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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1902-08-15 · Heft 33 (15.8.1902) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
66 (1902)
Issue
Heft 33 (15.8.1902)
Date
1902-08-15
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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Sprechsaal. I Geehrter Herr Redakteur!! vollem Recht beklagen Sie die überraschend schwache Zunahme i (ZA jüdischer Kinder in Deutschland. Ich finde den Hauptgrund darin, daß sehr viel jüdische Jungfrauen sitzen bleiben aus Mangel einer Aussteuer. Unsere Alten hatten für Ausstattungen ein wohl-! wollendes Herz und gründeten Stiftungen, welche als Hochnasot Kaloh i existiren; allein diese sind so gering an Mitteln, welche in der jetzigen j Zeit mit den Ansprüchen ans Leben auch nicht im Entferntesten zur Gründung einer Existenz ausreichen. Der sel. Dr. Hildesheimer klagte mir vor Jahren, daß die wohlhabenden Juden keinen Sinn für dergleichen Hilfe haben. Jüdische Heiratliskandidaten entschließen sich selten zur Ehe mit einem mittellosen jüdischen Mädchen. Wäre es nicht möglich, auch hier Wandel zu schaffen, wenn Sie in ihrem geschätzten Blatte es anregen möchten, daß sich sür diesen Zweck Vereine bilden mögen, welche durch Beiträge es ermöglichen, jüdische Mädchen, zunächst Berliner Kinder, unter die Haube zu bringen; natürlich müssen die Mitgaben mindestens 1000 Mark betragen. Unsere großen Bazare geben die nöthigen Wäschestücke gewiß her. Ich glaube sicher, daß wir hier viele Hunderte von zahlenden Mitgliedern bekommen, die gern um des guten Zweckes beitragen würden, und ein Komitee könnte das Institut leiten und Beiträge sammeln. Berlin, den 21. Juli. Mit vorzüglicher Hochachtung David Baum an. *! Geehrter Herr Redakteur!! ^^urch einen in der „Staatsbürger-Zeitung" vom 28. Mai d. I. I mitgetheilten Bericht über den 111. Verbandstag der „Deutschen! Freien Studentenschaft" zu Weimar bin ich seit letzter Zeit wiederholt - Gegenstand von Angriffen allerlei Art geworden. Da es mir nun licht möglich ist, mich mit allen meinen Angreifern persönlich ausinanderzusetzen, insbesondere mit Denen, die es vorgezogen haben, ohne auch nur die Spur eines Beweises zu besitzen, mich vor der weitesten Oeffentlichkeit zu beleidigen und zu verunglimpfen, so richte > ich an eine wohllöbliche Redaktion die ergebene Bitte, diesen Brief sowie meine beifolgende Antwort auf den Protest der L. (^.-Verbindungen in Ihrem geschätzten Blatte veröffentlichen zu wollen. Auf den Protest der sechs jüdischen Verbindungen im L. 0. gegen eine von mir angeblich auf dem 111. Verbandstag der „Deutschen Freien Studentenschaft" zu Weimar gebrauchte Aeußerung. „daß die jüdischen Kommilitonen den christlichen nicht gleichwerthig seien rc." habe ich Folgendes zu erklären: Gegen die Beschuldigung, die oben citirte Aeußerung in meiner Rede gebraucht zu haben, muß ich mich mit aller Entschiedenheit wenden. Den sonderbaren Ruf, als Jude Antisemit vom reinsten Wasser zu sein, sowie alle für mich daraus folgenden wenig schmeichelhaften Angriffe meiner Glaubensgenossen verdanke ich einzig und allein der Liebenswürdigkeit der „Staatsbürger-Zeitung", die es für gut befunden hat, meine Worte nach ihrem Geschmack durch einige Zusätze aus dem rednerischen Erguß eines etwas antisemitisch angehauchten „arischen" Studenten umzugestalten und zu würzen. Zur näheren Charakterisirung dieses Verfahrens möchte ich noch bemerken, daß die „Staatsbürger-Zeitung" eine von mir unter Berufung auf den § 11 des Preßgesetzes eingesandte Berichtigung wohl aus „Versehen" nicht gelesen zu haben scheint; bis jetzt wenigstens hat sich die Redaktion noch nicht bemüht, den „Jrrthum" richtig zu stellen. Mir aber wird es wohl Keiner verübeln, wenn ich von mir so hoch dachte, daß ich aus eine gerichtliche Auseinandersetzung mit der „Staatsbürger- Zeitung" verzichtet habe. Ergebenst Berlin, im August. Moritz Salamonskh. eanä. meä. Geschäftliche Notizen. — Die Inhaber der bekannten Eisenfirma A. Benver, Hierselbst, die Herren Paul Böhmer und Eduard Schneider sind zu Hoflieferanten Sr. M. des Kaisers undKönigs ernannt worden. Die mustergiltige gesammte innere Einrichtung des neuerbauten hiesigen kaiserlichen Marstalls für ca. 300 Pferde nebst Sattelkammern, welche die Firma geschaffen hat, findet weit über die Grenzen des Reiches hinaus berechtigte Anerkennung. K I cls? LilbsrVÄLl'SN-kLbl'ik. lasaras I^osvrr 1V^«., Berlin IV , Hoiliekeraut, S ULtrerckeLLiLÄSL 5. krosses Nasser in Oebraueksunä LlUxus-OessenstLnZen. SxsolalLbLb: Israel. Lrüvu8§6§eusväud.6. Oe^ürrtbürmoben, Obanukalampen, Lsroxbüeksen ^2 ete. in gesebinaeLvoller, solider ^nskübruug stets v orrätlii§. unci prslslistsn gratis und fl-anoo. ^nsvva'lsenänn^en Steven gern 2N Diensten. relepbon/tint I, No. 201. Hanckelssekule mit Pensionat QaiMkiQTfti a. n., saoen. Oonoessionlrt vorn Orossbersi. 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