Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 66 (1902)
- Issue
- Heft 34 (22.8.1902)
- Date
- 1902-08-22
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/3224737-3228473-3228508--58957-3295442- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— MaximGorfi, der mit seiner Familie aus Jalta nach der Kreisstadt Arsamaß im Gouvernement Nishni Nowgorod übergefiedelt ist, erhielt kürzlich von einem Verein jüdischer Mädchen im Flecken Tschudnowo in Wolhynien ein Schreiben, worin er gebeten wurde, feine Werke der Bibliothek des Vereins zu schenken, da dessen Mittel nur gering seien. -Die Bibliothek könne von Jedermann kostenfrei benutzt werden. Gorki erfüllte die Bitte sofort in liebenswürdigster Weise. Er beantwortete den Brief niit folgenden Zeilen: „Die Bücher werden Ihnen aus Petersburg zugesandt werden. Ich habe deswegen dorthin geschrieben, Gott gebe, daß sie das Licht des Wissens in unserem Volke verbreiten. M. Gorki/ Wenige Lage darauf traf aus Petersburg eine Büchersendung ein, die außer den Werken Gorkis noch vierzig Schriften enthielt, alles populäre Werke aus den verschiedensten Gebieten des Wissens, die mit großer Sorgfalt ausgesucht sind. — Der Serviette n-Cato. Die antisemitische Presse sammelt bekanntlich mit rührendem Eifer alle Mittheilungen, auS denen sich ergiebt, daß irgend ein Jude irgend eine Strasthat begangen hat. Darin liegt wenig Sinn, denn wenn schon die Juden an und für sich angeblich besonders schlechte Menschen sind, dann ist doch die Hervorhebung der Thatsache, daß Einer von ihnen sich verfehlt hat, überflüssig. Wenn das Sämmelgeschäft nicht ergiebig genug ist, dann pflegt die antisemitische Presse einen Nichtjuden aufs Gerathewohl durch ein ÄuSrufungszeichen oder noch deutlicher zum Juden zu stempeln. Das macht Schule, und es giebt getreue Leser solcher Blätter, Solche die sie nicht bloS als Witzblätter betrachten, die sich wandelnden Catonen gleich dünken. Ein solcher Cato verkehrte seit Jahren in einer großen Bierwirthschaft in der Friedrichstadt. Man sah ihn niemals ohne das hiesige Antisemitenblatt, und er hegte der „jüdischen Urireellität" gegenüber die tiefste Verachtung. Da geschah es, daß der gute Mann in Konkurs verfiel, was ja keine Schande ist. Aber die Schande kommt noch. Dieser Tage erschien bei dem Wirth jenes Restaurants der bisherige Geschäftstheilhaber des antisemitischen Fanatikers und überreichte säuberlich 18 Servietten, die der Feind der Unreellität nach und nach heimlich hatte mitgehen heißen, um sie dann im Geschäft al- Wischtücher zu verwenden. "ch-- «rschastlichr Notizen. --- Die Germania, LebenS-Versicherungs-Aktien-Gesellschaft zu Stettin, hat ihr 44. Rechnungsjahr durchaus befriedigend abgeschlossen, insonderheit waren die Gewinnergebnisfe recht erfreuliche. Durch die Neuaufnahme von 9240 Personen über 41047962 M. Versicherungskapital und 190506 M. Jahresrente ist der aus dem Vorjahre übernommene Gesammtversicherungsbestand, abzüglich der Abgänge durch Tod und bei Lebzeiten Versicherter, auf 195 364 Personen mit 639908508 M. Versicherungssumme und 2528495 M. Jahresrente gestiegen. An Prämien wurden vereinnahmt 28304433 M., an Zinsen 9652999 M., zusammen 37 957432 M. Die Ausgabe für fällige Kapitalien und Renten betrug 16677741 M. Der Verlauf der Sterblichkeit unter den Versicherten war für die Gesellschaft noch günstiger als im Vorjahr. Dem Prämienreservefonds wurden 33,2 Prozent der Jahreseinnahme überwiesen, dessen Gesammtsumme einschließlich der Prämienüberträge hierdurch um 12602720 M. auf 229834040 M. angewachsen ist. Die Prämienreserve ist in voller Höhe für die Gesammtheit der laufenden Versicherungen, ohne irgend welche nach dem Reichsversicherungsgesetz zulässige Kürzung, zurückgestellt worden. Die im verflossenen Jahre vergütete Dividende an die mit Gewinnantheil Versicherten belief sich auf 4425652 M., während die Gewinnreserve dieser Versicherten, die lediglich zur Vertheilung weiterer Dividenden dient und nicht zu anderen Ausgaben verwendet werden darf, durch die Ueberweisung von 4845815 M. auS dem Ueberschuß des Rechnungsjahres 1901 auf 18161349 M. erhöht werden konnte. Die zur Deckung aller Verpflichtungen der Gesellschaft verfügbaren Sicherheitsfonds von 261331162 M. sind gegen das Vorjahr nur 13 669015 M. gestiegen und die Gesammtaktiva, darunter 216967853 M. rnündelsichere Hypotheken, erreichten Ende 1901 die Höhe von 263 505930 M. 5al.cn 6l.cinvn°SLEi7cn /Ik. clas ist sin üenuss! Keine l Ausstattung) Ausiitstk Tu haben in den Oigsrren-Gssoksfken. Kostenfrei Jeden Jeden Jeden Jeden Jeden Jeden Montag . . wissenschaftliche undseuiUetonistische Zeitschrift Mittwoch . Tecvnircvr Kunaseha« illustriere polytechnische Fachzeitschrift Donnerstag Ütk W-It5pieg-I illustriere Halbwochen-Chronik Freitag . . farbig illustrirtes, satyrischpolitisches Witzblatt Sonnabend Hhk illustr. wochen- A schrift für Garten-und Hauswirthschaft Sonntag . illustrirte Halbwochen-Chronik erhält jeder Abonnent des und SauäsIsLvituux Alle Postanstalten des deutschen Reiches nehmen Abonnements entgegen zum Preise von 1 Mark 92 Pfg. monatlich. Annoncen stets von großer Wirkung. — Gegenwärtig ca. 75000 HioiLirsiLtvnV llSlMiSOllK fLlMK-VSI'IlLllf. Eine sehr gut eingericht. Chamotteu.Thonwaarenfabrik nebst Sägewerk u. Thongruben, mit mächtigen, unerschöpflichem Thonlager (lt. Analyse u. Untersuchungsatteft dem besten Klingender,rer Thon gleich) ist wegen Alters des Besitzers, sehr billig um 156 000 M. zu verkaufen. Das Gesammtobjekt ist in sehr günstiger Lage und ist direkt aneinander gelegen. Gefl. Offert, bef. ^»1oiL l^«»L in Rittsteig b. Pasiair. für Kultusun<t ^ustlL-Ssarnts, gut unä preis^vürdig von O. Herbert SerliiL, ^.Ite ^aeodstr. 5 ptr lel.-^nsobluss ^mt IV. Uo. 1255. 8vI»HLL»rK»«L1«LLieK«L — für Schülerinnen jeden Alters. Tägl. Beaufsichtigung d. Schularb. Spaziergänge rc. (auch in Begleitung einer Französin). Beste Referenzen von Direktoren, Lehrerinnen und Lehrern höherer Schulen, sowie von den Eltern meiner Schülerinnen. Julie Hirschfeld, Lothringers^. 50. vKOssci. 26—2S. kus OStacrqL. isr. Hstlekenpenrionsi, geleitet von I"rl. lL VLovuLvucka.1 unter Mt^irlrung von I'rl. LavL. Zungen Nädebeu im ^.lter von 15 bis 18 Satiren ist Gelegenheit geboten, sieb bei ^amilieuausekluss Ln allen Lweigeu moderueu und hausliokeu Bissens Lusrubiläen. Grosso» lrrtoroatlov -Aufds>vakpckl!gs- LlOpk^d^einiA«mg8vrerlre iLlaekp L I^rmressinns^tr. s Imaeben ru^kre b>gienid^bsn Lin- Iriobtu^xen aufmerksam umritten um geneigte Aufträge. Aspekte n. Losten ansohlägs gra^ IV216 I l049 VvLckeire AleäaHLLv lstarßs 19VV. Gesichtsu. Armhaare beseitigt sofort Chemiker Sünderhaufs HM-klMlM. Garant, f. Erfolg u. Unschädl. franco geg. 2.50 M. Briefm. oder Nachn. nebst bewährten Vorschriften für Schönheitspflege nur durch 8tti»dierI»»HL^, Chemiker, Berlin 64, Gr. Frankfurterstraße 89. 61-ünIrvoii direkt aus dem kroduktionsberirk. garant. la. Qualität neuester Lrute, ganr oder gemablen, kostk. 10 kkd. 3,50 N. gegen Naebn. oder vorb. Liusendung versendet Inn erb. Deutschlands traueo. AR. Sir»»«« Zr., (Lad.) naonei. onüVi 8ti7e»x ldöbl. 2imrner und kenslon. Sssbsd VssndovN (ldampsndurg bei Kopenhagen.) „Villa vakkskus" iL^v.'sehen Lee und >VaId belegen. 9 llua»t-8Uollsr«I-/ln,tslt. 8xv0v 8yn»g.-?»ksmvntv Z l-lränsll. u. so1.^usL,v. « sink. b. 2. ksinst. Sears. ' . LlvLoLroL« I lnh.l«anru.lro8»Si«iokro6»I I Svrli« 8^?rlnr»n,tr. 32, s I krübor 5r>»driod»tr.246.