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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1902-10-10 · Heft 41 (10.10.1902) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
66 (1902)
Issue
Heft 41 (10.10.1902)
Date
1902-10-10
Page
Seite 4 (sequence 18)
Language
German
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4 nach Italien. — Der Oberlehrer Dr. Eugen Meyer ist vom Lessinggymuasium in Frankfurt a. M. nach Charlottenburg berufen nwrden. — Am 27. v. M. feierte die Synagogengemeinde in Rheda. wozu auch die in den Nachbarorten Wiedenbrück und Herzebrock wohnenden Juden gehören, das Fest ihres 100jährigen Bestehens. —- In Fra nk surt a. M. fand in dieser Machender erste deutsche Bankiertag statt, der von ca. 700 Personen besucht war. Die Deutschsoziale Resormpartei hatte demselben einige „witzige" Fragen in dem bekannten Antisemiteuton vorgelegt. Der Bankiertag hat darauf die Antwort ertheilt, daß diese Zuschrist der Deutsch-sozialen Neformpartei in Form und Inhalt ganz und gar unwürdig sei und deshalb unbeachtet bleiben müsse, ja nicht einmal den Akten einverleibt werden soll. — All Stelle des aus dem Kruppschen Direktorium ausgeschiedenen Geheimen Finanzraths Jenke wurde Kommerzienrath Moritz Beer in Essen zum Präsidenten der Handelskammer gewählt. Derselbe lehnte jedoch aus Gesundheitsrücksichten ab. so daß demnächst eine Neuwahl stattfinden muß. — An Stelle des verstorbenen Magistratsraths Kohn wurde in Nürnberg Herr Berthold Bing zum Magistratsrath gewühlt. — Der dänische Reichstag hat am 6. d. M. Hermann Trier wieder zum Präsidenten des Folkething gewählt. — Für das Schweizerisch-Israelitische Altersasyl hat am 6. d. M. in Lengnau die feierliche Grundsteinlegung stattgefunden. Daselbst fand am 28. v. M. eine allgemeine Volksversammlung behufs Stellungnahme zum Bau einer Lokalbahn — in der Synagoge statt. — In Mailand ist Don Alber t ario, früher Herausgeber des „Osservatore Catholico" gestorben. In seinem Blatte wurde die Ritnalmordlüge eifrig verfochten. Gegen Professor Strack, welcher der Lüge entgegentrat, hat sein Blatt die heftigsten Angriffe gebracht. Im Jahre 1898 wurde Don Albertario wegen Theilnahme an den Unruhen in Mailand zu drei Jahren Kerker verurtheilt. — In Venedig hat der internationale Studentenkongreß sich nach erregter Debatte für die Abschaffung von Sonderverbindungen jüdischer Hochschüler ausgesprochen und sein Votum zu Gunstell der vollen Gleichberechtigung aller Studirenden abgegeben. Die rumänischen Studenten sowie eine Studentin protestirten gegen diesen Beschluß. — General Percin, der Kabrnetschef des französischen Kriegsministers, war vom „Ganlois" angegriffen worden, daß er im Trauerhause Zolas Alfred Dreysus die Hand gereicht habe. Darauf ließ Percin zwei Briefe veröffentlichen; der erste lautet: „Herr Deputirter! Sie sind der Einzige, der die Nachricht des jüdischen Renegaten, des Sohnes des Salomon Pollonais und der Dame Cohen, der im „Gaulois" Gaston Pollonais zeichnet, ernst genommell hat." P. hat sich mit dem General am 6. d. M. duellirt. — In Jassy ist am 27. v. M. der bekannte rumänische Hofbankier I. CH. Daniel im 91. Lebensjahre gestorben. Er hatte den rumänischen Sternen- und Kronenorden. — Der Großindustrielle Jac ob Herz in Lodz hat für ein jüdisches Gymnasium 150000 Rubel gespendet. — Zu den Krawallen in Cz e n stoch au wird noch gemeldet, daß in den letzten Tagen neue Haussuchungen nach geraubten Gegenständen bei verdächtigen Persollen abgehalten wurden, und daß immer noch Verhaftungen stattfinden. Im Ganzen wurden bis jetzt gegen 800 Personen verhaftet. Ueber 100 Personen sind noch im Gefängnis; in Czenstochau, der Rest ist in Gefängnisse in Petrikau und Warschau geschafft worden. — Der bekannte englische Antialienist Major Gordon hat sich nach Rußland begeben, um die Lage der „England überfluthenden" russischen Inden an Ort und Stelle zu studiren. Er hat bereits Riga besucht und sich von da nach Dwinsk und Warschau begeben. Die russischen Behörden haben Weisung erhalten, ihm alle erdenklichen Vergünstigungen zu erweisen. — Bekanntlich hat der russische Kultusminister Sänger die von seinem Vorgänger verfügte Beschränkung der Prozentsätze der aufznnehmenden jüdischen Studenten zum Theil wieder aufgehoben und wenigstens für die Universitäten in Warschau und Odessa sowie für das Polytechnikum in Riga wieder die alte Norm hergestellt. Außerdem soll auf sämmtlichen höheren Bildungsanstalten der Prozentsatz nicht mehr nach der Zahl der Studirenden auf den einzelnen Fakultäten, sondern nach der Gesammtzahl aller in der betreffenden Universität aufgenommenen Studenten berechnet werden, so daß die Juden, welche doch vorzugsweise Medizin studiren, bei dieser Berechnungsart weit günstiger wegkommen. Druck und Verlag von Rudolf Mosse in Berlin. Verantwortlich für die Redaktion: Max Bauchwitz in Berlin. Für Raucher. Die Grenze der geistigen Arbeitskraft bildet eines der interessantesten Kapitel der Physiologie und Psychologie. Namhafte Aerzte weifen schon seit längerer;eit darauf hin, daß besonders in den gebildeten Stünden „unmethodifch gearbeitet wird und daß speziell in Gelehrten- und Börsenkreisen die Hygiene der täglichen geistigen Arbeit viel zu sehr unterschützt wird. Meistens greift man zu Stimulanzen, unter welchen wiederum die Cigarre und Cigarette die größte Rolle spielt. Es ist in den gebildeten Kreisen längst ein geflügeltes Wort geworden, daß erst eine gute Cigarre oder Cigarette eine intensive geistige Arbeit in vollem Maße ermöglicht. Bei dieser Bedeutung des Tabaksgenusses ist es aber für jeden Gebildeten, wichtig, zu wissen, daß wiederum die Wissenschaft es ermöglicht hat, das Stimulans des Tabakrauchens zu genießen, ohne die ungünstigen Nebenwirkungen des im Tabak enthaltenen Nikotins erleiden zn müssen. Der Geheime Hofrath Prof. vr. meä. Gerold hat durch langjährige Versuche festgestellt, daß die giftige Wirkung des Nikotins vollständig aufgehoben werden kann durch Präparation des Tabaks mit Tannin und einem 'Deeoet von Orisunum vulxure in einem festgelegten und genau zu beachtenden Verfahren. Der Tabak wird nämlich vor der Bearbeitung so Präparirt, daß das chemisch gebundene Nikotin, unter gleichzeitiger Einwirkung Cine junge Dame aus feiner jüd. Familie, Geschäfts Inhaberin, welche durch Bürgschaft von 3.'>00 Mark für ihre Angehörigen jetziu ihrer Existenz bedroht ist, bittet herzl. edle Wohlthater um schnelle Hilfe durch ein Darlehn gegen Rückzahlung in Monatsraten. Offerten erbittet au ^k. V. 1042 an»»Ä<>I1Al<>886,Berlin8HV. Ein Familienvater (Israelit) von acht Kindern bittet um Beschäftigung irgend welcher Art, als Bote oder dergleichen, da derselbe sich mit seinen Kindern in großer Noch befindet. Gute Zeugnisse, sowie Referenzen stehen zur Seite. Adressen erbitte unter X. 8240 Expedition des Berliner Tageblatt. L VvNIisn, Xawerl. XöniAl. HoklieksrunteQ. Köln unä Wien. M"- Nskwalr " exlnsvt, -tisfei'-kisvuits unil IMnssIr-Usfei'-Lsoso. der antidotisch wirkenden Präparationsstoffe, im Verbrennungsprozeß Physiologisch absolut unschädlich ist. Von hoher Bedeutung ist die Thatsache, daß unter diesem Entgiftungsprozesse der eigenartige feine Qualitätscharakter der Tabake in keiner Weise leidet. Es gestattet die epochemachende Erfindung dieses bekannten Gelehrten den vollen Rauchgenuß unter Vermeidung der schädlichen Nikotinwirkung. Die weittragende Bedeutung dieses Forschungsresultates weiß jeder erfahrene Raucher um so mehr zu schätzen, als Mancher, der eine nicht ganz gesunde Konstitution besitzt, es au sich selbst erfahren hat, daß, je mehr und je länger er dem Rauchgenusse fröhnt, desto intensiver sich die allmälige Nikotinvergiftung in Nervosität, Schlaflosigkeit, Herzschwäche, Appetitmangel und anderen Symptomen ansprägt. Damit nun diese, für die Raucherwelt interessanteste und weittragendste Erfindung der nikotinueutralen Cigarre und Cigarette vor jeder mißbräuchlichen Anwendung geschützt wird, ist ihre Ausführung unter dem Schutze einer Reihe von Patenten einer der ersten Firmen der Branche, Wendt's Cigarrenfabriken Aktiengesellschaft in Bremen, anvertraut werden, von wo die Cigarren und Cigaretten auch in kleinen Quantitäten direkt in allen möglichen Qualitüts- und Preislagen bezogen werden können. Vr. Conrad. Gebildete israelitische Dame, 30 Jahre, welche lange Zeit den eigenen Haushalt selbständig geleitet, sucht, gestützt auf gute Empfehlungen, Engagement als Hausdame, Erzieherin Gesellschafterin. Adressen unter Äl. 8176 bef. d. Exped. d. Bl. Anstand. Mann, mosaisch, momentan ohne jede Beschäftigung, sucht sofort Stellung als Packer, Hausdiener, Portier u. s. w. Gefl. Offerten unter stl. 5542 an. ILAL«1o1kAlo88v, Berlin 8 erbeten KebeMttßchtrnW-GksellschifyiiFkiiW (alte Leipziger) auf Gegenseitigkeit errichtet 1830. Versicherungsbestand r 80300 Personen und 637 Millionen Mark Versicherungssumme. Vermögen: 218 Millionen Mark. Gezahlte Versicherungssummen: 154 Millionen Mark. Die Lebensversicherungs-Gesellschaft zu Leipzig ist bei günstigsten Versicherungsbedingungen (Unanfechtbarkeit dreijähriger Policen) eine der größten und billigsten Lebensversicherungs-Gesellschaften. AtteUeberschüsse satten bei ihr den Versicherten zu; diese erhielten seit mehr als einem Jahrzehnt ans die ordentlichen Jahresbeiträge alljährlich 42 o/o Dividende. Nähere Auskunft ertheilen gern die Gesellschaft, sowie deren Vertreter.

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