Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 66 (1902)
- Issue
- Heft 52 (26.12.1902)
- Date
- 1902-12-26
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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66. Jahrgang. Nr. 52. js,- r-yt-jli-oo /!U/ rkj iMUl Llj.m sf')..1 kr? JIOM'U/ Nllaemerne Berlin, 26. Aexemlrer 1962 ir2 /L6 irr in su'rutt-rärttstN r/Mru/J/s/'.l r;iÄ .U's/-.r j'-!-:N'. ,')'/! 2/)lkO /K s> rrlU <so6 .u IM Aeitupg.,Mch,eiyt w ö L e.ntli^ AööimkmMS'-Preis k Dlirck' BÜHHattd^lj Post oder direkt von der Expedition in Berlin unter Streifband bezogen vierteljährl.L M. SLzekacteirrr:! Gmstüv Ka^pelrs^ Alte Zusendungen für Redaktion und. Expedition Md anchieÄötöM Derlütz d8v! Allaem. Aeitüng de^ Ju.denthums"^ Berlin -8^.,' Jerufalerner' Straßes /4S zu 'richten. ^eHlag «oy Rudplf Moffe,. Perst» '.-r; u^jOlj o)) o Q;MegMndet vonoj?l.'N uO?il 21U--2 MVtÜM H* MMig PHMppsoWMnM .s; .U'^j'^».U Ns':. NN- _Verlag-S-Grpeditionr Lerlin, Mrusalemerstn48i/4Zi,: ->!I!!>!,!! i!j Hl.!!-vE .v!'-! UI -vivuujiuü: , ,K?:i,u!s- .n inttn ^7M 7- .- 'l' 777'NNN in '.!jir'../ i' /i-rin //N 7/6rnnn'7>-< »Inhalte stzM«Mr RMMS.-Ä Dis Moche^-^-! Füü das iLKriwkN 'Ikiini.tn Haukow.ü—Sonderhare.R^chtsanfchauunsen. —, Der Onia^teuivel und die rüdifWn Mii'käÄ'ölonte^ in' Aegyh^tt. Von Er^n sk büch'Elb'kM ^Get-^ "" 'am, -SeE HM, Ha-üptnrayn: Dey arme HeLyrich. Vpn Zl^H.Llb^rthctl^^ , N0a.n8-2üi'-^68edu08!. Von O Z k ä r T. Schiver i ner.' ' II. MtterÄr MMYeillttügeps / n- -inn /; .n -'--n-n; Der Geweindebote. Korrespondenzen nnd Nachrichten 5' Berlin» Potsdam/ Danzig, D'reslaü, 'Cosel, Hudesh^inÖ HackDurg, DÄMdörf, Frankfurt; a. i M., Bayreuth, Mwan geni -Wien. ^. -Bon - Nah r i Mh. Kern»- Ge-. fchäftliche Notizen. —^...i!?n i-n uch des ab gelartferiü Jahr Wird: keiftmi Markstein. bildest der Geschichte des'-JAdöNtchums;!: g-rotz« Ereignisse haben sich in demselben nicht: zugetragen. Die Lage der Juden hat sich weder verbessert' noch verschlechtert, aber, wie die Dinge heute nun einmal! liegen^ miissen wir--froh sein,, wenn wenigstens keine Verschlimmeriung ^der- Lage ieintritti Das aber kann man auch bei pessimistischer Betrachtung ^kaum behaupten. Die Verhältnisse sind die gleichen: geblieben wie im vorigen Jahre. Der Radauantisemitismus tritt immer mehr in den Hintergrund. Alle Versuche, ihn künstlich zu beleben, scheitern an der Macht der Thatsachen, aber der Samem der dadurch ausgestreut worden, ist aufgegangen. Wer die kleine Chronik der deutschen Blätter durchlieft, die Lokal-Nachrichten, Gerichtsverhandlungen aufmerksam verfolgt, der wird dies deutlich erkennen. Die Arbeit des Antisemitismus besorgen jetzt die konservativen Parteien, deren Blätter sich da, wo es gegen die Juden geht,'s wenig von denen der antisemitischen Blätter „reinster Observanz" unterscheiden. Durch das Gutachten der höchsten preußischen Medizinalbehörde in der Angelegenheit des Konitzer Mordes ist dem Antisemitismus das Wühlen nach dieser Richtung hin erschwert, wenn nicht gar unmöglich gemacht worden. Der Prozeß gegen die „Staatsbürgerzeitung", der sich so lange hingezogen, hat durch seinen Ausgang bewiesen, daß man auch die Juden nicht ungestraft offen angreifen dürfe, andererseits haben die Prozesse gegen den Grafen Pückler gezeigt, daß dies wohl möglich sei, wenn man es „bildlich" thut. All dies geschieht unter der Billigung der Partei, die erst jüngst durch den Mnnd eines ihrerhervorragendften Vertreter erklärthat, daß sie mit Stolz einen Juden den Begründer ihrer Partei nenne. Auch das Centrum steht, obwohl es seinen Toleranzantrag in diesem Jahre durchgebracht hat, nicht mehr ganz auf dein Standpunkt Windhorsts und Liebers. Es machen sich auch hier rückläufige Bestrebungen geltend und eS ist keineswegs 2s-6// -F'rrrj'/ l'l-1 -.l'-inz; 2t -ji/ feMHM,;^ß. ^iese;,Partei M MMr , M. , unbedingte Aus- , MM. in jdep,WpvM Wey,.,zpo... daß.. ZusunstnenlehW. von.zKeMchMz.Md.Juden ,eiueMchedingte.^ politische, Roth-, w.eudsgkeit^ist,. .Wüst, .der.Kauzps.gegen HM PoleuWm ersvlg- . rM,ZMchg?WO.w.e^N,s>?^.txH in. der.Bureaukratie^Md., ist den. ,epunge.lischm Kreisest. per .deutscheiz Bevölkerung, eine Antipathie gegen. .die Jude» auf,- die für die nächste Wahlkampagne keine günstigen Aussichten bietet. Dch.KäsnPfe für und gegen .Heu Zolltarif haben.-uns gezeigt, wessen unsere Geguer sähig sind.. In allen ihren Blättern, von den Zeitungen der ,e^trM.^.ckpuservatipen Dichtung... biß in, die einzelnen Organs.des uatiormlen.Lipevalißwuß konnte. mast, das Geschrei gegen „Juden und Judengenossest",ch.öre,l, als . WM Mstger, Wunn und. Stadthageu Vertreter des Judenthums wären. Mit.: demselben, M?cht,. oder: hielwehv Mit denffelhen finrecht,. könnte istflzp ja Bebel, Jllrich . und Baudert als die Vertreter des Christenthmus ausrufeu., . ... - .. , ,Gegenüber, jsolchen Auswüchsen des Rassenhasses ist es unter-den;, gegenwärtigen...sv^MtuWst..besonders,.erfr^stlM solche . Stimmen : ZU hören, wie . .die des Generaloberst von Lob,, der i.dis. inilitärische Tüchtigkeit der Juden sn seiner Bonner Rede mit glänzenden Worten hervorhob, . Schade, daß solche Stinnne» immer seltener zu vernehmen sind, . ,. , In dey, - deutschen, Bnudesstaaten hat. sich die Situation auch nicht, wesentlich verändert. In B ayern wurde zwar der Antrag der klerikalen Mehrheit der Abgeordnetenkammer gegen die Juden .in dev Jnstizoerwaltuug von . der, Majorität des Reichsraths,veWyxsMMd auch in der hessischen Kammer hat sich der. Minister gegen die Herausforderungen der Antisemiten tapfer gewehrt. Neuerdings sind sogar in die Landtage von Anhalt, Meiningen. Md, Hessen,.Jnd^ll gewühlt worden,.. aber das sind, ,wie gesagt, nur vereinzelte Ausnahmen. Im Großen und Ganzen ist, die Stfinmung. in^ den dechschen Bundesstaatsu, mit Aufnahme Haherns^ Baheus und Württeinberg, dieselbe. In,.Oestexrieich, hgben die Christlich-Sozialen bei den letzten LMdtagsnzahlesl wieder, «inen.. Sieg. errystgen,. her all.e HoffnMgen aufiem« Beffe^nngijn nnbestiwwteFerne rüch.. Hie Herrschaft Luegers,,und-, seiner Satelliten steht fester als je währeM.ileichilMstbjge .Optimisten schon deren Euhe voxanLgesagthatteu. Daß.Gist des Hasses hat sich mmmehrauch uldie Provinzen. ,verbreitet, und > inan kann fast jede Woche aus irgepP einem, böhnüschen pder polnischeil Neste die Geschichte einer Blutsahel. lesen,, , sich :schließlich, als .Lüge, als Aberglaube ödenggp,M'.,PiHyMxrr-.ßsthpuppt. j