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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1907-02-08 · Heft 6 (8.2.1907) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
71 (1907)
Issue
Heft 6 (8.2.1907)
Date
1907-02-08
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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—— 4-- ' blindlings gefolgt waren. Der Antisemitismus wurde als leeres! sich an den Nationalrat zu wenden. — Der österreichische General Schlagwort bezeichnet, das den Gewerbetreibenden nicht im geringsten j Adolf Ritter von Schweizer ist zum Ehrenmitglied der Chewra geholfen habe. Den christlich-sozialen Abgeordneten wurde vor- ' Kadischa in Budapest ernannt worden, geworfen, daß sie für den Gewerbestand gar nichts geleistet haben. Schließlich wurden entgegen dem Vorschläge der christlich - sozialen Parteileitung zwei Gewerbetreibende als Reichsratskandidaten vorläufig für zwei Wiener Bezirke.'aufgestellt. Auch in vielen anderen. Bezirken Wiens begegnen die offiziellen christlich-sozialen Kandidaten deut heftigen Widerstande der Gewerbetreibenden. In politischen Kreisen findet diese Bewegung große Beachtung als deutliches Zeichen des Niederganges der bisher in Wien fast unumschränkten Herrschaft der christlich-sozialen Partei. — Jur literarischen Alt- Wien gab es zwei Mittelpunkte des geistigen Lebens, die Häuser Todescv und Wertheimstein in Wien, die stets bereit waren, Künstler und Schriftsteller zu unterstützen. Vor wenigen Tagen traf die Trauerbotschaft ein, daß Franziska v. Wertheimstein dahingeschieden und mit ihr auch ihre Familie erloschen ist. Rabbiner Dr. Feuchtrvang hielt bei der häuslichen Tranerfeier einen ergreifenden Nachruf. ^L>ie wurde im Erbbegräbnis in Döbling beigesetzt. — Noch ein literarisches Begräbnis fand in der vorigen Woche auf dein Zentralfriedhof statt. Dr. Artur Pserhofer. der in Berlin. 35 Jahre alt, gestorben, ist hier, wo seine altangesehene Familie lebt, beerdigt worden. Oberrabbiner Dr. Gübemann hielt die Grabrede, die alle Zuhörer tief ergriffen hat. — In Teplih ist der ehemalige Wiener Bürgerschnldirektor David Simon im 68. Lebensjahre gestorben. Simon, der zu den bedeutendsten Schulmännern in Wien gezählt wurde, war in der pädagogischen Welt hochgeschäht, in der Wiener Gesellschaft als Leiter seines musterhaften und erfolgreichen Privatinstitutes weit bekannt. Er war im Kultusvorstande der israelitischeil Gemeinde, wirkte dort verdienstlich ans dem Gebiete des Schulwesens und schuf die Normen für die Errichtung des Religionslehrerseminars. Er zog sich erst vor rvenigen Jahren von seiner langjährigen Tätigkeit zurück und lebte seitdem in Böhmen. Einer seiner Söhne ist Professor Otto Simon, einer seiner Schwiegersöhne Rabbiner Dr. Max Schornstein. — In einer interessanten Zuschrift an ein polnisches Blatt erklärt der Minister Graf Dziednszycki, daß die Nachricht, er habe der zionistischen Partei in Galizien fünf Neichsratsmandate für den Fall des Eintritts ihrer Abgeordneten in den Polenklub angeboten, unbegründet sei. Wohl habe er aber in privaten Unterredungen mit Zionisten betont, es müsse als Bedingung was immer für einer Verständigung der zionistischen Partei mit der polnischen Wahlorganisation als Verpflichtung der Zionisten angesehen werden, daß die aus ihren Reihen etwa zu wählenden Abgeordneten dem Polenklub beitreten und daselbst allen Bestimmungen der Klubstatuten sich unterordnend Die Mandate haben die Wähler und nicht die Negierung zu verteilen. Wer sich nur die Unterstützung irgendwelcher Reichsratskaudidaturen durch die Polen bewirbt, habe Mn Sah und jfrrn. Der Handelskammer zu Berlin hat Herr R n d ol f Mo sse den Betrag von 50 000 Mark zum Zwecke einer Stiftung zur Unterstützung von in Not geratenen Kaufleuten, deren Witwen und Waisen mit dem Wunsche zur Verfügung gestellt, daß diese als „Salomon Mosse-Stiftung" seitens der Handelskammer verwaltet werde. — Der verstorbene Rentier Sigismund Samuel, der frühere langjährige Mitinhaber der Vankfirma Jacquier & Securius, hat der Stadt Berlin, der jüdischen Gemeinde und der Korporation der Kaufmannschaft bedeutende Legate ausgesetzt. — Der Vollständigkeit halber seien noch zwei jüdische Reichstagskandidaten genannt, die ebenfalls durchgefatten sind: Rechtsanwalt Falk in Köln und Justizrat Hammerschmidt in Cottbus. Dagegen ist der vielfach erwähnte Rechtsanwalt Siegfr. Heckscher in Hamburg kein Jude. — Im Jahre 1906 sind 1555 Ehejubiläumsmedaillen in Preußen verliehen worden, davon 40 aus jüdische Paare. — Der Vorsteher der chemischen Abteilung des Virchow-Krankenhauses, Dr. Albert Neu mann, ist am 28. v. M. hier gestorben. Er hat nur ein Alter von 40 Jahren erreicht; am Virchow-Krankenhause war er seit dessen Eröffnung tätig, nachdem er vorher lange Zeit an der chemischen Abteilung des physiologischen Instituts der Universität Berlin gewirkt hatte. — In Militsch ist der Stadtälteste Georg Elsner gestorben, der seit 1883 die Gemeindeverwaltung als Vorsteher. zuletzt als Vorstandsvorsihender geleitet hat. Er war auch Vorstand und Mitbegründer des Kriegervereins, Brandmeister und späterer Ehrenbrandmeister der freiwilligen Feuerwehr. Vorstand des Bienenzüchtervereins, des Bürgervereins, der Schützengilde und der Armenkommijfion. 1870—71 hat er mit Auszeichnung in der Armee gedient. — Unter den Preisaufgaben, welche die katholisch-theologische Fakultät Breslau im vorigen Jahre gestellt hatte, befand sich folgende interessante schon zum zweitenmal: „Das Messiasbild der nachbiblischen jüdischen Literatur soll dargestellt und sein Zusammenhang mit den kanonischen Büchern des Alten Testaments untersucht werden." Die Aufgabe hatte dieses Jahr einen Bearbeiter gefunden. — Dr. Goldstein, Rabbiner in Mntzig, früher Rabbiner in Bern (Schweiz) und Privatdozent für orientalische Sprachen an der dortigen Hochschule, feierte am 27. v. M. seinen 70. Geburtstag im Farnilien- und Freundeskreis. — Postbanrat Bing in Köln hat den Roten Adlerorden IV. Klasse erhalten. — Rabbiner Ch. M. Grodsensky, der seit zwanzig Jahren in Wilna segensreich amtiert, wurde zum Oberrabbiner gewählt, und damit ist dieses seit einer langen Reihe von Jahren vakante Amt endlich wieder besetzt worden. Die nächsten Abfahrten von Post- und Passagier-Dampsern der Harnbnrg-Arnerika-Linie finden statt: Nach New Nork: 2./2. Postdampfer „Graf Waldersee", 5./2. „Prinz Sigismund", 9./2. „Batavia", 16./2. „Kaiserin Auguste Viktoria", 23J2. „Pretoria", 2./3. „Patricia", 7./'3. „Amerika", 9./3. „Pennsylvania". Nach Boston: 24.11. „Badenia", 31./1. „Silvia", 13./2. „Pisa". Nach Baltimore: 24./1. „Badenia", 31./1. „Silvia". 13./2. „Pisa". Nach Philadelphia; , 29., 1. „Alesia", 6./2. „Armenia". Nach Westindien: 24./1. „Bierawa",! 25./1. „Schwarzburg". 30./1. „Georgia", 6./2. „Hispania". Nach Mexiko: 25/1. „Vitschin", 28./1. „Albingia", 1./2. „Sardinia", 12./2. „Fürst Bismarck", 16./2. „St. Croix", 27./2. „Bavaria". Nach > Ostasten: 30./1. „Brisgavia",30./1. „Belgravia", 10./2. „Senegambia".! 20./2. „Rhenania", 20./2. „Teutonia". Arabisch-Persischer Dienst: > 25.. 2. ein Dampfer, 26./3. Postdampfer „Canadia". Auffallende Erfolge bei Erwachsenen u. Kindern Dr. Fehrlin’s HISTOSAN ist in den berühmten Heilstätten von Davos, Arosa, Leysin, Meran und in mehreren grossen Universitätskliniken mit so auffallendem Erfolg gegen Lungen- und Halsleiden erprobt worden, dass es von zahlreichen Professoren und Aerztcn jetzt fast ausschliesslich hei solchen Krankheiten verordnet wird. Auch bei der mit Lungenleiden oft verbundenen Anämie (Blutarmut) wirkt Histosan vorzüglich, denn nach einem von der Wiener allgem. Poliklinik veröffentlichten Bericht trat bei allen Patienten sehr bald Besserung des Allgemeinbefindens, Zunahme des Körpergewichts, Schwinden der durch die Anämie bedingten Erscheinungen, wie Kopfschmerz, Herzklopfen usw. ein. 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