Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 71 (1907)
- Issue
- Heft 8 (22.2.1907)
- Date
- 1907-02-22
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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sich der iHaM>iuci*L>cvtuinb die Stabilisierung des tadellos wirkenden j Rabbiners nach einem dreijährigen Provisorium, luie dies ja bei bcu j Staats- und Kvmmunalbeamten der Fall ist und wie dies in indirekt j gesetzgeberischem Wege in Mähren eingeführt ist. Der Minister hörte , die Auseinandersetzungen der deputierten Rabbiner mit Geduld und! Wohlwollen an, orientierte sich durch zahlreiche Fragen über die Einzelheiten und entließ die Herren nach fast anderthalbstündiger Audienz in huldvoller Weise mit der Versicherung, daß geschehen werde, was ' möglich sei. — Hierauf wurde die zweite telegraphisch herbeschiedene j Deputation, die Herren Professoren Dr. Kisch-Prag (isr.), Zivotskyj Wien (für evangelische Religionslehre) und Hirsch-Karolinenthal (isr.); empfangen, die die Bitte vortrugen und begründeten, daß die protestantischen und israelitischen Religionslehrer au Gymnasien und! Realschulen den katholischen Kollegen auch in Einzelheiten des Gehalts j und der Anrechnung provisorischer Dienstjahre gleichgestellt würden,! dg durch das sogenannte Katechetengesetz und das neue Professorengehaltsgesetz die katholischen Religionsprofessoren in einer vom Gesetzj geber gewiß nicht beabsichtigten Weise durch eine zu eng gesteckte Begriffsabmessung in Vorteil gesetzt seien. Auch diese Deputation wurde gnädig angehört und Aussicht auf Gewährung der Bitte gemacht. — Der General-Schiffsbau-Jngenieur S. Popper hat seine Demission gegeben. — Hier ist der' ehemalige Reichsratsabgeordnete der Krakauer Handelskammer Dr. Arnold Rapoport Edler von Porada im 67. Lebensjahre gestorben. Er war Advokat von Beruf. Seitens der Krakauer Handelskammer wurde er 1876 in den galizischen Landtag und 1879 in den Neichsrat gewählt, wo er sich von. Anfang an dein Polenklub anschloß. Er gehörte beiden Korporationen bis an sein Lebensende an. 1889 übersiedelte Rapoport nach Wien und wurde Rechtskonsulent der neugegründeten Oesterreichischen Länderbank. Diese Stellung füllte er bis 1895 aus. In den letzten Jahren seines Lebens betätigte er sich vornehmlich auf wirtschaftlich-politischem Gebiete. TerHeimgegangene wareinguterJude. EhreseinemAndenken! Vun MH und jfrrn. Nach einen: Berichte des Polizeipräsidenteil hat der Kaiser unter anderen die nachfolgenden Stiftungen genehmigt: Die vom Sanitätsrat Dr. Neumann mit einem Kapital von 45000 Mark unter dem Namen „Salomon Neumann-Stistung" für die Wissenschaft des Judentums zu Berlin begründete Stiftung, die Zuwendung der Frau Konsul Flora Frankel im Betrage von 25 000 Mark an die Baruch Auerbachsche Erziehungsanstalt, die Zuwendung des Rittergutsbesitzers und Verlagsbuchhändlers Rudolf Mosse im Betrage von 19 000 Mark für das Hospital der jüdischen Gemeinde, sowie die Zuwendungen im Betrage von zusammen 205000 Mark zur Errichtllng von Sonderabteilungen in dem neu zu erbauenden Krankenhause der jüdischen Gemeinde zu Berlin. — Professor Friedrich Gernsheim hat den Stern zum Kronenorden III. Klasse erhalten. — Ludwig Fulda ist ans Antrag des Kultusministers Briand mit dem Orden der Ehrenlegion ausgezeichnet worden. Diese Auszeichnung ist erfolgt, weil Fulda durch seine Ilebersetzungskunst viel zur Verbreitung und zum Verständnis der Molicreschen Dichtungen in Deutschland beigetragen. — Am Sonntag, den 17. d. M. ist nach längerer Krankheit im Alter von 79 Jahren Herr Julius Bleichröder verschieden. Die Berliner! jüdische Gemeinde verliert in dem Verblichenen eines ihrer angesehensten Mitglieder. — Die Unterärzte Dr.Moritz Salomonski, Dr. I. Lehrs, Dr. Elias Auerbach, sämtlich zu Berlin, sind zu Assistenzärzten befördert worden und haben hierdurch den Sanitätsoffiziersrang erhalten. — Der Geologe Dr. Paul O p p e n heim hat den Professortitel erhalten. — Der Verein für Arbeitsnachweis, begründet von den Berliner Logen U. O. B. B., Monbijouplatz 10, hat durch seine Vermittlung im Januar 232 Personen in Stellung gebracht und außerdem noch 138 Personen vorübergehende Beschäftigung nachgewiesen. — Die Zahl der taubstummen Juden Deutschlands betrug nach den „Medizinalstatistischen Mitteilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamt" im Jahre 1902: 757 1,36 auf 1000 Juden, während ans 1000 Katholiken nur 0,92 und auf 1000 Evangelische sogar nur 0,83 Taubstumme kommen. — In Karlsruhe i. B. ist am 8. d. M. einer der besten und angesehensten Männer der Gemeinde, der Rechtsanwalt Max Fried b erg, im 59. Lebensjahre gestorben. — In Genf wurde der aus Rußland eingewanderte Professor der Mathematik Dr. I. Lyon von der Straßenbahn überfahren und tödlich verletzt. Schon nach wenigen Tagen erlag er seinen Wunden. — In Luxemburg wurde Landesrabbiner Dr. Fuchs und Gemahlin in längerer Audienz von der Großherzogin empfangen. — Im Haag wurde am 16. d. M. auf beit Justizminister van Raalte vor seiner Wohnung ein Schuß abgefeuert. Der Minister wurde nicht getroffen. — Herr Kuno K ocherth aler in Madrid hat vom König von Spanien das Ritterkreuz I. Klasse des Militärverdienstordens erhalten. — Der russische Kriegsminister beabsichtigt, einen Feldrabbiner für die jüdischen Soldaten anzustellen. Besser wäre, den jüdischen Soldaten die Wahrung ihrer Rechte zu gewährleisten. So ist einem Juden, der den russisch- , japanischen Krieg mitgemacht hatte, trotz aller Beniühungen das Wohnrecht in Moskau nicht bewilligt worden. — Der Bischof Wladimir von Bessarabien wandte sich telegraphisch an den Ministerpräsidenten Stolhpin mit dem Ersuchen, der dortigen christlichen Bevölkerung zu gestatten, die Wahlen besonders — ohne die Juden — vorzunehmen. — Die Verwalter des Hotels „Metropol" in Kiew sind mit 3000 Rubel, oder falls dieselben nicht imstande sind, diese Zahlung zu leisten, mit drei Monaten Arrest bestraft worden, weil in diesem Hotel Juden wohnten, die das Recht dazu nicht hatten. — Der „Odesski Listok" teilt mit, daß eine Deputation der Odessasr jüdischen Gemeinde beim Stadthauptmann wegen der in den letzten Tagen dort stattgefundenen Prügeleien erschien. Der Stadthauptmanll ersuchte die Deputation, die jüdische Bevölkerung zu beruhigen, da die Behörde energische Maßregeln ergriffen und die Schuldigen streng bestraft werde. — In Kamenez (Podolier Gouvernement) fand im dortigen Magistrate eine Regierungsrevision der Fleischpachtangelegenheiten statt. Die Untersuchung erwies, daß in der Kaffe 60000 Rubel fehlten. Seit drei Jahren unterblieb jede Geschäftsführung. — Im Marineministerium wurde die Frage wegen 2tufnahme der Juden in den Flottendienst erörtert. Das Marineministerium hat dieselbe als nicht wünschenswert erklärt. — JsaacW. Bernstein in Louisville hat sich erboten, dem Hebrew Union College in Philadelphia ein Bibliotheksgebäude aus eigenen Mitteln zu errichten' Die Kosten betragen 50 000 Dollars. Amerika, du hast es besser! Auffallende Erfolge bei Erwachsenen u. Kindern Dr. Fehrlin’s HISTOSAN ist in den berühmten Heilstätten von Davos, Arosa, Levsin, Meran und in mehreren grossen Universitätskliniken mit so auffallendem Erfolg gegen Lungen- und Halsleiden erprobt worden, dass es von zahlreichen Professoren und Aerzten jetzt last ausschliesslich hei solchen Krankheiten verordnet wird. Auch bei der mit Lungenleiden oft verbundenen Anämie (Blutarmut) wirkt IIistosan vorzüglich, denn nach einem von der Wiener allgem. Poliklinik veröffentlichten Bericht trat bei allen Patienten sehr bald Besserung des Allgemeinbefindens, Zunahme des Körpergewichts, Schwinden derdnreh die Anämie bedingten Erscheinungen, wie Kopfschmerz, Herzklopfen usw. ein. Deshalb nehmen blutarme Personen jetzt nicht mehr die oft schädlichen Eisenpräparate, sondern werden mit Dr. Fehrlin’s Histosan rasch und dauernd wieder hergestellt. Histosan-Schokolade-Tabletten, p.SchachtelMk. 3.20. Histosan-Syrup p.Flasche Mk. 3.20. Nur echt in Originalpackung. 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