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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1900-10-19 · Heft 42 (19.10.1900) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
64 (1900)
Issue
Heft 42 (19.10.1900)
Date
1900-10-19
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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SjlpKchsaat. Geehrter Herr Redakteur! je Nummer 35 Ihrer geschätzte»» Zeitung bringt einen Bericht des neuesten Jahrganges des „Statistischen Jahrbuches für den preußischen Staat" über die Gebrechlichkeit in der Bevölkerung, d. h. der Blinde.»», Taubstummen und Geisteskranken. Die Juden stellen zu biefeii Kategorien einen ungewöhnlich große»» Antheil : Blinde 21 442, davon 315 Indern währsud nach dem Verhältnitz der Bevölkerung nicht mehr als 255 fein dürften. Taubstumme 28 721, davon Juden 51 tz, die Normalzahl wäre 341. Während das äußerst ungünstige Verhältniß bei der Geisteskrankheit der Juden, wie dort bemerkt wird, seine Erklärung in einer ganzen Anzahl von Ursachen findet, sei es schwer für die Erscheinung des so viel häufigeren Vorkommens von Taubstummheit bei den Juden eine Erklärung zu finden; doch scheine der Grund in der Verwandtenehe zu liegen. Mit Bezug auf letzteres erlaube ich mir folgende Momente in Erwägung zu ziehen, denn bloße Zahlen beweisen nicht immer. Vor allem möchte ich die Frage nahe legen, wo die Kindersterblichkeit eine größere ist, bei den Juden oder bei den Christen? Ist dies bei letzteren der Fall, wie man annehmen möchte — schon da die überwiegend größere christliche Landbevölkerung »ficht so leicht bei Kinderkrankheiten ärztliche Hilfe zuziehen kan»» — so stirbt damit auch natlirgemäß eine verhältnißmäßig größere Zahl der Kinder, die nfit de»» in Rede stehenden Gebrechen behaftet und daher »veniger widersta»»dsfähig sind, weg, die nicht in Anrechnung ko»ume»» kann. Ferner (was vor» noch größeren» Belang) »vitt uns der bloße Vergleich zwischen Christen r»nd Juden »licht stichhaltig erscheinen; der»»» es giebt evangelische ur»d katholische Christen. Nun aber ist die Licenz vor» Verlvandtenehen u»»ter den Evangelischen sogar unbeschränkter als bei den Juden, da beispielsweise bei jenen der' Neffe seine Taute (die Frau den Bruder ihres verstorbenen Ehenrannes, was hier zwar nicht n»itspricht).ehelicheu darf, was den Juden nicht erlaubt ist. Demnach wäre auch das Verhältniß der Taubstun»men zwischen der evangelischen und katholische»» Bevölkerung zu erforschen; de»»n aus vorstehend angeführten» Grunde miißte sich auch folgerecht unter den Evangelische»» ein erheblich höherer Prozentsatz vo»» Taubstummen Herausstellen als bei den Katholiken. Bon den circa 30 Millionen Einwohnern des preußischen Staates sind über 64 Prozent evangelisch, über 34 Prozent katholisch, et»va iV4 Prozent jüdisch. Es läßt sich also bei der überwiegend großen Bevölkerung derbeiden ersten Konfessionen eine stichhaltigere Wahrscheinlichkeit herausrechnen, als zwischen der großen Gesamrntzahl der i Christen und den» so geri»»geu Proze,»tsatz der Juden. Hierbei wäre vielleicht »»och zu untersuchen, auf welcher Seite vexhäl1ttlß»näßig mehr Verwandtenehen stattfinden, bei den Protestanten; oder bei den Juden. Wo dies hä»»figer vorkomrnt, läßt sich so ohne! Weiteres nicht behaupten, da das Standesamt bei der Koprrlirung des Brautpaars verrnuthlich r»icht darnach fragt, ob der Cousin seine . Cousine, der Onkel seine Nichte oder der Neffe seine Taute ehelicht. Die hier angeführter» Momente, »vohl auch noch andere, verdienen der Beachtung, um in beregter Sache einen »nehr haltbaren Schluß , ziehen zu können. Alsdann könnte es sich auch erweiseu, welche medizinische Schule im Rechte bleibt, die, welche jene Gebrechen den ' Verwandtenehe»» zuschreibt, oder die. welche dies bestreitet. Hochachtungsvoll Schwersenz, 14. September. M. G r ü u fe ld Lrieflrasten der Ke-aktiou.! J. L. in A.: Ein solcher Mann eignet sich allerdings nicht zum Vorsteher einer jüdischen Gemeinde. i L. in A.: Der 2. Februar 1895 entspricht de»»» 8. Schewat 5655, welcher auf eine»» So»»»»abe»»d siel. ch Geschäftliche Notizen. Der „Reichsbote" voll» 29. September 1897 schreibt:! Die seit 30 Jahren bestehende Piano forte- und Harmonium- Fabrik von Wilh. Emmer, früher Magdeburg, jetzt Berlin, Seydelstraße 20, hat es durch die Energie und de»» eisernen Fleiß ihres Inhabers, Herrn Wilh. En»mer. verstanden, ihren Fabrikate»» in in»u»er weiteren Kreisen einen guten Ruf zu verschaffen. Durch persönliche Beaufsichtigung der Fabrikation durch Herrn Emmer u»»d durch Verwendung nur des beste»» Materials stehen die Emmer-Instrumente den erstklassigen Fabrikaten in Bezug ans Klangfülle und Tonreinheit sowie exakter Ausführung in der äußere»» Ausführung eber»bürtig z»»r Seite; dabei sind die Preise äußerst mäßig und gelvährt die Firma die couj la»»testen Zahlungsbedi»»gungen. 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