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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1900-07-20 · Heft 29 (20.7.1900) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
64 (1900)
Issue
Heft 29 (20.7.1900)
Date
1900-07-20
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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Sprechsaal. t achrichten. welche ich soeben erhalte, veranlassen mich im Folgenden. nochmals öffentlich vor jeder planlosen Auswanderung nach Cypern zu warnen. Ich erfahre nämlich, dab 28 rumänische Familien, welche völlig mittellos in Cypern landen wollten, nach Piräus zurückgesandt worden sind, und weiter wird mir aus Galatz geschrieden, daß 250 Seelen mit einem Segelschiff — und zwar gleichfalls völlig mittellos — soeben nach Cypern abgereist feien. Ich erkläre ausdrücklich, daß ich mit diesen Auswanderergruppen nichts zu thmr habe, als allenfalls, daß dieselben trotz meines Abrathens sich einem Lande zugeweudet haben, dessen Eignung für jüdische Kolonisation nach meiner Ansicht fest steht, in welchem man aber ebensowenig wie irgendwo sonst planlos und mittellos eine Ansiedelung bewerkstelligen kann. Die Cyprische Regierung gestattet die Einwanderung nur gegen eine Garantie, über deren Natur offizielle Mittheilungeu noch fehlen, die aber darin zu bestehen scheint (nach privater Information), daß jeder Immigrant i m Besitze von 5 Pfund Sterling sein muß. Die'Einwanderung in Cypern ist also nicht untersagt wie zur Zeit in Palästina und Kleinasien, sondern von ähnlichen Bedingungen abhängig wie in den Vereinigten Staaten, wo jeder Einwanderer 30. Dollars besitzen muß. In den mir zugekommenen Nachrichten werde ich gebeten, für die unterwegs befindlichen rumänischen Flüchtlinge die Einwandernngserlaubnitz in Cypern zu bewirkend und sicherlich werde ich thnn. was mir irgend möglich ist. Ob aber meine Mühe erfolgreich sein wird od er nicht --ich muß in jedem Falle jede Verantwortung für diese Verzw ei flungsthat ablehneu. Die Leute mit ßte u. daß sie mittellos iu Cypern n i ch t l a n d e n k o n n t e n, und der Führer der Gruppe hatte mich vor mehr als vier Wochen verständigt, daß der Verein sich aufgelöst habe. Von einer Einwanderung ohne Mittel und ohne O x ö a n i f a t i o u habe i ch v o n allem Anfang an gewarnt und muß es heute so dringlich wie je. Für Katastrophen, die daraus resultiren. das; eine Anzahl verzweifelter Flüchtlinge entgegen den Absichten der Landesregierung die Einwanderung zu forciren flicht, ist nicht zur Rechenschaft zu ziehen, wer den Namen des Landes in die Diskussion gebracht hat — sei es nun Cypern oder Amerika oder Palästina. Nochmals: ohne Organisation und ohne Mittel keine Immigration — am allerwenigsten in ein „neues Land"! Berlin (Hansa-Hotel). 5. Juli. David Triesch. Heirath! Für meine Schwester, 29 Jahre alt, hübsche Blondine, sehr tüchtig im Haushalt, m. gedieg. Aussteuer u. Wohnungs- Einrichtung an größerem Jndustrieplatz Westfalens, suche ich e. 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