Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 67 (1903)
- Issue
- Heft 12 (20.3.1903)
- Date
- 1903-03-20
- Page
- Seite 3 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3224737-3228527-3228540--59606-3296134- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
3 möglicher- Seendigung c für seine Mitgeteilt Wilhelm r Dr. Seligrs passieren heim starb s übernahm Empfehlung - n, nur das l sagen, sie en Stifr tung eine! n Juden lnstalt, die Damen de! sie sich und r Kammei es Kapitels „über die er und du »nommenen h erwiderte, momentan en Kreisen den Gesetzes wünschen Zeteiligung Senger. agen. Dev Jahre als lung durch bei seiner; Wirksam^; besonders gensatz zn lg das Benschule zn auch Herr rgte, indem Schülern, enen sehen and. ganze fugend bell, hat der ederlegung enger, denselbst ver habe. Von Grabe des inem Liedl eins zui elitis che Kechnungs chen Unter Armen ge mehrt sin chmen; be e vorüber rangelnden für Unter Ortsarm c »Lese Zweck sichtlich der a siebziger ährend im l. Infolge Freuden e einzelnen Gaben reichlicher bemessen zu können, dagegen bleiben die betreffenden Gemeinden von den Durchreisenden beinahe ganz verschont. Der Ausschuß des Vereins setzt sich folgendermaßen zusammen: Kircheurat Dr. Kroner, Bezirksrabbiner Dr. Stößel, Sigmund S. Nördlinger, Vorstand; David Schwabacher, Kassierer; Sekretär E. Rothschild, Schriftführer, Samuel Adler, M. Lepman, Moritz Neuburger, Stephan Straub, Gustav Gottschalk, Arthur Eisinger. Oester reich - Ungarn. Wien, 14. März. Den ganzen Jammer unserer Lage konnte die Diskussion über die Wehrvorlage enthüllen, in der der Abgeordnete Daszhnski die seltsamen Vorgänge im Bereiche des 10.Armeekorps in Przemysl zur Sprache brachte, wo jüdische Soldaten schlecht behandelt worden sein sollen, andere bloß deshalb, weil es Juden sind, wo jüdische Rekruten, um dem Antisemitismus zu fröhnen, zum Militär assentiert wurden, obgleich sie physisch zu schwach waren, wo man jüdische Rekruten chikanierte und mißhandelte. Der Laudesverteidigungsminister hat alle die von dem Abgeordneten Daszhnski erhobenen Anschuldigungen eingehend besprochen und zu widerlegen gesucht. Dagegen hat er es nicht für nötig befunden, sich dagegen zu verwahren, daß man den Korpskommandanten öffentlich beschuldigt, dem Antisemitismus im Dienst Einfluß einzuräumen. Es ist dies aber sehr wichtig, da der Kommandant des 10. Korps Galgoczy ist, der der allgemeinen Meinung nach bestimmt ist, im nächsten Krieg, in welchen Oesterreich durch den Gang der politischen Ereignisse verwickelt werden könnte, ander Spitze des österreichischen Heeres zu stehen. — 15 antisemitische tschechische Abgeordnete haben au den Minister des Innern eine Petition betreffend die durch die Prager Polizei erfolgte Konfiskation der tschechischen Zeitschrift „Nase Zajmy" wegen eines die Juden beschimpfenden Artikels gerichtet. — In Br ün n fand am 2. d.M. die Weihe und Eröffnung des Max und Johanna Rosenthallschen Stiftungs- Hauses statt. Dieses wurde auf Grund des Testaments der im Jahre 1898 verstorbenen Frau Johanna Nosenthal, der Witwe des im Jahre 1893 von maskierten Räubern in Brünn in seinem eigenen Kontor ermordeten Schuhwarenfabrikanten Max Rosenthal, ins Leben gerufen, welche letztwillig einen Betrag von 300 000 Kronen zur Errichtung eines jüdischen Armenhauses nach dem Muster der Lämel'schen Stiftung in Prag bestimmte. Der Obmann des Kuratoriums der neuen Humanitätsanstalt, Dr. Hieronymus Fialla, Präsident der israelitischen Kultusgemeinde, eröffnete die Feier mit einer schwungvollen Ansprache, worin er das Andenken der edlen Wohltäterin prwZ und in seinen weiteren Ausführungen dem Gedanken der allumfassenden Menschenliebe begeisternde Warte widmete. Dann erfolgte durch den Neligionsprofessor Dr. Grünfcld die Weihe ,'des Hauses, welches vorläufig zehn Stiftlinge beherbergt. — In der jüngsten Zeit haben sich neuerdings mehrere antisemitische Schwindler durch großaugelegte Betrügereien bemerkbar gemacht; da ist vor allem ein Kassierer namens Kraul, der nach Unterschlagung von 12 000 Kronen nach Amerika flüchtete — ein Kassierer der Olmützer Unionbank, der. nachdem er verdächtig ist. 42 000 Kronen Mairente entwendet zu haben, dem Gerichte eingeliesert wurde, und endlich der wegen Betrugs an der Nennkirchener Sparkasse angeklagte antisemitische Hausbesitzer Esterer, welcher zum sofortigen Strafantritt nach Stein abgeliesert wurde. — Der Finauzsekretär Sigmund Bachrach wurde zum Finanzrat, der außerordentliche Professor Dr. Otto Frankl zum ordentlichen Professor des Handels- und Wechselrechtes an der deutschen Universität in Prag, und der langjährige Lehrer Jakob Kappelmacher zum Direktor der Volksschule im zweiten Bezirke ernannt. Amerika. 0. Cincinnati, im März. Die Trauerfeier um den Heimgegangenen Dr. Moses Mielziner gestaltete sich in sehr würdiger Weise. Der Tranergottesdienst im Plum Str. Temple wurde durch ein Gebet von Professor Dr. Gotthard Deutsch eröffnet. Zuerst sprach der Präsident des Board, Bernhard Bettmann, in warmen Worten das aus, was alle bei diesem Verluste suhlten. Die Gedächtnisrede!! der Herren Rev. Dr. D. Philippsan und Dr. L. Großman machten aus alle Zuhörer tiefen Eindruck. Die Trauer um das Hinscheiden des verehrten Mannes ist groß, namentlich seine Schüler verlieren nicht nur einen Lehrer, sondern einen treuen Freund. Wie ich Ihnen bereits mitteilte, ist Dr. K. Köhler von Newyork zum Präsidenten des College gewählt worden und hat die Wahl angenommen. Wir beglückwünschen das College zu dieser vortrefflichen Wahl. Unter der Leitung eines Mannes wie Köhler und eines Lehrkörpers, in den! Männer wie Deutsch, Großman, Philippson, Malter, Levias u. a. sich befinden, wird es die großen Traditionen seines Begründers sicher ausrechthalten und in würdiger Weise fortentwirkeln. Von Nah und Fern. — Dr. jur. Eduard Simon, Mitchef der bekannten Firma Gebrüder Simon, ist zum Kommerzienrat ernannt worden. — Die Akademie der Künste hat den ersten Preis der Michael Beer- Stiftung dem Bildhauer Rudolf Marcuse in Charlottenbnrg zuerkannt. — Den fünften Preis bei der Konkurrenz um das Kaiserin Elisabeth-Denkmal in Wien hat der Bildhauer Alexander Jaray in Charlottenburg erhalten. — Am 11. d. M. ist hier der Fabrikant Simon Frankel im 59. Lebensjahre-an Herzschlag verschieden. Derselbe war jahrelang Schatzmeister des Vereins der Volkskindergärten in Berlin. -- In Königsberg i. Pr. wurde Rechtsanwalt Dr. Lich tenstein von der freisinnigen Volkspartei als Neichstagskandidat für Königsberg-Land-Fischhansen ausgestellt. — In Schneidemühl ist am 17. d. M. der Rabbiner Braun im Alter von 89 Jahren gestorben. Am 5. April d. I. hätte er das 50jährige Jubiläum als Rabbiner der hiesigen Gemeinde feiern können. Ein Nekrolog folgt. — Der deutsche Wahlverein in Mo gilno hat als Landtagskandidaten für Mogilno-Znin-Wongrowitz LandgerichLsrat Peltasohn wieder aufgestellt. — Zum Inspektor am neuen jüdischen Krankeuhause in Breslau wurde der bisherige Rendant der Israelitischen Erziehungsanstalt zu Ahlem, Herr Louis Ahrens, gewählt. — Der aus Düsseldorf unter Hinterlassung enormer Schulden verschwundene Negiernugsrat Dr. Meyhöfer war in Görlitz jahrelang als Augenarzt tätig und eine Leuchte des Antisemitismus. — In Kruschwitz in Posen und in Boden Hausen in Hannover wurden auf den jüdischen Friedhöfen die Grabsteine umgeworsen und demoliert- — Die Herren Hermann und Moritz Irenkel in Berlin haben anläßlich des vor einigen Wochen erfolgten Todes ihrer Mutter dem Magistrat in Nord Hansen den Betrag von 100 000 Mark zur Errichtung einer den Namen ihrer Eltern tragenden Stiftung überwiesen, aus deren Zinsen verschämte Arme ohne Unterschied der Konfession unterstützt werden sollen. — Der Pastor einer.Dr. Arnold Walte in Hau nov.-Müuden, ein eifriges Mitglied des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus seit seinem Bestehen, ist am 1. d. M. im Alter von 81 Jahren gestorben. Ehre seinen! Andenken! — In Seesen am Harz fand am 11., 12. und 13. d. M. an der Jacobsonschule unter dem Vorsitz des Schulrats Professor Dr. Brandes, Gymnasialdirektors aus WoLsenbüttel. als herzoglicher Regiernngskommissar. die Reifeprüfung statt. 28 Schüler der ersten Klasse haben dieselbe mit Erfolg bestanden. — Das Kölner Metropolitan- Kapitel hat zu der feierlichen Inthronisation des Erzbischofs Dr. Anton Fischer am 19. d. M. nn Dom den Rabbiner Dr. Frank eingeladen. — In Frankfurt a. M. feiert die Realschule der orthodox-israelitischen Neligionsgesellschaft im April d. I. ihr 50 jähriges Bestehen. — Nach einer Wiener Depesche der „Frank-, furter Zeitung" wird ans Neapel gemeldet, daß im Befinden des Barons Natha niel N othsch ild eine wesentliche Besserung eingetreten ist. Professor Gussenbaner ans Wien konstatierte, »daß der Rotlauf, der zu der Geschwulst am Arm hinzntrat, znrückgegangen sei und das Fieber nachgelassen habe. Er sprach die Hoffnung aus, daß der Baron genesen werde. Von einer Operation wurde Abstand genommen. — Das Deutsche Nationalkonütee zur Bekämpfung des Mädchenhandels hatte, veranlaßt durch den Umstand, daß alle Spuren für eine Zentrale des Mädchenhandels nach Warschau lenken, bei der dortigen Behörde um Auskunft über oie zahlreichen Stellenvermittelungsbnreaus und deren Charakter gebeten. Nach der hierher gelangten Auskunft sind der dortigen Polizei nnrdrei Stellenvermittelungsbureaus einwandfrei, wühcend die übrigen nicht empfohlen werden können. Nun ist es aber bekannt, daß Juden Stellenvermittelungsbureans in Russisch-Polen überhaupt nicht haben dürfen. — Der Arzt Dr.Greibend erg, Chef des der Landschaft anterstehenden Spitals in Charkow, wurde zum Privatdozenten an der dortigen Universität ernannt. — Der rntisemitische Maire von Mustapha in Algier, Ch aze, ist wegen Mißbrauchs der Amtsgewalt abgesetzt worden.