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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-03-27 · Heft 37 (27.3.1838) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 37 (27.3.1838)
Date
1838-03-27
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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No. 37. H. Jahrgang. Zeitung des Zv-euthvms. Ein unparcheiischeS Organ für alles jüdische Interesse (Mit Konigl. Sächsischer allergnädigster Concesiion.) Leipzig, den 27. März 1834. Zeitungsnachrichten. Berlin, 12. Marz. Die Redaction dies. Zeit, halt es für ihre Pflicht, folgende Bekanntmachung hier wiederzugeben (Preuß. Staatsz. No. 71.). Eröffnete Concurrenz in der Geschichts-Malerei um den Michael-Beer'schen Preis. Der zu München am 22. Marz 1833 verstorbene dramatische Schriftsteller Michael Beer aus Berlin hat durch testamentarische Verfügung ein bedeutendes Kapital zu einer von Sr. Maj. dem Könige allergnädigst genehmigten Stiftung ausgesetzt, um unbemittelten Malern und Bildhauern jüdischer Religion den Aufenthalt in Italien zur Ausbildung in ihrer Kunst, durch Gewährung eines Stipendiums, zu erleichtern, welches dem Sieger einer jährlich stattsindenden Preisbewerbung zu Theil wird, mit deren Veranstaltung die konigl. Akademie der Künste nach dem Wunsche des Stifters allerhöchsten Ortes beauftragt worden ist. Demgemäß macht dieselbe hierdurch bekannt, daß die diesjährige Concurrenz um den Michael-Beer'schen Preis für Werke der Geschichts-Malerei bestimmt ist, allein unabhängig bleibt von der für dasselbe Fach von der Akademie bereits ausgeschriebenen anderweitigen Preis-Bewerbung. Die Wahl des darzustellenden Gegenstandes überläßt hier die Akademie auch diesmal dem eignen Ermessen der Concurrenten; doch müssen die Bilder ganze Figuren enthalten, akademische Studien aus denselben ersichtlich sein, eine Höhe von 3 Fuß, eine Breite von circa. 2j- bis 2-J- Fuß haben und in Oel ausgeführt sein. Der Termin der Ablieferung der Gemälde an die . Akademie ist der 29. September d. I., und muß jedes mit folgenden Attesten versehen sein: 1) daß der namentlich zu bezeichnende Concurrent sich zur jüdischen Religion bekennet, ein Alter von 22 Jahren erreicht hat und Zögling einer deutschen Kunst-Akademie ist; 2) daß das eingesandte Gemälde von ihm selbst erfunden und ohne fremde Beihilfe von ihm ausgesührt worden ist. Die so beglaubigten Bilder werden in die diesjährige Kunst-Ausstellung der Akademie ausgenommen, jedoch ohne Nennung ihrer Urheber. Die Publicirung des von der Akademie zuerkannten Preises erfolgt am 15. Oktober d. I., und besteht in einem Reisestipendium von 500 Thalern auf ein Jahr, welches jedoch unter Umstanden von neuem erworben oder auch dem Stipendiaten nach Verlauf eines halben Jahres entzogen werden kann. Die Transport-Kosten für die mit den vorgeschriebenen Attesten versehenen Gemälde übernimmt das Curatorium der Michael-Beer'schen Stiftung; die nicht zulassungsfähigen Arbeiten werden auf Kosten der Einsender zurückgeschickt. Berlin den 10. März 1838. Direktorium und Senat der konigl. Akad. d. Künste (gez.) Dr. G. Schadow, Director. — Der Jüngling, welcher vor einem Jahre den Mkchaet-Beer'schen Preis gewann, zur Studienreise nach Italien, heißt Julius Moser aus Gumbinnen, und befindet sich gegenwärtig in Paris auf der Malerakademie. Petersburg, 28 Febr. Nach dem schon einmal erwähnten Bericht des Fürsten Paskewitsch befinden sich im Zarthum Polen 420,062 Juden, so daß sich unter einer Bevölkerung von 4,103,196 Individuen jene zur ganzen Bevölkerung, wie ca. 1 zu 9 verhält, und zwar zu der katholischen, wie 1 zu nicht ganz 8, zu der griechisch-unirten, wie nicht ganz 2 zu 1, zu der griechisch-russischen, wie 358 zu 1, zu der evangelischen, wie 5 zu 2, so daß nächst der katholischen die jüdische Bevölkerung die stärkste ist. Unter dem russischen Zepter leben also in Europa 1,453,203 Juden. Lenkersheim*), 11. März (Privatmitth.). In jüngster Zeit haben in- und ausländische Zeitungen öfter von Leichenbegängnissen gesprochen, bei denen sich die immer mehr wachsende Toleranz und der Friede der verschiedenen Confessionen dargethan. Allerdings hat der Menschenfreund, Gott und dem Zeirgeiste sei Dank! öfter Gelegenheit, solche Bemerkungen in der .Wirklichkeit zu machen, als es in der Literatur sich jetzt darbietet. In diese mSinne stehe ich nicht an, Ihnen auch über ein Leichenbegängniß zu referiren das in diesen Tagen zp Markt-Erlbach Statt fand. Es galt allerdings einem wahrhaften Biedermanne, Herrn Meyer Kohn, dortigem Vorsteher. Eine große Zahl Männer aus allen Ständen und allen Glaubensbekenntnissen hatten sich vereinigt, und an ihre Spitze stellten sich der Herr Rabb. Dr. Löwi aus Fürth und Rabb. Selz aus Uhlfeld, beide im geistlichen Ornate, so wie der Herr Landrichter Bocke, Herr Civiladjunct Vogel, und der Herr Bürgermeister des Ortes. An der Grabesstatte hielt Herr *) Kreis Mittelfranken in Baiem.

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