Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 65 (1901)
- Issue
- Heft 40 (4.10.1901)
- Date
- 1901-10-04
- Page
- Seite 4 (sequence 18)
- Language
- German
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4 Deutschlands Grenzen hinaus einen wohlbegründeten Nus genießt, ist Herr L. M. Seckelsohn. — Von der Jury der Internationalen Ausstellung für Feuerschutz und Feuerrettnngswesen in Berlin wurde den von der Singer Co. Nähmaschinen Act.-Ges. ausgestellten Maschinen wegen ihrer hervorragenden Eigenschaften der höchste Preis, die vom königlich preußischen Ministerium des Innern gestiftete goldene Medaille zuerkannt. — Dr. I sm a r Mosler, bisher Hilfslehrer an der 2. Realschule, ist zum Oberlehrer an der 10. Realschule gewählt, Herr Johannes Joel, bisher Hilfslehrer an der 10. Realschule und am Lessinggymnasinm. ist zum Oberlehrer an der 6. Realschule gewählt. — Die deutsche O rientgesellschast giebt bekannt, daß es Dr. Koldewey gelungen ist, den Thronsaal Nebukadnezars zu entdecken — eiilen mächtigen Ban voll 18 Meter Breite und 52 Meter Länge, der Eingangsthür gellau gegenüber die Nische, in welcher einst der weltbeherrschende Königsthron gestanden, und zu beiden Seiten all der Nordfront des Saales farbenprächtige noch erhaltene Ornamente. welche für die Kunstgeschichte außerordentlich bedeutsam sind.— Die Klage der Synagogeligemeinde in Tuchel gegen die dortige Kommune wegen Leistung des Schadenersatzes für die im Sommer 1900 gelegentlich eines antisemitischen Krawalls in der Synagoge verübten Beschädigungen ist in zweiter Instanz zu Ungunsten der Stadt entschieden und letztere verurtheilt worden, den nachgewiesenen Schaden nebst 4 Prozent Zinsen seit dem 5. November v. I. all die Klägerin zu zahlen. Nach dieser Entscheidung dürfte die Stadt nunmehr verpflichtet sein, den damals auch anderen jüdischen Bewohnern gelegentlich des Antisemitenkrawalles zngefügten Schaden zu ersetzen. Der Rentier Michael Reich ist vor etwa 20 Jahren von Jnowrazlaw verzogen. Im letzten Sommer suchte er Heilung in einem Schweizer Bade, wo er leider verstarb. Seine Vaterstadt Jnowrazlaw hat er testamentarisch mit 30 000 Mark bedacht. Die Zinsen sollen jährlich au die Armen aller drei Konfessionen gleichmäßig vertheilt werden. — In Czempin ist der Vorsteher der Gemeinde, S. Nothholz, ein allgemein geachteter und beliebter Mann, gestorben. — Der Breslauer Stadtverordnetenvorsteher Geheimer Jnstizrath Freund feierte am 29. v. M. seinen 70. Geburtstag. — In Budapest ist am 15. v. M. Dr. Ludwig Steiger. Professor am Nationalkvuservatorium und zugleich zweiter Sekretär der jüdischen Gemeinde, im Alter voll 39 Jahren gestorben. Er war einer der allgesehenstell Komponisten des Landes, und seine Tonwerke erfreuen sich daselbst allgemeiner Anerkennung. — Marco Effendi Co heil ist zum Kanzler und Vizekonsul der Türkei in Gens befördert worden. — Achille Net oll, der Chef des Sekretariats im französischen Ministerium des Auswärtigen, hat anläßlich des Zarenbesuches den russischen Annenorden erhalten. — Professor Abraham Galante vom kaiserlichen Lycenm in Nhodus ist znm Inspektor des öffentlichen Unterrichts für die Provinz und die Inseln des Archipels ernannt worden. — In Belgradist der frühere Chächam der türkischen Gemeinde in Wien, Moses Alkalay, im 68. Lebensjahre gestorben.— Jll Oran wurde Kapitän Coßmann, der Führer der ans China heimkehrenden Truppen, sehr gefeiert. Der Bürgermeister, der ihn in großer Rede feiern mußte, ist ein enragirter Antisemit. — Der vierte Kongreß des Allgemeinen jüdischen Arbeiterbnndes in Rußland und Polen hat vor einigen Wochen getagt. Der Kongreß befaßte sich auch nlit der zionistischen Frage. Es wurde ein Beschluß gefaßt, daß Anhänger des Zionismus nicht in der proletarischen Bewegung zu dulden sein.— In New York ist der Rechtsanwalt Simo n Stern am 22. v. M. im 62. Lebensjahre gestorben. Derselbe war eine angesehene politische Persönlichkeit und in Fragen des internationalen Rechts eine geschätzte Autorität. — Das „^morienn «scnvisir Veur lrook" enthält die Namen der jüdischen Soldaten, welche während des spanischamerikanischen Krieges in Amerika unter Waffen gewesen sind. Es silld über 2000 Namen, am zahlreichsten sind die Juden unter den Newyorker Volnnteers vertreten, namentlich Newyork Nr. 1 mit 225. Nr. 9 mit 123 und Nr. 12 mit 120 Köpfen. In der regulären Armee und Marine figuriren sie mit etwa 275 Köpfen, davon 70 in der Marille. Anch unter den ron^b riüor.^, die unter dem Kommando des jetziger! Präsidenten Noosevelt gestanden haben, befanden sich fünf Jnderr. c. c Zpancwuerstrasse 26—zo, Köni^slrasse 11—14, OeZ^iünclel 1815. OeZ^llnclet 1815. ^881^1^1^0 in cieri neu erökknelen KLumen. Oie iIIu8ineNen Kataloge werden I<08ier>fl'ei ver8anät. Druck und Verlag von Rudolf Masse in Berlin. Verantwortlich für die Redaktion: Max Bauchwik in Berlin.