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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-04-14 · Heft 45 (14.4.1838) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 45 (14.4.1838)
Date
1838-04-14
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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n. Zchrgaug. Allgemeine No. 4S. Zeitung -es Iudcnthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Concession.) Leipzig, den 14. April 1839. Zeitungsnachrichten. Münster, 29. Marz (Privatmitth.). Der zehente Bericht des unter der hochherzigen Leitung des Herrn Prof. l)r. A. Haindorf sich immer mehr ausdehnenden Vereins für Westphalen und die Rheinprovinz zur Bildung von Elementarlehrern und Beförderung von Handwerken und Künsten, zu Münster, für das Jahr 1837, liegt vor uns, und heben wir die Resultate daraus hervor. Diese Anstalt gibt den hervorleuchtendsten Beweis der ehrwürdigsten Toleranz und Humanität, wie dieser so leicht nicht wieder zu finden sein wird. Denn nicht allein, daß der Dirigent seinen Dank abermals den Herren Oberpasidenten der Provinzen, so wie vielen Herren Landrathen und Bürgermeistern „für die viele Thätigkeit, die sie zum Besten des Instituts stets. bewiesen haben," darzubringen Ursache hatte, daß zu den Geschäftsführern selbst mehre Bürgermeister gehören — so befinden sich auch in dem 102 Seiten langen Verzeichnisse der Contribuirenden Namen aller Stände und aller Eonfessionen. Man wird es angemessen finden, hier nur einige bedeutende Contribuenten zu nennen. Der Herr, Dirigent Di-. Haindorf, selbst gibt jährlich 200 Thir., der Herr Reg.-Rath Graf von Mecveldt 15 Thlr., der H. Ober-Präsident von Vincke Exc. 15 Thlr., Sr. Durch!.-der Fürst zu Salm- Salm 2 Frd'or, der Fürst von Salm-Horstmar 5 Thlr, Gebrüder Levison in Minden 24 Thlr., der Bischof von Paderborn 5 Thlr., der Rentner Elias Marks in Hamm 400 Thlr., der Obervorsteher Hellwitz zu Soest 40Thlr?, der Fürst zu Lippe in Detmold 2 Frd'or, Herr I. Levy in Aachen *) 10 Thlr., Graf von Spee 10 Thlr., Präs. Graf von Stollberg 10 Thlr. rc. — Für die Provinz Westphalen war die totale Einnahme 4299 Thlr., die Ausgabe dagegen 5079 Thlr., so daß ein Vorschuß des Dirigenten von 780 Thlr. bleibt. Für die Rheinprovinz war die Einnahme 1439 Thlr. und die Ausgabe 995 Thlr., so daß ein Caffebestand von 444Thlr. bleibt. — Die Zahl der Lehrerzöglinge beträgt jetzt 30, worunter 2 evangelischer Confession. Acht sind in diesem Jahre in Soest geprüft worden, und haben No. 1 und 2 erhalten. Die Schule saßt 114 Schüler. Der Religionsunterricht wird von Geistlichen der verschiedenen Con- 9) Derselbe Herr ist auch Contribuent zu dem Verein in Sachsen amt 5 Thlr. und zu Frankfurt a. d. O. mit 5 Thlr. D. Red. fessionen ertheilt. — In der Lehre bei Handwerkern hat jetzt der Verein 56 jüdische Lehrburschen, 30 sind neu eingetreten, 10 haben die Lehrzeit beendet. — Mag dieser Bericht dazu dienen, dem Vereine im In- und Auslände immer mehr Freunde zu schaffen. Das beste Lob desselben besteht in dieser Darlegung seiner Resultate. Padua, 15. März (Privatmitth.). Gestern ward in der hiesigen Synagoge der deutschen Gemeinde — es gibt drei Synagogen von deutschem, italienischem und spanischem Ritus *) — die Abschaffung der Versteigerung der Mizwo t, bei ihrer Kapitel - Versammlung beschlossen. Die Schwierigkeit dabei war, wie überall, die Mittel zu finden, um den dadurch bewirkten Ausfall der Einnahmen zu dekken. Eine deshalb erwählte Commission berechnete die Einnahme während eines Decenniums. Nachdemsie dann das mittlere Ve'rhaltniß berechnet, so. erhielt sie von der Frömmigkeit der Mitglieder bald eine Verpflichtung auf drei Jahre, dieselbe Summe zu zahlen, newlich 200 Fl. C.-M. halbmonatlich. Bei dieser Verhandlung zeichnete sich insbesondere die Thätigkeit und der Eifer des gelehrten Herrn Josef Almanzi>aus. Die Mizwot werden nunmehr nach dem Alfabet Armen und Reichen gleicherweise gegeben. Die genannte Summe wird gewiß höchst ansehnlich, wenn man bedenkt, daß die 550 Seelen zählende hiesige israelitische Gemeinde sich, wie gesagt, in drei Synagogen vertheilt, deren Aufwand von jenen Geldern bestritten wird. Möge nach dem Verlaufe des Trienniums immer wieder derselbe Geist sich kund thun-**). Vom Jura, 10. März. Seit der bekannten Geschichte mit dem französischen Israeliten, Hrn. Wahl von Mühlhausen, scheinen dessen Glaubensgenossen und Landsleute stets neue Versuche zu machen, um in der Schweiz das Nkederlassungsrecht ausüben zu können. So entsteht, da die schwei- •) Wir ersuchen unfern Correspondenten uns. nächstens eine nähere Auskunft über die Verschiedenheiten des italienischen und spanischen Ritus, den man in Deutschland für identisch hält, zu geben. D. Redact. **) Bei dem Eintritt in seine Gemeinde fand der Red. dieser Zeitung ebenfalls die Versteigerung noch vor. Kurze Zeit darauf wurde sie aufgehoben, und nach den vier Klaffen der Kultusbeiträge wurde ein Jeder, der Mizwot haben will, mit 1 bis4Thlr. jährlich belastet. Wer dies nicht zahlen will, erhält auch als Thijub keine Mizwa. Arme brauchen natürlich nichts zu zahlen. Dadurch ist die Versteigerung aufgehoben, ukrd zugleich den Armen möglich, eine Mizwa zu erhalten, ohne erst ein schweres Opfer zu bringen. Schwerlich würde sich die Gemeinde je wie-' der an den Verkauf gewöhnen können. . D. Redact.;

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