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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1902-01-10 · Heft 2 (10.1.1902) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
66 (1902)
Issue
Heft 2 (10.1.1902)
Date
1902-01-10
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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— Aus dem alten Berliner Leben. „Zu einer Zeit, als gedruckte Zeitungen noch eine Seltenheit waren, da nur in ein paar größeren Städten und nur an einigen Wochentagen kleine Blätter er^ schienen, die in kurzen Sätzen auf wenig Zeilen von den Weltbegebenheiten Kunde gaben, war es nicht ungewöhnlich, daß schriftliche, regelmäßig gegebene Mittheilungen über die Zeitereignisse Bericht erstatteten." Mit diesen Worten beginnt Geheimer Archivrath Dr. Friedländer eine für die Geschichte des „Berliner Lebens" hochbedeutende Veröffentlichung, welche im Verlage der Hofbuchhandlung von Ernst Siegfried Mittler Hierselbst erschienen ist und „Berliner geschriebene Zeitungen" aus den Jahren 1713—1717 und 1735, soweit sie erhallen sind, den Epigonen zugänglich macht. Naturgemäß interesstren uns zunächst die die Juden betreffenden Relationen. Am 21. September 1714 weihten die Berliner Juden ihre neue Synagoge ein (die Heute noch in der Heidereutergasse besteht), und sogar der Hof folgte willig der Einladung zu dem feierlichen Akt. Der Berichterstatter theilt darüber mit: „Die Juden haben allhier eine neue Synagoge gebauet, welche sehr kostbahr und so hoch wie der Christen Kirchen, worin viel Bildhauerarbeit, auch ein rothsammeter mit Gold gestickter und goldenen Frangen nmsezter Vorhang zu setzen. In dieser neuen Synagoge hatt die Judenschafft am 21ten LuHus ihre erste Versarnmlunge gehalten, bey welcher Gelegenheit I. K. M. die Königin. Marggräsfinnen und theils Nmlstri dazu iuvitiret, auch mit einer suite von etliche 20 Carossen erschienen, da zu gleicher Zeit des Schutzjndens und Hofs- Gold- und Silberstkckets^Tochter in Gegenwart der Königl. Herrschafft und einer großen Menge Menschen, als das erste Paar in diesem neuen Tempel getrauet worden." Die Braut war die Tochter des Hosstickers Aron Jsaac. — lieber einen Akt königlicher Kabinetsjustiz verlautet am 4. Dezember 1717: „Der hiesige reiche Hoffjude Oumpert, welcher ob er wohl in großen Gnaden, ohnlengst nach ^Vustertmusen gefordert und im blauen Rocke und Stiffletten beydes nach der Mouclur der großen Grenadierer eingerichtet, erschienen, ist dieser wegen weidlich vom Könige geprügelt worden." Geschäftliche Notizen. ---Die Schönheit der Frauen ist ihr größter Schmuck; sie zu Pflegen und zu erhalten erfordert die höchste Knust der Kosmetik. Tausende von Mitteln aus aller Herren Länder werden dafür angepriesen, trotzdem aber sind die Fabrikate von L. Leichner unübertroffen geblieben. Leichners Fettpuder, Zeichners Hermelin- und Aspasia-Puder, diese vorzüglichsten Gesichkspnder der Welt, gehören seit 25 Jahren zu den unentbehrlichsten Toilettenmitteln der seinen Damenwelt. 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