Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 71 (1907)
- Issue
- Heft 16 (19.4.1907)
- Date
- 1907-04-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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71. Jahrgang. Nr. 16. Allgemeine Berlin, 19. April 1907. eitung des Judentums Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. "Diese Zeitung erscheint wöchentlich. Abo n ne men ts -Preis.- durch Buchhandel < oder Post (in Berlin u. Vororten durch unsere ' Vertriebsstellen) bezogen vierteljährl. 3 M. Ne-aktenr: Gustav rrarxeles. Begründet von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson. Verlags-Expedition; Berlin, Jerusalemerstr. 46/49. Alle Zusendungen für Redaktion und Expedition sind an die Adresse: Verlag der „Allgem. Zeitung des Judentums", Berlin SW., Jerusalemer Straße 46/49, zu richten. Verlag von Rudolf Mofse, Berlin. Zelteukrungs- und Finsnzokrhsttnillr der jüdischen Gemeinden in Deutschland. Berlin, 16. April. Bureau für Statistik der Juden hat im November 1904 eine Umfrage bei den Vorstehern der jüdischen Gemeinden veranstaltet, in der auch um Auskunft über die Zesteuerungs- und Finanzverhältnisfe gebeten wurde. Die Ergebnisse der eingelaufenen Antworten teilt nun Dr. Jacob (hon in einem sehr wertvollen Aussatz in der „Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden" mit, dem wir folgende nteressante Einzelheiten entnehmen: In ganz Deutschland hatten unter 11-58 Gemeinden, velche die Fragen nach dein Kultnsstenerertrage beantwortet ,aben, die meisten (631) aus der Kultusstener eine Einnahme >on 1000 bis 2000 Mark. Diesen Gemeinden stehen diejenigen nit einer Kultusstener von weniger als -'>00 und von 600 bis Mioo Mark an Zahl am nächsten (249 resp. 244). In 86,6 Prozent aller deutschen Gemeinden beträgt die niltusstener weniger als 6000 Mark. Ebenso haben allein in tzreußen 86,4 Prozent aller Gemeinden eine Kultusstener von 'eiliger als 6000 Mark, ivie übrigens die prozentuale Bereilung der Gemeindekategorien »ach der Höhe der Kultusteuer in Prellßen und im ganzen Reich fast übereinstimmt. Die Hohe des Kultussteuerertrages hängt naturgemäß auptsüchlich von der Mitgliederzahl der jüdischen Gemeinden lb. Unterscheidet man verschiedene Größenklassen, so haben rozentnaliter Gemeinden mit eine Kultusstener '»her iüo-:;oo , :!oo-;>oo lnu ZUden ^udeu ^ubm . im i in im in im; in - Reich. 1 Preusr. Reich i P reich. : Reich | P reich. wenig, als 500 1 38,5 37,9 4,0 3,9 1,4 2.0 500- 1 000 j 30,5 27,7 14,9 14,6 : 4.1 5,9 1 000— 2 000 4 26,2 28,7 43,3 39,7 13,7 19,6 2 000- 5 000 j: 4.8 5,7 30,5 33,2; 39,7 31,3 5 000-10 000 — — 7,3 8,6; 34,4 33,3 10 000-20 000 — — —- —; 5,4 5,9 20 000 -30 000 j; — - — —! 1,4 2,0 Von weiteren 43 preußischen Gemeinden mit 500 bi s 1000 lttden haben 3 eine Kultusstener. von weniger als 2000 eine höhere als 20 000 Mark, wahrend 19 20u0 bis 10 000 ub 18 10 000 bis 20 000 Mark aus Kultussteuern vereinnahmen, wn 18 nichtpreußischen Gemeinden mit .500 bis 1000 Juden >at nur 1 einen Kultussteuerertrag von 2000 bis 5000, 1 von '>000 bis 50 000, 10 dagegen von 5000 bis 20 000 Mark, nßer Berlin gibt es in ganz Deutschland nur noch 4 Gemeinden, deren Kultusstener mehr als 100 000 Mark betrügt. Von den Gemeinden mit mehr als 1000 Juden nehmen 2 an Kultussteuer nur 5000 bis loOOO Mark ein, während sie in 02 Gemeinden 20 000 bis 50 000 und in 10 anderen 50 000 bis 100 000 Mark einbringt. Die Kultusstener bildet die wichtigste, jedoch nicht die einzige Einnahmequelle der Gemeinden. In der Regel haben die Gemeinden noch beträchtliche Einnahmen ans Gebühren für rituelle Handlungen, Kapitalverzinsung, Geschenken und dergleichen, so daß erst der Etat den eigentlichen Maßstab füzdie finanzielle Kraft der Gemeinde bildet. Es haben zusammen 1580 Gemeinden ihren Etat angegeben; davon hatten prozentual einen Etat von M ark unter 500 500- 1 000 1 000— 2 000 2 000- - 5 OOO 5 000- 10 000 10 000— 20 00 ) 20 000— 30 000 30 000— 50 000 50 000 - 75 000 75 000—100 000 über 100 000 im Reich in absolut. Zahlen in Prozent 286 18,1 238 15,1 472 29,9 356 22,5 107 6,8 58 3,6 26 1.6 15 0,9 11 0,7 5 0,3 9 0,5 in Pr, in den übrigen .ittnn Bunde; M'taateu in in Prozent in iu Prozent abfolut. Zahlen absolut. Zahlen 103 17,7 183! 18,6 104 IM 134 i 20,8 242 26,2 230 34,8 245 96,5 111 16,8 84 9,1 23 39 4,2 19 2,9 19 2,1 7 1,1 12 1,3 3 0,5 7 0,8 4 0,6 2 0,2 3 0,4 6 0,6 3 , 0,5 Demnach haben 86,0 Prozent aller deutschen und 81,7 Prozent aller preußischen Gemeinden einen Jahresetat von weniger als 6000 Mark. Daß unter diesen Gemeinden sich fast ausschließlich solche mit ganz geringer jüdischer Bevölkerung befinden, zeigt eine nachfolgende Zusammenstellung. Während außer Berlin nur vier deutsche Gemeinden einen Kultussteuerertrag von mehr als 100 000 Mark hatten, beträgt der Etat in neun Gemeinden (außer Berlin» über 100 000 Mark. Was die N o r m für die Erhebung der Kultussteuer betrifft, so wird teils das Einkonnuen, teils die staatliche Einkommensteuer als Grundlage für beit Kultussteuersatz genommen. Nach dem Einkominen wird die Kultussteuer in sechs Gemeinden mit mehr als 1000 und in zehn Gemeinden mit 600 bis 1000 Juden erhoben. Sie betrügt weniger als 1 Prozent des Einkommens in Frankfurt a. Main «0,:> Prozent), Berlin (0,66), Breslau (0,6 Prozent) und in Hamburg (zirka 1 Prozent», 1 Prozent in Leipzig, Königsberg und Dresden; mehr als 1 Prozent in Stettin (1,05), Danzig und Halle (je 2 Prozent). Von Gemeinden mit 600 bis 1000 Inden erheben sechs die Kultussteuer nach dem Einkommen: Braunschweig (0,6),