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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1901-05-24 · Heft 21 (24.5.1901) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
65 (1901)
Issue
Heft 21 (24.5.1901)
Date
1901-05-24
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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MisreNrn. — Eine „sehr wichtige" Frage beschäftigte vor Kurzem die französischer! Zeitungen: War Murger. der Verfasser der „BoHome", Jude oder Christ? Die Einen behaupten mit großer Sicherheit, daß er ein Jude gewesen sei, die Anderen bestreiten es mit derselben Entschiedenheit. Das ist aber schließlich nebensächlich; weit interessanter ist es, zu erfahren, wie diese Polemik entstanden ist. Ein Pariser Kritiker hatte sich unlängst folgende Betrachtung geleistet: „Man müßte keine Ahnung von der Geschichte haben, um nicht beim Lesen des Hauptwerkes von Mnrger durch die große Ähnlichkeit frappirt zu werden, die zwischen den Typen Colline und Schaunard und den biblischen Gestalten Abraham und Jakob besteht. Es ist bekannt, daß diese vier Personen zu Lebzeiten ein abenteuerliches „Bohömien"-Leben führten". Abraham ein „Bohömien"! Jakob ein „Bohemien"! Wer hätte das je gedacht! So geht es aber, wenn man keine Ahnung von der „Geschichte" hat! Wenn aber Abraham und Jakob auch wirklich „Bohemiens" gewesen sein sollten, so wissen wir doch noch immer nicht, was das für oder gegen Mnrger's Judenthum beweisen soll. — In der archäologischen Abtheilnng des Kongresses der gelehrten französischen Körperschaften zu Toulouse legte Viktor de Swarte eine sehr eingehende Untersuchung über die Kleidung im siebenten Jahrhundert Var. Als Grundlage nahm er die berühmte Pentatenchhandschrift von Tours, die, nachdem sie durch Unterschlagung in die Sammlung Ashburnam gelangt war. jetzt durch Delisle für Frankreich wieder zurückerworbeu wurde. Wie in der etwas alteren griechischen Genesishandschrift zu Wien, sind hier die Hauptereignisse der heiligen Geschichte durch farbige Bilder illnstrirt. Man sieht Loth und seine Töchter. Sarah im Hause Abimelechs, Hagar und Sarah vor Abraham. Rebekka in reichen! Kleidernnd Haarschmnck. mit Perlenketten und Ohrgehängen. Jakob und Rahel Joseph, die Maurer überwachend, Pharao und Joseph, die Errettung Mosis n. a. Besonders fein ist der Traum Jakobs mit den dabei erscheinenden Engeln ansgesührt. Die aus dem 12. Jahrhundert stammenden Stickereien von Bayeux galten bis jetzt als die ältesten Denkmäler der Geschichte der Kleidung in Frankreich, jene Bilderhandschrist rückt nun unsere Kenntniß um ein halbes Jahrtausend hinauf, in die Zeiten Gregors von Tours und Dagoberts. Denn daß der Zeichner, von gewissen künstlerischen Umänderungen abgesehen, die Kleidung seiner Zeit sich zum Mustergewählt hat. daran läßt sich nicht zweifeln. Der Pentateuch von Tours zeigt im Wesentlichen Gestalten des Landlebens, doch in solcher Feinheit und Mannigfaltigkeit, daß dem Zeichner eine ziemliche künstlerische Begabung nicht abgesprochen werden kann. l?at2enkoker ^larine-tzrSu ist ein vo11muaäi§68 Bier, aus keiusttzin Hopken unä eäslstem Nalr. von ausxersieknetsr Lekümmlielikeit. ——— pl-sis fnbi Klaus. --- 30 ri.IA. 3 — „ L«.»I. 3 2S '/lo^o..»I. L.«S palreakofer krauerei M., I^anÄsdereer ^llee 24/27 81rom-8tras8e ll/l6. geMstk LäuLliok In käst allen OosekLktsn äer Konsum-Dranotis uoä in clvn eigenen VMalsn 6er kirma. krods-LllssekrulL SMsImsrtt 8/lv attsss ln allen kreisIs-FSn. Keller Lauskran besten» einpkodlsn. Küchen-Möbel Eisschränke Gar-eroben-SchrHnkr Verkauf bei Tischlermeister L. SvLLLS, Münzftraße 2, Hof Part. Gebetbücher all. Synagogen, Tallasse (in Wolle u. Seide), Silbertrefsen, alle Ritualien, Barmizwageschenke, großes wissenschaftlich. Antiquariat bei O. 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