Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 66 (1902)
- Issue
- Heft 42 (15.10.1902)
- Date
- 1902-10-15
- Page
- Seite 4 (sequence 18)
- Language
- German
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4 George Faudel-Philipps <1896/7.) — Aus St. Petersburg wird gemeldet: Ein Ukas beruft eine Kommission zur Reorganisation der höheren Lehranstalten ein, welche aus Vertretern der Universitäten, der höheren Lehranstalten und den Delegirten aus dem Ministerium der Volksausklärung gebildet werden soll. Die Kommission tritt am 14. Oktober zusammen. Auch die jüdischen Schulen sind in der Reform einbegriffen, und eine Konferenz der Rabbiner ist auf Ende Oktober einberufen, um ihrerseits Vorschläge zur Reorganisation der Mischen Schulen zu machen. Bestätigung bleibt abznwarten! — — Der Gouverneur von Tanrien hat in einem Cirkular alle ihm unterstehenden Behörden aus die mehrfache Seuatsentscheidung aufmerksam gemacht, wonach es allen Juden ohne Ausnahme gestatte^ ist, sich aus Gesundheitsrücksichten oder zu Handelszwecken provisorisch auf dem platten Lande auszuhalten. Ans diesem Grunde verbietet er den Lalldesgendarmen, fortan jeden Juden, den sie außerhalb der Städte und Städtchen autreffen, ans eigene Faust auszuweiseu. Die Ausweisung der Juden sei überhaupt nicht ihre Sache, sondern muß vom Landrath des Kreises, dem sie über jeden einzelnen Fall sofort Bericht zu erstatte« haben, erst ausdrücklich verfügt werden. Gleichzeitig hat der Gouverneur allgeordnet, daß der vorübergehende Aufenthalt in den Dörfern den Juden ein für allemal gestattet ist. — Die Zeitschrift „Krhm" meldet Folgendes: „In der letzten Zeit häufen sich die Fälle, wo jüdische Eltern ihre Sohne taufen lassen, selbst aber im Schoße des Judenthums verbleiben. Der Erzbischof Nikolai hat nun die Taufe solcher Jndenkinder zurückgewiesen, da er darin nicht religiöse Aufrichtigkeit, sondern die Sucht nach materiellen Vortheilen erblickte." Bravo! — Einer acht Köpfen starken rumänischen Judenfamilie ist von der Einwanderungsbehörde die Landung in Amerika untersagt worden, weil der Vater wegen eines Bruches als arbeitsunfähig anzusehen sei. Der Einwanderungskommissar sagt in seinem Berichte, die Familie trage den Typus der in der Note des Staatssekretärs Hay beschriebenen Klasse. Die srailzösische Danipserlinie bringt häufig im Gegensatz zu den anderen Linien unerlaubte Einwanderer.— Infolge eines Unfalles der Straßeneisenbahn in Newhork war dn Kantor Simon Kurtz gezwungen, sich seinen Bart abnehmen zulasten Er klagt gegen die Bahngesellschaft auf 10000 Dollars Schadenersatz, da er wegen des abgenommenen Bartes nicht mehr in der Lage ist, seinen Beruf in der Synagoge weiter auszuüben. — Um Ausschreitungei»' wie solche vor kurzer Zeit gelegentlich der Beerdigung des Newyorker Oberrabbiuers Joseph zu Newhork sich ereigneten, vorznbeugen und bei ähnlichen Vorkommnissen der Polizei in der Ansrechterhaltung der Ordnung hilfreich zur Seite zu stehen, haben sich dort 250 junge Männer jüdischen Glaubens unter dem Namen „Manhattan Riffes" als ein Regiment organisirt und zu diesem Zwecke die Inkorporations- Papiere voll dem Richter Dickey unterzeichnen lasten. Geschulte Soldaten haben diefmilitärischeu Exerzitien des jungen Regiments übernommen. Diese Organisation gedenkt auch Schritte zu thun, um in der Folge - der Nationalgarde des Staates einverleibt zu werden. Dieser Zweck! dürste jedoch unerreichbar sein, da Regimenter mit nationaler! oder konfessioneller Färbung im Staate nicht geduldet werden. Ein neues Modenbnch! Von Ella v. Haunstein. (Nachdruck verboten.) Als der König von Italien iin August nach Deutschland kam und für ihn überall ein besonders herzlicher Empfang vorbereitet wurd^ veranlasse dies viele vornehme Italiener zu einer gleichzeitigen Reise hierher, um an der ihrem Souverän erwiesenen Huldigung theilznnehmen. Einige der italienischen Damen, die ich kennen lernte, waren entzückt von der Großartigkeit Berlins nnd seiner eleganten Magazine, in denen sie bedeutende Einkäufe machten. Sogar für den in Nord-Italien meist strengen Winter wollte man gleich Bestellungen in Pelzwerk machen, weil hierfür gerade Berlin als gute Bezugsquelle bekannt ist. Die Gräfin M .... ans Verona sagte mir nun, das; sie betreffs Pelzwerk doch wohl noch nicht an der richtigen Stelle gewesen sei, denn sie habe in verschiedenen deswegen besuchten Magazinen bald empfunden, daß dort der Pelzhandel nur nebensächlich betrieben werde. Auf ihre Frage, ob wir denn in dem großen Berlin keine Spezialgeschäfte für Pelzwerk haben, nannte ich deren mehrere und natürlich in erster Linie Salb ach. Unter den Linden 67, bei dem sie dann viel mehr als anfänglich beabsichtigt bestellte, weil ihr dessen Pelz-Konfektionen nicht nur durch ihre elegante Ausführung, sondern auch durch sehr billige Preise imponirten. — Diese überraschten auch mich, denn offen gestanden, auch ich theilte das Vorurtheil vieler Berliner und wußte nicht, daß man bei Salbach mindestens ebenso billig kauft wie bei gleich guter Qualität irgendwo anders. Hierfür erhielt ich jetzt eine sehr einleuchtende Erklärung. Es ist mir nämlich vor einigen Tagen Salbachs neuer illustrirter Katalog zugegangen, und dieses „neue Modenbuch" belehrt in seinem Vorworte darüber, daß die Firma durch die Ausdehnung ihres Engros- und Exportgeschäftes bedeutende Fellanschaffnngen vernimmt und dadurch, wie leicht begreiflich, sehr vortheilhast einkanst und also auch billig verkaufen kann. Einen allgemein verständlichen Beweis hierfür bietet Salbachs Katalog, aus dem mich besonders die Abbildung auf Seite 24 interessirte: — „ckneket auS feinem englischen Covert ooat mit Pelzfuttcr nnd Pelzgcnnirung für 120 Mk. nach Maß angesertigt; das habe ich mir sogleich bestellt. In ähnlicher Weise wird jede Dame und jeder Herr in dem Salbach'schen Kataloge etwas Schönes und Preiswürdiges für Straßen-, Soiree-, Automobil- und Neisetoilette finden, und besonders den Damen der besseren Gesellschaft empfiehlt sich die Durchsicht dieses ihnen auf Wunsch kostenfrei zur Verfügung stehenden neuen Modenbuches; wahrlich es lohnt sich. Fraglos ist, daß von Pelzwerk nur die wenigsten Menschen etwas verstehen. leider auch die wenigsten Verkäufer. Bei Salbach dagegen empfindet man von vornherein, daß man in einem Spezialgeschäfte kauft, weil man mit fachmännischem Verständniß bedient wird. Eine gediegene Kenntnitz der Branche ist aber für Pelzwerk jetzt um so mehr erforderlich, weil die herrschende Mode vielfach Zusammenstellungen verschiedener Pelzsorten gestattet, wobei auf Figur und Teint entsprechend Rücksicht zu nehmen ist, und solchen weitgehenden Anforderungen kann nur der Geschmack habende wirkliche Fachmann genügen. Aus der früheren einfachen Kürschnerei hat sich eine großartige Mode- Industrie entwickelt, zu deren Aufblühen in Berlin die Firma Carl Salbach wesentlich beigetragen hat. Was diese Industrie jetzt leistet, zeigt der Firma neues Modenbuch und ihr großartiges Lager. Dieses enthält z. B. Tausende von modernen Muffen und zwar schon von 6 Mk. an bis zu 2000 Mk. und darüberhieraus allein ist ersichtlich, daß für jeden Geschmack und auch für jede Börse das Richtige vorhanden ist. Aehnlich verhält es sich mit der konfektionirten Pelzgalanterie, wie z. B. Kragen, Colliers, Stolas, Echarpesrc., bei denen, wie überhaupt in der diesjährigen Pelzmvde, das kostbare Hermeli a eine große Rolle spielt. Nächstdem sind saisongemäß:-Nerz, Marder, Zobel, Skunk, Bisam. Polar- und Silberfuchs, Feh, Nutria, Astrachan, Persianer, Chinchilla re., so daß bei dieser Vielseitigkeit des Materials eben nur einsehr leistungsfähiges Spezialgeschäft eine wirkliche Auswahl bieten kann. Nur dort hat man auch die unbedingte Garantie, wirklich echtes Pelzwerk zu erhalten. Es sind z. B. die sehr geschickten Nachahmungen der amerikanischen Pelzarten so täuschend, daß selbst der mit Pelzen handelnde Kaufmann leicht hint rgangen werden kann und dann in gutem Glauben minderwerthe Waare als echte weiter verkauft. Ties ist besonders bei den erstaunlich naturgetreuen Imitationen des Sealskin und Zobel der Fall, denen gegenüber nur der geschulte Fachmann vor Täuschung sicher ist. Bei höchst zuvorkommender Bedienung ist man überdies bei Salbach nie im Einkauf genirt, es waltet bei ihm kein Kaufzwang, sondern jedem Interessenten steht die Besichtigung des mehrere Etagen einnehmenden Lagers frei, auch wenn kein Einkauf gemacht wird. Alle Arten von Damen-Pelzniänteln, Paletots, Jackets, Boleros, sowie für Herren: Geh-Pelze, Soiree- Pelze, Neise-Pelze, Hohenzollernmänteln, Jagdjoppen und Lfsizier-Pelzpaletols sind bei Salbach (Unter den Linden 67) vorräthig und werden nach Maß in eigenen Ateliers unter stets sach männischer Leitung angesertiegt, so daß die Firma volle Garantie für die Güte ihrer Maaren sowie für tadellosen Sil; und höchste Eleganz in den Formen übernehmen kann. Es ist dies bei Pelzwerk von hoher Wichtigkeit, weil dieses nicht wie andere Garderobe in jeder Saison erneuert wird, sondern doch längere Zeit Vorhalten soll. Hierfür bedarf es aber des besten Pelzmaterials, und solches kann nur Derjenige beschaffen, der in direktem persönlichen Verkehr mit den großen internationalen Pelzmärkten steht und dort das wirklich Reelle, Solide und Schöne ankaust, wie Salbach es thut. Sein neues Modenbuch giebt ein glänzendes Zeugniß für die erfreuliche Entwicklung der Berliner Pelzwaareninduftrie. >Vir<! von den der voriNA(N ästen krok6880ien unä bersten 3.13 vcuvLIu'tes Alittel bei I-ungsnIo-Älikveitsn. Kstai-Weii cksi- /Umungsoi-gsns, ms Ovi'onisotis Vi'onetiitis, ksuevliuslsn, »»» n-tm-ntusk mriseti Mtwen^s su-i>io,iien lltzl.t äen Appetit und ä33 Körpergewicht. b63eitist hiusten unä Huswurf, bringt äen disebtschweiss rum Vsrschwiocisn. WirÄ wegen seines angsnsbmsn ksruvks unck kveokmaeks auol, von Äen Kinrßsnn gsnns gsnommsn. Ist La den Apotheken 2um kreme von AI. 3.2) per klasoke erkältliev. LE" Man aekts darauf, dass jede klaseke mit untenstehender kirma versehen ist. >?. Uosfmsnn-^.s NoeNs L Ois., 6ksin Fabrik, össsl u. 61'snrsvk- '(Laden) Druck und Verlag von Rudolf Mosse in Berlin. — Verantwortlich für die Redaktion Max Bauchwitz in Berlin.