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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1907-04-26 · Heft 17 (26.4.1907) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
71 (1907)
Issue
Heft 17 (26.4.1907)
Date
1907-04-26
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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hat der Provinzialrat der Provinz Sachsen genehmigt, daß der dies- < jährige Herbstmarkt der Stadt Halle a. S., bestehend aus dem am N. und 10. September stattsindenden Krammarkt und dem am 10. September stattfindenden Biehmarkt, auf den 2. und 3. September d. I. verlegt wird. — Die Tochter des Ilhrmachermeisters Israel in Staßfnrt hat vor der Prüfungskommission des Nhrniachergewerbes der Anhaltinischen Handwerkskammer ihre Prüfung als Uhrmachergehilfin bestanden und eine „lobende Anerkennung" davongetragen. — Der Oberregiernngsrat a. D. Dr. Paul Meyeix, zu Frankfurt a. M., bisher bei der Eisenbahndirektion daselbst, hat den Krottenorden II. Klasse erhalten. — Der nengewählte Rabbiner der jüdischen Gemeinde zu Elberfeld heißt Dr. I. Norden, nicht Corden, wie es in Nr. 16 irrtümlich hieß. — Dem Landesbauinspektor z Hans Treuenfels in Flensburg, der seinerzeit in Breslau die ' Bauausführung des neuen Staatsarchivs geleitet hat, ist der Rote - Adlerorden IV. Klasse verliehen worden. — Jewish Clironicle meldet den Tod des Literarhistorikers Professor Adolf Stern in Dresden, der nicht nur kein Jude, sondern eher das Gegenteil war. Dafür \ registrierte ein jüdisches Blatt in Deutschland kürzlich den Tod des ' Wiener Hofschauspielers Jos. Lelvinsky, der ebenfalls Nichtjude und Antisemit war. Das werden einmal gute Geschichtsquellen sein. — Prinz J Arnulf hat am 17. d. M. in Begleitung des Professors Merzbacher eine Reise nach Zentralasien angetreten. Die Reise, die jagdlichen und wissenschaftlichen Zwecken sowie der Erforschung des Thianschan dient, ist auf acht bis neun Monate berechnet. (Prinz Arnulf, ein Sohn des Prinzregenten, steht im 55. Lebensjahre.) — Der Bureauchef Grambach im französischen Ministerium des Innern ist zum Unterdirektor ernannt worden. — Generalkonsul Franz Philippson in Brüssel hat das Offizierkreuz des Leopoldordens erhalten.'! Leon Cassel daselbst ist zum italienischen Generalkonsul ernannt j worden. — In der vergangenen Woche sind wieder einige Personen,; die wegen Pogroms in Nischni-No wgorod verurteilt waren, begnadigt worden. Bei diesen immer erneuten Begnadigungen seitens des Zaren ist es nicht verwunderlich, daß die Mitglieder des „Berj bandes der echt russischen Leute" immer verwegener auftreteu. — In Taraschtschanso bei Kiew spukte vor Ostern wieder die Ritualmordlüge. Die Bevölkerung wurde aufgehetzt, aus Anlaß des Verschwindens zweier Schüler der Stadtschule, von denen man sagte, daß sie als Opfer eines Ritualmordes gefallen seien. Ferner machten die Schutzleute einen Streik, weil die jüdische Gemeinde sich weigerte, einen Teil der zu Wohltätigkeitszwecken bestimmten Summen zum Unterhalte der Polizei zu geben. Inzwischen ist die Leiche des einen von den verschwundenen Schülern in einem Teich gefunden worden. Unter dem Verdacht, den Mord begangen zu haben, stehen jetzt der zusammen mit dem Ermordeten verschwundene zweite Schüler und der Sohn des Bürgermeisters, welche beide verhaftet sind: Die Lüge des Ritualmords ist aber zu demselben Zweck erfunden worden wie der Streik der Schutzleute, nämlich um von der jüdischen Gemeinde Summen zum Unterhalt der Polizei zu erpressen. In der Tat beschloß die Versammlung der Gemeinde am 20. v. M., zum Unterhalt der Polizei 1000 Rubel von den Wohltätigkeitssummen zu geben. — Der „Bund des russischen Volkes" agitiert im Gouvernement Cherson gegen die jüdischen Kolonisten. Der Gouverneur von Bessarabien teilte dem Ministerpräsidenten Stolypin mit, daß unter den: Druck der Bauernrevolte in Rumänien unter den Bauern Bessarabiens starke Gärung herrsche. — In Jaffa ist eine ganze Abteilung der russischen „Schwarzen Bande", mit Dr. Dubrowin an der Spitze, angekommen, und der russische Konsul hat, nach einer aus Petersburg zugegangenen Instruktion, eine Kompagnie Soldaten für deren Empfang abkommandiert. — Der Professor der Columbia-Universität in New Jork Felix Adler ist ausersehen, im Jahre 1908 als Nachfolger von Professor Burgeß Vorlesungen an der Berliner Universität zu halten. Adler ist der Sohn des verstorbenen Rabbiners der dortigen Temple-Emanuel-Gemeinde, Abr. Adler, und hat seinerzeit die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin besucht, um Theologie zu studieren. Grlchsktliche Sollte der eine oder andere unserer Leser in die Lage kommen, Bedarf in Fahrrädern, Motorrädern, Fahrrad- und 2Iutonio[nl ©poi’tortitehi, Hanshallungsmasch inen. Nähmaschinen, Reiseartikeln, Gelegen heitsgeschenken, Uhren nsw. zu haben, so empfiehlt es sich, den Katalog der Deutschen Waffen- und Fahrradfabriten, Kreiensen (Har.P einzufordern. der aus Wunsch gratis und franko üoersandt wird. — Der außerordentlich reichhaltige Kutalog enthält eine sehr große Auswahl der oben genannten Artikel und wird bestimmt für jeden etwas dringen. Ter gute Uiuf der Firma sowie der sich stetig vergrößernde Umsah bürgen schon genug für beste: Bedienung. Lebensversicherung. Die Karlsruher Lebensversicherung ans Gegenseitigkeit - vormals Allgemeine Versorgungs-Anstalt — hat nach den vorläufigen Mitteilungen im Jahre 1906 außerordentlich günstige Resultate erzielt. Ter Nenzugang war mit 7770 Versicherungen über 42*,'2 Millionen Mark (1905: 38 Mill.) der weitaus höchste, den die Anstalt bis jetzt überhaupt zu verzeichnen gehnbt hat. Auch der reine Zuwachs war b e t rä ch t l i ch höher als j e in einem Jahre zuvor. Er hat sich auf 4540 Versicherungen über 26'-'/g Mill. Mark belaufen und damit den Gesamtversichernngsbestand auf 132 250 Versicherungen über 500 Millionen Mark erhöht, .hervorragend günstig war die Sterblichkeit. Durch Ableben von 1180 Personen (im Vorjahre 1292) sind im Jahre 1906 rund 0 Millionen Mark fällig geworden. Die Sterblichkeit ist damit um etwa 35°/0 hinter der Erwartung zurückgeblieben. (fhüZer Die feinste Schweizer - Chocolade KUNEROL TOS unter rabbinatl. Aufsicht des Herrn Or. Rosenak, Bremen, hergestellt. WF* Feinstes Pflanzenfett *91 „ zum Backen, Kochen. KUNEROL-WERKE, BREMEN. Spezial - Untersuchungslaboratorium =3c^=^^rr^=:Zuckerkranke für Genaue Zuckergehaltsbestimmungen 1.50 Mark, im Abonnement 1.— Mark. 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