Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-03-29 · Heft 38 (29.3.1838) · p. Seite 151

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 38 (29.3.1838)
Date
1838-03-29
Page
Seite 151 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3224856-3224895--00918-3294224
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

151 ' Transport 4072 Thlr. 23 Gr. 503) Herr Kuno, Kaufmann in Tilsit 6 - 504) - L. Krone, Schneidermstr. das. 4 - 505) Herren Gebr. Lebegott, Kflte das. 15 - 506) Madame B. Lebegott das. .... 2 - 507) Herr Lebegott, Hdlgsdiener das. 2 - 508) - M. Laser, Holzhändler das. 15 - 509) - M. Levinsohn, Goldarb. das. 5 - 510) - H. Levinsohn, Holzhdlr. das. 15 - 511) - Lenz, Gymnasial-Oberl. das. 1 - 512) Herren Gebr. Leonhard, Kaufl. das. 40 - 513) Herr S. M. Löwenberg, Kaufm. u. bestallterLott.-Einnehm. das. 40 - 514) Madame N. Marcuse das. ... - 2 7 515) Herr F. Marcuse, Hdlgsdiener das. 2; 516) - M. Pollnow, Kaufm. das. 5 - 317) - I. Rosenfeld Kaufm. das. . 3 - 518) - Abr. Rosenzweig, Kfm. das. 20 - 619) - Louis Rosenzweig, Kfm. das. 10 - 520) - M. Salinger, Gemeindediener das. ......... . 1 - 521) - G. Z. Simon, Kaufm. das. 3 - 522) - I. Simon, Kaufmann das. 3 - 523) - Schultz, Gastwirth daselbst. 3 - 524) - Urgiß, Religionslehrer das. . 3 - Summa 4274 - 8 - 8 - 8> - 8- - 8 - 15 - lFortsehung folgt.) M i s c e l l e n. Das trefflich redigirte Mag. für die Lit. des Auslandes bringt in seinen No. 26—27 einen schönen Aufsatz über Quaker und Schäker (Zitterer). Merkwürdig ist es, daß der Gottesdienst der Letzteren so sehr an die kleine jüdische Sekte der „Klatscher" in Polen erinnert. Bekanntlich stützten diese sich auf den Psalmvers: „Alle meine Glieder sollen sprechen: Herr, wer ist wie Du?" Am 6. Marz wurde in Dessau das seltene Fest der goldenen Hochzeit von Herrn Alexander begangen, einem Manne, der seine Befriedigung allein in Werken der Barmherzigkeit findet, und bereits seit 16 Zähren des mühevolle Amt eines Directors der Armen- und Krankenverpflegungs-Anstalt auf die biederste Weise versieht. Außer den vielen Beweisen der Theitnahme jüdischer und christlicher Freunde, beglückte das Jubelpaar auch ein sehr huldvolles Cabinetsschreiben Sr. Durchlaucht des regierenden Herzogs. CorrefpondPnzen, Auszüge, Repliken. Prag, den 1. März. Prager Zustände. Erster Artikel. Cultus. Zu einer Zeit der allgemeinen Bewegung, wie die unsrige, wo sich die Massen jeder Frage bemächtigen, muß selbst die zarteste Herzens-Angelegenheit, das edelste Produkt der Ahnung des Unendlichen, als der ersten Prärogation des menschlichen Geistes, die Gottesverehrung nemlich, zur Publicitat gebracht werden. — Jedermann hat das Bedürfnis, seine Ansichten, seine Erfahrungen mitzutheilen, und ist froh ein Organ zu finden, wodurch sie die möglichste Oeffentlichkeit erhalten; und da nun die A. Z. d. I. der Spiegel ist, worauf die Strahlen von den verschiedensten Gegenden und Ansichten Zusammenkommen, um von da wieder nach andern Richtungen hingetragen zu werden; so möge auch in derselben eine Darstellung des Cultus, wie er hier trotz großer Hindernisse allmälig zum Besseren vorwärts schreitet, sanimt Andeutungen, welche weitere Wege einzuschlagen waren, um zum Ziele zu gelangen, ihren Platz finden. — Nothwendig mußte der Verfall des öffentlichen Gottesdienstes bei den Besseren auch die Furcht vor dem Verfall der Moralität unter den Juden herbeiführen, und diese Idee vermochte schon im Jahre 1818 den, damals als Religionslehrer für israelitische Gymnaflalschüler hierher versetzten, k. k. Schul-Rath Herz Homburg, jeden Samstag in dem lokale der israelitisch deutschen Hauptschule — denn daß ihm eine Synagoge zu diesem Zwecke eingeräumt worden wäre, daran war nicht zu denken — religiösmoralische Vorträge zu halten., Diese waren Anfangs sehr besucht, später aber den Beweis lieferten, daß man von dem Katheder herab zwar die religiösen und moralischen Pflichten mit allen möglichen Vernunftgründen demonstriren könne: damit aber der Glaube in uns rege werde, damit er, wie eine in uns liegende Knospe zur Blüthe ausgehe, wir der Anregung durch ein feierliches Gebet und der Belebung durch ein lebendiges geistiges Wort bedürfen, welches das Gemüth überzeugt, ohne den Verstand zu verwirren. Offenbar sah man damals Israel sich seinem Verfalle nähern, ein Glied nach dem andern fiel von der großen Kette ab, die sich mehre Lausend Jahre durch die Geschicke der Völker und Reiche zog; und dies war ein qualvolles Schauspiel für jeden Menschenfreund! Denn wenn ganze Völkerschaften überwunden werden, entstehet an ihrer Stelle eine neue auflebende Generation,' die mit Jugendfrische zu einem neuen bessern Zustande anstrebt; Städte werden eingeäschert und neue schönere entsteigen der Asche; aber hier sollte das höchste Geistige zu Grunde gehen, ein Glaube, welcher der Civilisation des Christcnthums daS Dasein gab; ein Glaube, der in seinen Grundzügen einem zweitausendjährigen Drucke nicht erlag, sollte den Sonnenblick, der durch den allgemeinen europäischen Weltfrieden etwas freundlicher auf Israel zu leuchten begann, nicht aushalten, und gleich der Lampe Tullia'S in den Ruinen von Pompeji beim ersten Lichtstrahl erlöfchev? Aber was man damals kaum ahnete, sollte in Erfüllung gehen — es sollte in Bälde anders werden! Ein Hofdecret vom 23ten Januar 1820 sprach den Wunsch des höchstseligen Kaisers Franz deS Ersten aus, daß: überall in Oesterreichs Staaten, wo Israeliten wohnen, die unartige Verwilderung, die sich leider in Bethäusern und Synagogen eingeschlichen, ausgerottet, der rechte Geist in der öffentlichen Gottesverehrung mittelst eines anständigen Gottesdienstes eingeführt werden soll. Und von dem Augenblicke an, als diese Allerhöchste Willensaußerung bekannt wurde, unterlag es keinem Zweifel mehr, welcher Weg einzuschlagen sei. Der wiener Gemeinde gebührt rn dreser Beziehung die Anerkennung, daß sie zuerst das hohe Wort deS

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.