Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 67 (1903)
- Issue
- Heft 13 (27.3.1903)
- Date
- 1903-03-27
- Page
- Seite 6 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3224737-3228527-3228541--59630-3296159- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
6 Dr. med. Alexander Samuelowitsch Rosenblum verloren. Er war der wirkliche Nestor unter den hiesigen Aerzten. Rosenblum starb im 76. Lebensjahre, und fast bis zur letzten Zeit übte er seine Praxis aus, die er vor mehr als einem halben Jahrhundert begonnen, nämlich 1849, als die medizinische Wissenschaft nicht in einem solchen Maße in Spezialitäten wie jetzt sich verteilte. Mit ganz besonderer Liebe gab er sich der Heilung von Gemütskrankheiten und der Hydropathie hin. Er war hier einer der ersten Hydropathen, und war Arzt der hydropathischen Anstalt von Jsakowitsch im Laufe von 38 Jahren. Rosenblum wurde 1826 geboren. Sein Vater war einer der ersten Aerzte des hiesigen Krankenhauses. Sein Großvater wie auch sein Urgroßvater waren Aerzte. In vier Geschlechtern sehen wir also diese Familie im medizinischen Fache zum Heile der leidenden Menschheit wirken. 1849 siedelte er sich in Mohilew an, wo er vier Jahre seine Praxis ausübte. Seit 1853 war er zwei Jahre Stadtarzt in Odessa, seit 1855 Ordinarius im hiesigen städtischen Hospital und Dirigent der psychiatrischen Abteilung im Laufe von 23 Jahren. Auf diesem Gebiete schrieb der Verblichene einige wertvolle Arbeiten. Der Heimgegangene zeichnete sich durch seltene geistige Gaben aus und erwarb sich die Liebe und die Achtung aller derjenigen, die mit ihm in Berührung kamen. Ungeachtet seines emsigen, arbeitsvollen langen Lebens, ließ der Entschlafene kein Vermögen, aber dafür den Namen eines guten und tadellosen Arztes zurück. Ehre seinem Andenken! — Die unter den Mitgliedern der „Gesellschaft der jüdischen Lehrer von Neurußland und Beßarabien" (Sitz in Odessa) veranstaltete Sammlung um eine Bibliothek zu gründen, erzielte sehr günstige Resultate. Das Komitee dieser Gesellschaft hofft, diese Bibliothek schon anfangs dieses Jahres zu eröffnen. — Wie die „Kiewer Zeitung" mitteilt, gestattete das Ministerium der Volksaufklärung, in Kiew eine jüdische zweiklassige Schule zu eröffnen, die den Namen des verewigten Salomo n Brodsky tragen wird. Non Nah und Fern. Professor Delitzsch wird seinen nächsten Vortrag über „Babel und Bibel" nicht, wie einige Zeitungen gemeldet haben, im Monat April, sondern erst im nächsten Winter halten. — Die freisinnige Volks- Partei hat für den Wahlkreis Sensburg-Ortelsburg den Rechtsanwalt K. Gutfeld in Berlin aufgestellt. — Der Bildhauer Professor Sußmann-Hellborn, früher Direktor der königlichen Porzellanmanufaktur, feierte am 20. d. M. seinen 75. Geburtstag. — In Frankfurt am Main ist Herr Salomon Merzbach sen., Teilhaber der Bankfirma A. Merzbach in Frankfurt und Gebrüder Merzbach in Berlin, ein allgemein geachteter Bankier, im 58. Lebensjahre gestorben. — In Mainz beging die israelitische Gemeinde am 15. d. M. das 50 jährige Bestehen ihrer Synagoge. Aus Anlaß dieser Feier hat Rabbiner vswpl VSsvderei.Monopol" LLLLIIss Iss., LoiLrürKsrsirr. 16. Altrrnommirtr Anstatt zur Uebernahme jeder Art Haus- und Leibwäsche von Privaten. — 6 und 7 jährige Referenzen zu Diensten. -Fernsprecher Amt m, Nr. 1865. - Dr. Salfeld eine sehr interessanteSchrift „Bilder aus der Vergangenheit der jüdischen Gemeinde Mainz" herausgegeben, auf die wir noch zurückkommen. — In Elberfeld starb der Direktor derBergisch-märkischen Bank, Adolph Wollstein, ein geborener Breslauer, im 55. Lebensjahre. — Der Kongreß der Mühlen Interessenten, der vor drei Wochen in Kiew getagt, hat die Regierung ersucht, den jüdischen Mühlenbesitzern den freien Aufenthalt in ganz Rußland zu gestatten. — Die Winzer im Kaukasus haben bei der Regierung petitioniert, im Interesse des Weinhandels den jüdischen Weinhändlern zu gestatten, wenigstens während der Traubenernte sich im Lande aufznhalten. — Der Landwirtschaftsrat in Minsk hat sich in seiner Sitzung vom 6. März mit der Lage der auf dem flachen Lande wohnenden Juden beschäftigt und beschlossen, die Regierung in einer Eingabe zu bitten, im Interesse der russischen Landwirtschaft den auf dem flachen Lande wohnenden Juden das Pachten von Grund und Boden zu gestatten. Endlich hat die in Simferopol tagende Kommission für die Bedürfnisse der Landwirtschaft des Gouvernements Taurien mit Zustimmung des Gouverneurs Trepow es „im Interesse einer Belebung des Getreidehandels" für dringend geboten erklärt, daß den Juden gestattet werde, im ganzen Gouvernement Taurien auf dem flachen Lande wohnen zu dürfen. — Petersburger Blätter registrieren das Gerücht, laut welchem mit dem Beginn des nächsten Schuljahres jüdische Kinder in den Mittelschulen überhaupt nicht mehr ausgenommen werden sollen. Dagegen will die Regierung neue, nur für jüdische Schüler und Schülerinnen bestimmte Mittelschulen errichten. Schon im vorigen Jahre haben sich jüdische Gemeinden und Private bereit erklärt, spezielle jüdische Gymnasien sogar auf eigene Kosten zu errichten. Noch vor wenigen Monaten hat der Fabrikant I. Herz in Lodz bei der Regierung sich um die Konzession zu einer jüdischen Realschule beworben, die er auf eigene Kosten zu erhalten, sich verpflichten wollte. — In dem im Gouvernement Minsk belegenen Dorfe Stari-Dorogi sollen 50 jüdische Familien ausgewiesen werden, weil sie vor 12 Jahren sich da widerrechtlich niedergelassen haben. Infolge einer durch das Dorf geführten Eisenbahn hat dasselbe einen großen Aufschwung genommen und sich durch Errichtung von Sägemühleu und Glasfabriken zu einem bedeutenden Jndustrieorte entwickelt. — In Dubossar am Dnjestr tauchte die Blutlüg» auf und brachte die jüdische Gemeinde in Gefahr, weil ein 18 jähriger Bauernbursche, der Tags zuvor bei einem jüdischen Kaufmann Tabak geholt hatte, am nächsten Morgen mit achtzehn Wunden am Körper tot aufgefunden wurde. Der wirkliche Mörder ist leider noch nicht ge funden. — Der bekannte republikanische Abgeordnete und Philosoph Giovanni Bovio. der Dichter des Epos „Purim", ist am 13. d. M in Neapel verschieden. — Der Regierungsbaumeister Dr. B orchar d in Kairo, wissenschaftlicher Sachverständiger beim dortigen General konsulat, hat den Roten Adlerorden vierter Klasse erhalten. MHrierte KIHker in hocheleganten Einbänden. Shakespeares Werke, 2 Bde.. 4 Mk. Schillers Werke, 2 Bde.4 Mk. Goethes Werke, 2 Bde.4 Mk. HeineS Werke, 1 Bd.3 Mk. Lessinas Werkes. 1 Bd.3 Mk. Hauffs Werke, 2 Bde.4 Mk. alle 6 Klassiker zusammen für 26 Mk. sämtl. mit zahlreich, schön. Illustrationen, in hocheleganten Einbänden. HV. Latte« Buchhandlnria Berlin, Münzstraße 23a. la. HauMaklielMi^ mit 6L.»8vL>v8svi» empüeblt L AkttrlL 1.26 ab vier - Aaolmabmo äie ^Vm-8tkabrik komm. Wer regelmäßig besonders hochfei, c Natm-Tafelbutter mit oder ohne Salzgeschmack wünsch!, kaufe zu M. 10,80 Postkotli mit 9 Pfui s Inhalt franko gegen Nachnahme v^> Molkerei Pfaffenhofen bei Güglingen Neckarkreis. Als vortrefflieliZte für den bibliselien, bsbräiseksn unci ksIigionLUnlerriekt empfehle ich die in meinem Berlage erschienenen, in sehr vielen Schulen eingeführten und durch Ministerial-Erlasse empfohlenen worüber ausführliches Verzeichnis gratis und franko gern zu Diensten steht. Coulanteste Bezugsbedingungen. AnsichtseremPlare versende auf gefl. Verlangen. Ausführl. Lager-Katalog gratis und franko. Auch sämtliche jüä. Lekulkueber fremden Verlags liefere zu billigsten Preisen. Frankfurt a. M. F. Ls.uLms.rur, Verlag. 1 G v « r I 8 ^6662153613861 ^6995383^2