Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 66 (1902)
- Issue
- Heft 29 (18.7.1902)
- Date
- 1902-07-18
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Miscellen. — Palästinaforschungen. In der Generalversammlung des berühmten „kalestins Lxploration k^und", welche am 17. Juni unter Vorsitz des. Lord Eustace Cecil in der Royal Institution zu London stattfand; theilte der berühmte Palästinaforscher Sir Charles Wilson mit. daß in diesem Jahre das untere Judäa von der Gesellschaft durchforscht wurde. In der Umgegend der alten Philisterstadt Gath wurde das Schlachtfeld entdeckt, auf dem David den Riesen Goliath besiegt hat. Unter manchen anderen werthvollen Funden wurde auch ein Monolith entdeckt, der höchst wahrscheinlich eine jener in der Bibel so oft erwähnten „Anhöhen" bildete, auf welchen die alten Israeliten dem Gotte ihrer Väter, aber auch fremden Göttern geopfert haben. Auch seltsame Höhlen wurden entdeckt, welche vermutlich im 15.—12. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung bewohnt wurden, und in welchem Beweise dafür aufgefunden wurden, daß diese Höhlenbewohner die Leichen ihrer Tobten zu verbrennen pflegten. Ferner sind Thongeschirre entdeckt worden, die noch aus dem präsraelitischen Zeitalter herrühren und große Ähnlichkeit mit den von Professor Flinders Petrie in Aegypten entdeckten Töpfen zeigen. Bekanntlich hält Petrie die von ihm gefundenen Töpfe für ein Produkt eines Volkes, daS noch vor der ersten Dynastie in Aegypten gelebt hat. Andererseits tragen diese Thonwaaren unverkennbar Zeichen von mycenäischem und phönizischem Einflüsse und find den in der Hauptstadt der Hetiter in Kleinasien gefundenen nahe verwandt. Beobachtungen, die in der Nähe des Tobten MeereS ge' nacht worden sind, beweisen, daß das Niveau desselben, nachdem es ine sehr lange Zeit unverändert geblieben war, zum zweiten Male ich gesenkt habe. Redner hofft, daß weitere Untersuchungen zur Entdeckung der Stadt Gezer führen werden. Diese Stadt wurde bekanntlich von dem Pharao, der später Solomons Schwiegervater wurde, erobert und verbrannt. Die Entdeckung des Platzes wäre sehr verthvoll, da derselbe sicherlich eine große Anzahl werthvoller Gegenstände unter Trümmern und Asche birgt. Dev Stein Jakobs. „Und Jakob nahm den Stein, den er u seinen Haupten gelegt hatte, und richtete ihn auf zu einem Mal und -goß Oel oben darauf, und hieß die Stätte Beth-El." Dieser Stein, auf dem Jakob den Traum von der Himmelsleiter batte, der n 1. Mos. 28 beschrieben ist, hat nach einem von der „Köln. Ztg." angeführten Berichte der kgl. spanischen Akademie für Geschichte „merkwürdige Wanderungen" gemacht! Nach dem Tode Jakobs wurde er von dessen Nachkommen als Reliquie aufbewahrt. Als die Kinder Israel durch das Rothe Meer mußten, fanden sie den Stein zu schwer und ließen ihn in Aegypten. Der damalige Pharao hatte eine Tochter Namens Secta. Diese heirathete einen Griechen Namens Hayshekes ,zrnd erhielt den Stein als Heirathsgnt. Beide verließen Aegypten und gründeten in Spanien die Stadt Brigantia. Ihre Nachkommen gingen mit dem Stein nach Irland, und mehrere Jahrhunderte wurden auf dem Steine Jakobs die Könige von Irland gekrönt. Später kam der Stein nach Schottland und von da nach Westminster. Dort bildet er die Stelle, aus der der Thron errichtet ist. wo die englischen Könige bei ihrer Krönung sitzen. In Irland war der Stein irr Tara aufbewahrt worden, das bis zum Ende des sechsten Jahrhunderts die Hauptstadt Irlands war. In der Vermuthung, daß, wo der Stein gelegen, auch die Bundeslade und die mosaischen Gesetzestafeln sich finden müßten, hat ein gewisser Groorne in jener Gegend Nachforschungen angestellt, um mit seinen Funden dem Köuig Eduard VII. eine Königsfreude zu machen. Gegenwärtig gräbt er noch in den Theilen, wo es ihm gestattet ist, denn Earl Rüssel, dem auch ein Theil jenes Landes gehört, hat seine Zustimmung zu dem „vandalischen" Aus-» grabungstreiben verweigert. Geschäftliche Notizen. --- Die „Orientalische Tabak- und Cigarettenfabrik Jenidze in Dresden", die sich infolge ihrer streng reellen Grundsätze zu einer der ersten Unternehmungen dieser Branche in Deutschland herausgebildet hat (über 500 Arbeiter), bringt seit ein paar Jahren unter der gesetzlich geschützten Bezeichnung „Salem Aleikurn" eine Cigarettenmarke in den Handel, die hinsichtlich der Preiswürdigkeit als das Vollendetste in Cigaretten, welche orientalische Tabake enthalten, bezeichnet werden kann; sie bietet in ihren Qualitätsabstufungen jedem, auch dem die höchsten Anforderungen stellenden Raucher zweifelsohne wirkliche Befriedigung und die Genugthnung, für ein bis dahin bevorzugtes ausländisches Fabrikat einen mindest ebenbürtigen, richtiger gesagt aber, einen überlegenen Ersatz gefunden zu haben. Unter bewandten Umständen unterliegt es keinem Zweifel, daß der deutsche Raucher sich immer nrehr und mehr von den ihm keinerlei Vortheil bietenden ausländischen Cigaretten emarrzipiren und so der deutschen Cigarette auch in ihrer Heimath zu einer wahlberechtigten Anerkennung in immer ausgedehnterem Maße verhelfen wird. Auf diese Weife wird die jetzt schon sehr respektable deutsche Cigarettenindustrie weiterblühen, sich zum Segen und zur Wohlfahrt einer großen Anzahl braver deutscher Arbeiter und Arbeiterinnen entwickeln, die in diesem Zweige, weil feine Cigaretten nur durch Handarbeit hergestellt werden, einen lohnenden Verdienst finden. eder, der als L^eickencker, Leeonvaleseeitt, brdolungsbeckürftiger oder Sommerfrischler vor die Wahl eines Kurortes gestellt ist, sollte sich über alle näheren Verhältnisse (sowohl die Kurmittel, wie ökonomische Fragen, Kostenaufwand rc.) der in Aussicht genommenen Kurorte orientiren in dem 1901 in VIII. Ausgabe erschienenen VMr-Wmanach mit Karte cler Laäer, Kurorte unä Heilanstalten 550 Zeiten Lrossoctav in elegantem Leinenbanä. Preis Z M. Derselbe enthält neben einer gediegenen wissenschaftlichen Einleitung, die unter der Redaction des Sanitätsraths Vr. Otto Obilenius-Socken von hervorragenden Balneologen bearbeitet worden ist, über 700 Originalprospeede von Bädern, Kurorten und Heilanstalten. Der Sacker-Slmanaed ist zu beziehen durch jede Buchhandlung oder gegen Einsendung des Betrages von I^k. s,so (incl. Porto) direct vom Verleger S-uckolf flösse, Serlin SM. 19. Xvvt« rvLisLVSv LLvÄep von 8. V. kriedland, Qantor in Breslau. Op s Hoobssit: 5 kf. Op » Air HeihrLis«!» unä VerLlsvI». 75 kf. krArcitende löne schiäst in diesen I^edern der Komponist an. Nach auswärts franco. 2u heräsken durch alle AlrLsi lL»LLviLl»»i»ÄLU»iLsvir oder ckNLL «L Julius Nsinausr, Löni'el. Rofmusikhandiuus. Vrvsla«. Jüdische Frau sucht Stelle alS Kochfrau od.Aushilfe Frau Amalie Sommerfeld geb. Cohn, Skalitzer Straße 147 a. Sv«»«! L Vsilken, Lkaiserl. LkoniZI. Hoflieferanten. kläkl'Zslrttsftzl-- kisvuils unl! ltsknsLlrttafsn- Lsoso. - oiresi»ei»-zi.7si^r>7 —- iiolsl und Nlsslaunanl HoksnroIIernvof Lnsivssirasss 5 (Im Osnttum clsr Svacit). Lsntral-Lsirsans. LleLtrisok. I-Ioht. I Soors Drossel, kersonen-^ukLiix.I suxleivd. Inhaber des Kurhauses Ln 8odanäs.n. Xi 0IM1 - ijutzlltz 2U Odsrsalrbrunii i. 8ekl. Wird LnttNohorsolt» «wxtodlon zozvn Mieren- und SlLsenLeLLvi»» Side»- und V1nde1o»(2lleLerlcrnOlLsiy, dis versekledsnen rönnen der Wiel»«, »«Ul- Gwr«»IvrI»SU»»Lr»1L»n»Ui«. ferner «ezen L»1r»in7l»»LL8vI»e ^Lvotimren de» LedLopv» und der I^nnzen, xezen Llszsn- und vsnnLslsrrh«. Di« LÜronsminsUo ilN dnrvk «ll» dllnvrnlW»S8srdLndIoosvn und ^patkoken »n hvslsh«». V VroeÄdNon rntt 6e1mmük«MHreisnnx «Hk ^nnsek gratis und krsnoo. ssnes u^7e>M2m /^esse: i^orienquelle Zslibt'una.