Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 66 (1902)
- Issue
- Heft 35 (29.8.1902)
- Date
- 1902-08-29
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Geehrter Herr Redakteur! Ach erhalte auf eine Anfrage vout ehrwürdigen Großrabbiner Palästinas. Herrn D. I. Eljafchar. die Mittheilung, daß der als Sendbote des Heiligen Landes zur Zeit Mitteleuropa: brandschatzende chananja Habib Aznlay ein gefährlicher Schwindler ist. Der gewandt mftretende Herr spricht ein vorzügliches spaniolisches Hebräisch und aeist ein Urknndenbnch aus, nach welchem er durch den verstorbenen - trister Raw 1896 znln Sammler für ein Waisenhaus in Jerusalem rnannt worden ist. Diese Bestallung ist aber bereits durch das Oberlabbinat zu Jerusalem (auch durch eine besondere Mitteilung in der Leitung Chabazeleth) aufgehoben worden, nachdem bekannt geworden iar. daß Aznlay das gesammelte Geld für sich behielt. Aznlay beabsichtigt eine Zeitschrift herauszugebeil, für welche er ereits mehrere Hundert Abonnenten geworben hat. Auch ich gehöre nebst vielen französischen nnd deutscheil Rabbinern zu den Subskribenten auf diese Zeitschrift, die natürlich niemals erscheinen wird, .lch bitte um gefl. Abdruck dieser Warnung. Hamb u r g.11. August 1902. Ergebenst Dr. Paul Nieger. — Ein Gedicht Friedrichs des Großen. Bisher unverffentlichte Gedichte Friedrichs des Großen hat Wilhelm Mangold im lZeheirnen Staatsarchiv ausgefunden; er giebt darüber in der „Deutschen Rundschau" einige Mitteilungen. Es befindet sich unter diesen Gesichten eine im Oktober 1738 zu Rheinsberg Verfaßte ^Epistel über Ue Humanität", deren französischer Text von Voltaire nicht korrigirt r nd daher im Ausdruck und Versbau etwas mangelhafter ist als der lext anderer korrigirter Gedichte. Der Gedankengang ist etwa folgender: Menschenglück beruht auf Tugend. Ehrgeiz. Liebe, Eigennutz, Ruhm gleichen Irrlichtern. Leidenschaften dem Palast Ärmidas, dessen Zauber schwindet. Die Tugend aber ist göttlicher Art und unsere feste Burg. Das gemeinsame Interesse führt uns ihr zu, die menschliche Gesellschaft ist die Quelle des Glücks. Alles Heil der Welt beruht auf der Humanität, ohne die auch Tugend eitel ist. Ein Staat aber, in dem das Laster herrscht, kann nicht gedeihen, da erheben Willkür, Haß, Rache, Verrath ihr Haupt, Unschuld und Recht werden mit Füßen getreten. Sejan stirbt durch einen noch geschickteren Verräther. Die Unmenschlichkeit zeigt sich in den verschiedensten Verbrechen. Was soll man thun, wenn man von seinem eigenen Vater verkannt wird und mit Schimpf und Schande beladen traurig sein Leben dahinschleppt. Arm und Reich, Groß und Klein schwimmt im wogenden Meere des Lebens auf zerbrechlichem Fahrzeug. Beim Schiffbruch segnen wir die rettende Hand. Ein Bruder muß dem anderen helfen. Die Welt ist unser gemeinsames Vaterland. Im Iberer, im Lappländer, im Chinesen und im Syrer, im Juden und im Heiden erkenne ich mein Fleisch üyd Blut. Beglückt ist der Sterbliche, der, von Humanität erfüllt, in Älideren stets sich selbst geachtet hat. Beglückt ist auch, wer mit hilfreicher Hand Unglückliche von Elend errettet, wer sich des Nächsten annimmt, sowie er wünscht, daß man sich seiner annehme. Wie die Sonne alles erwärmt, so athmet alles durch das gütige Walten der Vorsehung. Geschäftliche Notizen. — Die Biere der Berliner Unionsbrauerei erfreuen sich schon seit Langem großer Beliebtheit wegen ihres Malzreichthums, ihtes würzigen Geschmacks und ihrer Bekömmlichkeit. Die Berliner Unionsbrauerei versendet ihre diversen Marken: Unionsversandbier, Unionsgoldbier. Unionslagerbier in Originalfüllung schon von Hektoliter bezw. 30 Flaschen (in Berlin und Vororten frei Haus). Berliner Unions-Brauerei dringt idrs anerkannt vorrüglledon Spseial-Bisro in empfehlende Liivnerung und bittet 'um Brobebestellnng. malLreiob. dunkel VuL»»s - Otolckirivi? stark gebopkt. bell D»1o»s - vrnrrig. bell. Original-Füllung, direet von der Brauerei versandt — kür Berlin und Vororte frei Baus. so ^Issvksn s I«Il. - -/- «sotol. 2.S0 «Olk. L VeiNkvn, Llslserl. Llönigl. Hoflieferanten. icrin u->» M"" NSln-ssIr- " extrsot, Usfen-Kisouits uncl kiskesab-llsftzi'-ksoso. Rrunannsiraße Nr. 3. Ruwannstraße Nr. 3. Pensionat unä böbere Höcbterschule. Fräulein LvrZi»»»»«», Vorsteherin. Heiraths-Gesuch. Wittwer, 53 Jahre alt, jüd., von großer, stattlicher Figur, Großkaufm., vermög., würde sich wieder verheirathen. Damen über 30 Jahre, oder kinderlose Wittwen aus achtbarer Familie, tadellosen Ruf, gebildet, musikalisch und edlem Gemüth, mögen sich vertrauensvoll an den Suchenden wenden. Mittheilungen erbeten unter Chiffre 3. L. 5100 an die Expedition des Berliner Tageblattes, Berlin SV/'. Arzt, Israelit, in kleiner Stadt, in der es an Herren-Bekanntschaft mangelt, sucht für seine Tochter (21 Jahre, gebildet, angenehmes Aeußere, doch klein, 40—50 000 M. Milgift), paffende Partie. Offerten unter A. L. 7602 an die Erpedition des Berliner Tageblattes, Berlin 8W. Für m. Schwester, Mitte Zwanzig, hübsche Erscheinung, wohlerzogen, mit ca. 5000M. Mitgift, suche passend. Partie, tücht. Handwerk, bevorz. Ausf. nicht anonyme Off. erb. Berliner Tageblatt, lxviiitNk»k»str. 16 Iiuter <0. U. 7879» Einheirath. Ein seit Jahren im rheinisch-westfälischen Industriegebiet bestens eingeführter Reisender möchte in ein nachweislich rentables Fabrikations¬ oder Engros-Geschäft der Textilbranche einheirathen. Suchender stammt aus bester jüdischer Familie und würde auch nur einer solchen näher treten. Off. unter Chiffreß- 7591 an die Expedition dieses Blattes erbeten. Für gnts. Arzt in Großstadt junge, hübsche Dame gut. Familie gesucht mit ioo «irre. Lehrer, _Bii kenfelv a. v. Rahe. Küchen-Möbel Gisschränke Garderoben Schränke Verkauf bei Tischlermeister L.8eI»LL«L, Mi"rn,st,-. 2. Sot vart. Oardinen -V/äseke u. -Appretur W^-ls sauber und billig VimIlMM üstvIB »«rill» 80., Görliheruser 2^. Fernspr. 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