Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 64 (1900)
- Issue
- Heft 35 (31.8.1900)
- Date
- 1900-08-31
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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Sprerhsaal. Geehrter Herr Redakteur! u dem Artikel „Der Israelit als Lehrer" bemerke ich. daß ich »»»ich Ggr in meiner Schrift über „Die Gleichberechtigung der Religionen rc." meines Wissens nirgends über den religiösen Charakter des Erfurter Realgymnasiums ausgesprochen habe, jedenfalls uiilit so. wie hier behauptet wird, daß also die Behauptung (S. 343), ich hätte die hiesigen Katholiken durch die entschiedene Betonung des einseitigen evangelische»» Charakters des hiesigen Realgymnasiums verletzt, eine gruildlose Verdächtigung enthält. Auch die Behauptung, daß dem Herrn Dr. Pick seine Versetzung auf feinen Antrag gewährt worden sei. ist nicht richtig. Er ist aus »neinen Ar»trag versetzt worden, und die Versetzung ist nicht leicht gewährt worde»». Ich mußte »»»einen Antrag mehrfach »viederholen. - Herrn Pick war viel daran gelegen hier zu bleiben. u»»d er hat alles aufgeboten, nur dieses Ziel zu erreiche»». Hochachtungsvoll Erfurt. 17. August. Dr. Zange. — Die Gtoickeu vor» Buchau. Man schreibt der „Fr. Z.": Eine S»)»»agoge mit einem Glockenthur»»» imb einem veritablen Geläut wird wohl ein kulturgeschichtliches Uniknn». »ve»»n nicht überhaupt. so doch mindestens' in Deutschland sein. Das kleine oberschwäbische, ehemals reichsfreie Städtchen Buchau a. Federsee, das als Heimath des „ersten Arkebusiers" ans „Wallensteins Lager" durch Schiller sozusagen eine litterische Berühmtheit erlangt hat. darf sich rühmen, in seine»» altersgraue»» Mauern auch diele Merklvürdigkeit zu besitzen. Die Glocke ist beka»»ntlicki den» jüdische»» K»»ltns durcha»»s fremd. Die Buchaner Synagoge ist sammt dem kleinen, sie krönenden Thürmchen, i»» den» die Glocke»» aufgehängt sind, im Jahre 1839 gebaut »vorbei». Die israelitische Oberkirchenbehörde in Württemberg hat verschiede»»tlich versucht, das dem Ritus so eirtschiede»» widerprecheude Glockenthürmchen zu beseitigen, aber uiemals Glück damit gehabt, so daß a»»ch he»»te noch die Buchaner Inden sich trotz Oberkl'rchenbehörde zu ihren religiöse»» Verpflichtungen d»»rch Glockengeläute rufen lassen. Was die Buchaner jüdische Ge»neinde an sich anla»»gt so ist es nicht ohne Interesse, daß sie'ungefähr ein Viertel der etwas über 2000 betragenden Einwohnerschaft in Bncbau ausmacht. Im Anfang der 60 er Jahre »varen es sogar erheblich mehr als ein Drittel. Die Zahl hat sich aber durch Ab»vaudernng »»m etwa 300 seil jener Zeit verringert. Die Reichsstadt Buchau gehörte nämlich seit den» E»»de des sechzehnten Jahrhunderts zu de»» wenige»» Orte»» des schlväbischen Kreises, in denen sich Juden in unbeschränkter Zahl niederlassen durften, »vährend dies an den »nejsten anderen Orten, z. B. auch in Uly», erst seit dem, Anfang des neuirzehnte»» Jahrhunderts der Fall »var. Nach der Aushebung jener Beschränkungen ist dann »»atürlich ein Ausgleich erfolgt, indem die jüdischen Gemeinde»» in den ehemalige»» Reservatio»»»'»» abgenommen haben, »vährend sie in a»»deren Orten gewachse»» sind. Dasselbe Blatt bri»»gt übrigens einen Auszug aus dem bayerischen Religionsedikt »nun 26. Mai 1818, „Beilage II z»» Titel TV § 9 der Bersasstnlgsnrknnde des Reichs", das nnr den in» Staate bestehenden öffentliche»» Religioi»sgesellscl»aften, z»l de»»en die der Juden nicht gehören, erlaubt, „sich der Glocke»» z»» bediene»»." Restaurant Vornehmst. Restaur. des Centr. Weine a. d. Herl. Rathskeil. Echt.u.hies. n .. „ Biere Berlin C« ^^^^a.d.gtadlb.26/27 a. Bahnh. Alex.-Pi. Vereinssalons zu vergeben. Fritz Falkenberg, Israelitisches Pensionat. Aeltere und junge Damen finden liebevolles Heim- und vorzügl. Verpflegung.' Mittagstisch für Nichtpenfionäre bei Spiro, Potsdamerstr. 97, 1, II. Portal M. 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