennen, die dem Berliner Tageblatt in den weitesten Kreisen ^beigemessen wird und durch die es längst die gelegenste der liberalen Zeitungen ganz Deutschlands wurde. Zeder Abonnent des Berliner Cageblatl erhält wöchentlich 6 wertvolle Beiblätter gratis, und zwar jeden Montag: „Leitgeist"» wissenschaftliche, feuilletonistische Zeitschrift; jeden Mittwoch: »»^eckniscke Lunckscksu"» illustrierte polytechnische Fachzeitschrift; jeden Donnerstag: „Meltspiegel", moderne illustrierte Lalbwochen- Chronik; jeden Freitag: »»Ulk", farbig illustriertes satirisch - politisches Witzblatt; jeden Sonnabend: „b»us Üof Garten", illustrierte Wochenschrift für Garten und Lauswirtschaft; jeden Sonntag: „(Hdtspiegel", moderne illustrierte Lalbwochen- Chronik. Alle 7 Blätter zusammen kosten nur . 2 mark — Bei der Deutschen Militärdienst- und Lebensversicherungs-Anstalt ä. G. in Hannover waren tm Monat Mai 1907 in den beiden von der Anstalt betriebenen Geschäftszweigen, der Militärdien st Versicherung und Lebensversicherung (auch Töchterversorgung), zu erledigen: 914 Anträge über Mark 1263 790,— Versicherungs-Kapital. Von Errichtung der Anstalt (1878) bis Ende Mai 1907 gingen ein 411110 Anträge über Mark 588 621 150,— Versicherungs-Kapital; im Jahre 1906 allein 22L/2 Millionen Mark! Die Auszahlungen an Versicherungssumme, Prämienrückgewähr rc. im Laufe des Jahres 1906 betrugen rund Mark 10000000,—, die Gesamtauszahlungen seit Bestehen der Anstalt rund Mark 80000000,—. Vermögensbestand 130 Millionen Mark. Inckustriesckule für israelitische JMädcben in Breslau. An unserer Anstalt ist die Stelle eines Dauptlelirers wieder zu besetzen. Neflektanteii, die sich im Volksschuldienste bereits bewährt und die Prüfung als Mittelschullehrer abgelegt haben, wollen ihre Bewerbungen bis zum 1. Juli d. I. bei dem Unterzeichneten einreichen. Die Anstellung einer Lehrerin, die die Prüfung als Schulvorsteherin abgelegt hat, ist nicht ausgeschlossen. Rabbiner Dr. Guttmann. Offeriere meine fllPflfi* find ff AtlfllrfllP in allen Preislagen, garantiert reinen 1UCI0* llllll HUII10CIIIC Ausführliche Preisliste zu Diensten. 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