Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 2 (1838)
- Issue
- Heft 49 (24.4.1838)
- Date
- 1838-04-24
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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H. Jahrgang. älffgtfKtitlt ^0. 48 Zeitung des Zu-enthums. bin uupartheiisches Organ für alles jüdische Interesse (prit Kottiqi. Sächf:scl>er allergnädigster Conecmou.) Leipzig, den 24. April 1838. Eröffnet? Concurrenz für eine NabbinatS«Assessor- Stelle in Breslau. Das Unterzeichnete Collegium beabsichtiget, die durch O-uiescirung eines Mitgliedes des hiesigen Rabbinats- Collegii erledigte Stelle eines Rabbipats-Affessors fs^) baldmöglichst wieder zu besetzen. Es wird für dieses hochwichtige Amt, innerhalb einer deutschen Gemeinde von mehr als 5000 Seelen, ein Gottesgelehrter von umfassender biblischer und talmudischcr Gelehrsamkeit, von gründlicher wissenschaftlicher Bildung und von strenger Religiosität gewünscht, der außer den amtlichen Funktionen eines Dajan zugleich die, Abhaltung allsabbatlicher belehrender und erbaulicher Synagogal- Reden in rein deutscher Sprache zu übernehmen im Stande ist. Der dem Rabbinats - Assessor zu fixirende Gehalt, und die mit seinem Amte verbundenen Emolumente, sichern dem zu Erwählenden ein gutes Auskommen, und das allgemein und lebhaft sich aussprechende Verlangen der hiesigen Gemeindemitglieder nach religiöser Erhebung und Erbauung, eröffnet dem gewissenhaften Seelenhirten einen überaus erfreulichen Wirkungskreis. Diejenigen Herren Theologen, welche um das gedachte Amt sich zu bewerben geneigt sind, wollen ihre Gesuche mit Beifügung der nölhigen Studien- und Rabbinats-Befähigungs-Zeugnisse innerhalb der nächsten drei Monate dem Unterzeichneten Collegium zukomwen lassen. Breslau, Ende März 1838. Das G ber-Versteh er-Collegium , der israelitischen Gemeinde. Zeitungsnachrichten. Wien, 4. April. Der Oesterr. Beobachter bemerkt Folgendes: „In der Reihe derer, welche sich um die Verunglückten in Pesth hoch verdient machten, nimmt die pesther israelitische Gemeinde einen ehrenvollen Platz ein. Die. ganze Stadt war vom Wasser umgeben; fast alle Mehl- und Brot-Vorräthe theils vergriffen, theils vom'Wasser vernichtet. Dennoch gelang es dieser Gemeinde, Mittel ttndWege zu finden, sich augenblicklich Mehl und Brod zu verschaffen, ersteres backen und letzteres vertheilen zu lassen, und es verdient rühmlicher Erwähnung, daß durch diese Gemeinde vom 16. bis 22. März 3500 Laib Brot an Verunglückte und Nothleidende aller Klassen Einwohner, ohne Unterschieo des Glaubens, vertheilt wurden. — Auch Geldunterstützungen und Fleischvertheilungen an Hilfsbedürftige gingen von dieser Gemeinde aus, und sie fahrt in diesem Werke wahrer Nächstenliebe noch jetzt unermüdet fort." - Kopenhagen, 1. April (Privatmitth.). Am 15. Marz hielt die „Pramienaesellschaft zur Anbringung der mosaischen Jugend bei Künstlern und Handwerkern" ihre 45ste Jahresfeier. Dieser Verein wurde im Jahre 1793 am Geburtstage des höchstseligen Königs, von Bürgern aus der christlichen Kirche sowot als aus der israelitischen gemeinschaftlich gegründet, und wird seit dieser Zeit von zwei christlichen und zwei jüdischen Administratoren verwaltet. Die jetzige Administration, besteht aus dem Herrn Justizcath und Magistratsmitgliede Riis-Lowson, Pastor E.- H. Visby, Kapit. und Großhändler M. Henriqües, und Herrn I. Unna. Die Reden bei der Jahresfeier werden abwechselnd von christlichen Geistlichen gehalten. Im Jahre 1830 hielt Herr 0r. Wolfs die Rede. Die Lehrlinge,-die bei Professionisten angebracht werden, sind nur jüd. Confession, hingegen die Unterstützung der Gesellen, die als Meister sich etabliren wollen, wird ebenfalls christlichen zu Theit. Das Vermögen der Gesellschaft belief sich. 1836 auf 3217 Thlr. Papiergeld und 39,340 Thlr. Silber. Sie hatte chis dahin 364 Knaben in die Lehre gegeben, wovon ungefähr 250 bereits losgesprochen wurden und die Prämie erhielten. Diesmal hielt abermals Hr. Dr. Wolfs die Rede, und sie wird baldigst im Druck, auf Kosten der Gesellschaft, erscheinen. . —. In No. 30. findet sich ein kleiner Fehler, indem Herr Eibeschütz nicht 1500 Thlr. sondern 2500 Thlr. am Geburtstage des Königs für die Synagoge spendete. Uebrigens steht dieses Beispiel der Liebe und Verehrung un-