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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1907-03-22 · Heft 12 (22.3.1907) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
71 (1907)
Issue
Heft 12 (22.3.1907)
Date
1907-03-22
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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— Aus der Adolf S a l o m v n so h n - S t i f tu n g; zur Förderung wichtiger Arbeiten auf den Gebieten der Naturwisfenschasten (einschließlich Biologie und Medizin) sind kürzlich bewilligt worden 1000 Mark an Frau Dr. Rabin owitsch - Kempn.er hier und 500 Mark an Professor Dr. Rosenfeld in Breslau. ■— Der Aufsichtsrat des Vereinsorgans des „Deutschen Volksbundes", der unter der Leitung des.Professors Paul Förster steht, hat gegen den bisherigen Geschäftsführer und politischen Hauptagitator Hans von Mosch Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft „wegen Bnchfälschung und Unterschlagung" gestellt. — Graf P ückler -Klein- Tschirne wurde am 15. d. M. von der 3. Strafkammer des Landgerichts I wegen Aufreizung zu Gewalttätigkeiten gegen die Juden zu einem Monat Gefängnis verurteilt. — Der Regierungs- und Baurat Fränkel, welcher bisher an der Breslauer Märkischen Eisenbahn-Hauptwerkstatt beschäftigt war, ist an das neubegründete Eisenbahn-Zentralamt nach Berlin berufen worden. Regierungsrat Fränkel hat sich auch in der Breslauer Gemeinde bei gemeinnützigen Angelegenheiten betätigt. Er hat an den Arbeiten des „Vereins zur Förderung der Handwerke unter den Israeliten", einer unter dem Kuratorium der Kommerzienrat Fränkelschen Stiftungen stehenden Gesellschaft, als Mitglied des Vorstandes teilgenommen. — In Neustadt b. P. ist am 10. d. M. Herr Max Wolfsohn im Alter von 59 Jahren gestorben. Derselbe gehörte dem Vorstande der jüdischen Gemeinde und dem Magistrats-Kollegium seit 1884 ununterbrochen an. — Während einer dreimonatigen Beurlaubung des Lehrers Jung in Tann ci. d. Rhön wurde auf Antrag des Qrts- sowie des Kreisschulinspektors dem israelitischen Lehrer Hecht die Oberklasse der evangelischen Stadtschule überwiesen und die israelitischen Schüler sind den verschiedenen Klassen eingereiht worden. — In Kastrop ist im Alter von 85 Jahren der Kaufmann Philipp Aronheim gestorben, der seit 55 Jahren dem Vorstand der Synagogengemeinde angehört hat. — In Gelnh ausen haben die Stadtbehörden beschlossen, die bisherige „Judengasse" in „Brentanostraße" umzubenennen. — Der in Düsseldorf vor kurzem verstorbene Oberlandesgerichtsrat Dr. Paul Rothschild hat seine Vaterstadt Köln zur Universalerbin seines Vermögens eingesetzt, das auf 600 000 Mark sich beläuft. Davon sollen 100 000 Mark für ein Krankenhaus, der Rest für eine Stiftung für Lungenkranke verwendet werden. Im Falle der Ablehnung soll das Israelitische Asyl in Köln das Vermächtnis erhalten. — In Frankfurt a. M. ist der Stadtverordnete Heinrich Wisloch. der sich auf mannigfachen Gebieten jüdisch-gemeinnütziger Arbeit, verdienstvoll betätigt hat, eine Reihe von Jahren auch als Mitglied des Repräsentantenkollegiums der Synagogengemeinde, im Alter von 55 Jahren nach längerem Leiden verschieden. — Vom badischen Ministerium der Justiz und des Kultus wurden für das Jahr 1907 für die israelitische Oberratskasse 7500 Mark, für Aufbesserungen von sieben gering besoldeten badischen Rabbinern 15 440 Mark gewährt. -- Der Finanzinspektor Oulmont in Paris wurde zum Gewerbedirektor der Staatsmanufaktur ernannt. — „Courrier Europeen" Verbreiter die sonderbare Mitteilung, Witte verhandele mit den Pariser Großbanken, vtn für den Fall, daß eine neue Rufs enan l eihe gegenwärtig un- Krön en-Qu eile hervorragend wirksam bei Nieren- und Blasenleiden, Gries- und Steinbeschwerden, Gicht und Diabetes. Ferner bei katarrhalischen Affektionen des Kehlkopfes und der Lungen. — Neue Broschüre gratis. 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Handel und Verkehr stockt. Hunderb jüdischer Familien flüchteten. — Die bulgarische Regierung hat sich mit der rumänischen Regierung verständigt, daß die Juden beider Länder aus dem Gebiete des Nachbarlandes sich nicht länger als acht Tage ohne spezielle Erlaubnis der Verwaltungsbehörden aufhalten dürfen. — Einer der letzten Tagesbefehle des Warscha ue r Militärkommandos enthält eine Danksagung an die Soldaten wegen ihres „würdigen Verhaltens" bei den Judenhetzen von Siedlce Besonderer Dank wird dem Obersten Tichanowskij, dem Kapitän Wolthnskij — den Veranstaltern der Hetze — und anderen Ossi zieren ausgesprochen. Unterzeichnet ist der Tagesbefehl vom kommandierenden General, dem Generalgouverneur Skallon. — Von der Gesellschaft zur Verbreitung der Bildung unter den Juden in Ruß^ land wurde zum ersten Male die A. Landau- Prämie (400 Rubel) an I. Hessen für sein Werk „Die Juden in Rußland" zuerkannt; eine Zweite, die I. Ginsburg - Präm i e <700 Rubel), kommt später zur Verteilung. — Wie man dem „Hasman" berichtet, ist in; Charkow vor kurzem ein Privatgymnasium eröffnet worden, in dessen Unterrichtsplan die hebräische Sprache und Literatur eine bedeutende Stelle einnimmt. Die Aufsicht über die Anstalt ist dem Professor Ritschel und dem Kronrabbiner S. Epstein übertragen worden. — In Elisabetgrad begann am 14. d. M. auf Ver anlassung des „Verbandes der echt russischen Leute" eine Indem j hetze, die durch das energische Vorgehen des Polizeimeisters! von Brinken unterdrückt worden ist. In vielen Häusern und Lüden j wurden die Scheiben eingeschlagen. Das Haus des Juden Rubin j wurde vollständig zerstört. Verwundet wurden 30 Menschen, in! mehr als 300 Läden wurden die Fenster eingeschlagen. Getötet z wurden drei Juden. Tags darauf suchte der Abgeordnete der i Stadt Odessa, Pergament, Stolypin aus, der sofort erklärte: „Ich! lasse nirgends und unter keinen Umständen einen Pogrom zu;! melden Sie das nach Elisabetgrad." Tatsächlich kamen auch keine > neuen Ausschreitungen mehr vor. Für eine entsprechende Hilfeleistung i hat der ,-Hilfsverein der Deutschen Juden" die notwendigen Schritte unternommen. — In Tu nis ist eine Ecole de droit rabbinique feierlich j eröffnet worden, in der die künftigen Rabbiner, Anwälte, Sekretäre.! Kultusbeamten und Richter am rabbinischen Tribunal des Landes herangebildet werden sollen. Die Regierung, die Alliance und die j Gemeinde erhalten das Institut. ui Lebens-Versicherung VICTORIA zu BERLIN Lebens-Versicherungsbestand: überlMilliarde u, 286Million. M. Gesamt-Vermögen: 544 Millionen Mk. Prämien- und Zinsen-Einnahme in 1905: 113 709 398 Mk. Pro 1905 erhalten die Versicherten 22870 732 Mk. Ueberschuss als Dividende. Volks-Versicherung VICTORIA FEUER-VERSICHERUNGS-AKTIEN-GESELLSCHAFT. Ganz neue liberalste Bedingungen. Feuer-Versicherung

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