Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-03-22 · Heft 35 (22.3.1838) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 35 (22.3.1838)
Date
1838-03-22
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3224737-3224856-3224892--00901-3293544
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

II. Jahrgang. Allgemeine 2H0. «90« Zeitung -es Zudenthums. bin unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse (Mit Könial. Sächsischer allergnadigfter Conceffion.) Leipzig, den 22. Marz 1838. Zeitungsnachrichten St. Petersburg, 24. Febr. In dem Budget des Königreichs Polen bis 1835 sagt der Fürst Paskewitsch auch: „Ungeachtet die Juden in Polen wahrend der Jnsurrection große Verfolgungen erlitten, so hat sich ihre Anzahl doch, wie dies die erste, gleich nach Wiederherstellung der gesetzlichen Ordnung bewirkte Revision darthut, keineswegs bedeutend vermindert, seit jenem Jahre vermehrt sie sich aber/' — Hamburg, 14. Marz (Privatmitth.). Ich lege den so eben erschienenen dritten Bericht unseres Stipendienvereins bei. Dieses Institut besteht seit Juli 1829, und ist durch Theilnahme, besonders der jungem Generation unserer Gemeinde, so wie auch einiger christlichen Freunde, bereits zu einem recht erfreulichen Gedeihen gekommen. Gewöhnlich werden 3 — 4 Studenten mit resp. 200, 250 und 300 Mark pro anno auch drei bis 4 Jahre unterstützt, mehrmals ist auch schon ein Beitrag von 10, 15, 20, ja 30 Frd'or. zu den Promotionskosten gegeben worden. Nur Hamburger oder Sonstige, die demselben gleich zu achten sind (z. 33. die sich 10 Jahre lang in Hamburg zu den Studien vorbereitet haben), werden bei Ertheilung von Stipendien berücksichtigt. Der Aspirant muß ein Maturitats- Zeugniß und auf Verlangen ein Testimonium paupertaiis bei der Meldung mit einreichen; sollte er keine Schule besucht haben, oder sonst verhindert gewesen sein, das Maturitäts- Examen zu machen, so ordnet die Direction ein eigenes Examen durch eine specielle dazu erwählte Commission an; die Norm dazu ist in den Gesetzen vörgeschrieben. Auch kann die Direction von den bereits auf Universitäten Studirenden alljährlich Zeugnisse über ihr Wohlverhalten und ihre Fortschritte verlangen. Die Direction ist verpflichtet die Namen der Stipendiaten zu verschweigen. Als Zweck des Vereins ist angegeben: Unterstützung unbemittelter Israeliten, die sich den Wissenschaften widmen, um nach vollendeten Studien das erwählte Fach als Israeliten auszuüben. Diejenigen, die sich der jüdischen Theologie oder dem Lehrfache widmen, werden bei übrigens gleichen Umstanden den andern sich Meldenden vorgezogen. Auch solche, die in einem Schullehrer-Seminar sich ausbilden wollen, werden unterstützt. Alle, die Stipendien vom Verein' erhalten, übernehmen die Verpflichtung, dieselben spater, wenn ihre Umstände es gestatten, zurück zu zahlen. — Die im Ganzen vom Isten August 1829 bis jetzt vertheilte Summe beträgt. 5000 Mark Cour. Die größte bis jetzt an einen Studirenden verabreichte Unterstützung betragt 1200 — — Das Kapital des Vereins beträgt jetzt . „ . .. 5770 — — Um der guten Sache willen fügen wir folgende Stelle des Berichts hinzu: „Der Betrag der ordentlichen Beitrage hat zu unserm Bedauern etwas abgenommen: wir wagen aber zu behaupten, daß eine Anstalt wie die unsrige, die es sich zum Ziele setzt, nicht blos augenblicklicher Noth ein Ende zu machen, sondern dem Unbemittelten zu einem Kapital zu verhelfen, dessen Früchte ihn für alle Folgezeit gegen Mangel sichern, und das ihm einen Platz in den ersten Reihen der bürgerlichen Gefellschaft anweiset, vorzugsweise zu berücksichtigen sei. Es gereicht uns zu besonderer Freude, unsern geehrten Contribuenten die Versicherung erneuern zu können, daß von den früher durch unsern Verein Unterstützten mehre bereits seit Jahren ihre praktische Laufbahn angetreten und in ehrenvoller Thatigkeit sich befinden. Darum ergehe hierdurch von Neuem der Aufruf an alle Diejenigen, denen eSntm Verbreitung der Bildung zu thun ist, durch recht reichliche Beiträge das Bestehen und Gedeihen unseres Vereins zu befördern." Königsberg, 4. März (Privatmitth.). Unter der Eingabe wegen Verbesserung des Gottesdienstes, die in No. 22. dies. Zeit, abgedruckt ist, stand noch eine Reihe Unterschriften hiesiger Familienväter, so wie folgende Worte: „Vorstehende, mir zur Durchsicht vorgelegte Einrich- „tungen sind meinerseits nicht nur zu billigen, son- „dern auch wünschenswerth in Ausführung zu bringen. I. Mektenburg, Rabbiner." Berlin, 8. März (Privatmitth.). Der als Dichter bekannte Ludwig Liber (Lesser) hat gestern von dem hiesigen russischen Gesandten, dem Grafen von Ribeaupierre eine äußerst kostbare Busennadel eingehändigt erhalten, welche Se. Maj. der Kaiser von Rußland ihm für ein Gedicht, das derselbe bei Gelegenheit der Annahme des Ehrenbürgerrechts der Stadt Berlin verfaßt, und welches den Ehrenbürgerbrief nach Petersburg begleitet hatte, bestimmte. Derselbe hat schon, früher von Sr. Majestät dem Könige von Preußen die goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft erhalten, und gibt somit abermals den erfreulichen Beweis, daß, trotz aller Machinationen Einzelner, selbst

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.