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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1900-07-13 · Heft 28 (13.7.1900) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
64 (1900)
Issue
Heft 28 (13.7.1900)
Date
1900-07-13
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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Wisrellen. — Die Blutlüge. Jit den vierziger Jahren erschien eine von 58 getauften Juden, darunter der anglikanische Bischof von Jerusalem, erlassene Erklärung, die lautete: „Wir Unterzeichneten, von Geburt Juden, die noch als Erwachsene im Glauben und Ritus des Judenthums gelebt haben, jetzt aber durch Gottes Gnade Glieder der Kirche Christi stnd, erklären feierlich, daß wir niemals, direkt oder indirekt, davon gehört haben, geschweige denn selbst davon wissen, daß unter den Juden der Brauch bestehe, Christen zu tödten oder Christenblut zu benutzen, und daß wir die früher so oft gegen sie vorgebracht jetzt wieder aufgelebte Beschuldigung für eine thörichte und satanische Lüge halten." Der bekannte Juden- und Talmudfeind Pfefferkorn mahnte im Jahre 150/ nach gründlicher Zurückweisung der Ritualmordsage die Christen: „Fliehet und vermeidet diese lächerliche, falsche und. wenn Ihr es genau betrachten wollt, uns Christen nicht wenig zur Verachtung gereichende Rede. Bleibet bei der Wahrheit, indem Ihr solchen Wahn fallen laßt, o Christen! Wir wollen nicht etwas erdichten das falsch ist und uns keine Ehre macht." Mit besonders kräftigen Worten bat sich auch Martin Luther gegen dieses Blutlügenmärchen ausgesprochen. Man kann ans alledem ersehen, daß die Macht des Dummen und Niederträchtigen fester gefügt ist, die Gewalt des Vorurtheils größer als die Kraft der Wahrheit und des Lichtes. Geschäftliche Notizen. — Bad Salzbrunn i. Schl., im Juli 1900. Mit dem Vorschreiten der Kursaison nehmen nach bewährtem Brauche die Veranstaltungen, welche der Unterhaltung unserer Gäste dienen — und Kranke sowie Gesunde bedürfen derer, wenn sie hier wochenlang von ihrer gewohnten Beschäftigung sich fernhalten müssen — einen immer größere» Raum ein. Zu den beliebten Abendkonzerten, die theils im Kursaale, theils auf der durch zahlreiche elektrische Bogenlampen erhellten Kurpromenade stattfinden, gesellen sich seit dem 10. v. M. die Darbietungen des Kurtheaters (Direktion Ewers-Brieg), das sich des besten Rufes erfreut und durch seine wirklich guten Leistungen sich von Jahr zu Jahr in der Gurrst des Kurpublikums befestigt. Die fünf Spielabende der Woche fiub reich an Abwechselung xinb tragen jedem Geschmack Rechnung. Außerdem ist der Aufenthalt in dem vornehm ausgestatteten. luftigen Theatersaal ein sehr angenehmer. Gleicher Beliebtheit, wenn auch in kleinerem Kreise, erfreuen sich die in demselben Saale abgehaltenen Sinfonie- und Solistenkonzerte der Berg- und Kurkavelle, bei denen ab und zu auch auswärtige Künstler ihre Gaben spenden. — Freunde des Ballspiels danken der Fürstlichen Brunnendirektion die Neuanlage eines zweiten großen und praktisch angelegten Tennisplatzes. Die schattigen Kinderspielplätze, mit Barren. Reck. Rundlauf und Sicherheitsschaukel versehen, erwecken in der Welt der Kleinen hohe Befriedigung. Kann sie sich doch hiernach Herzenslust tummeln, ohne die vornehme Ruhe der Kurpromenade zu stören. -- Von Zeit zu Zeit finden festliche Beleuchtungen des Kurparkdurch tausende von Lampions, Kerzen und elektrische Glühlampen wie auch Scheinwerfer statt und werden vorn Kurpnblikum immer freudig begrüßt. Bis jetzt war die Saison vom herrlichsten. Wetter begünstigt; die Natur hat deshalb die Schäden, welche der lange Winter und die Spätfröste ihr zugefügt, überwunden und Prangt in herzerfreuender Frische. Die Frequenz Bad Salzbrnnns ist so hoch wie im Vorjahre und beträgt zur Zeit 2493 Kurgäste mit Begleitung und 1657 Durchreisende. zusammen 4150 Personen. Distinguirter junger Mann (Künstler) aus alt-adligem Hause sucht zwecks Heirath mit gebildeter, vermögender Dame in Verbindung zu treten. Gewerbsmätz. Berm. verv.r Off. unt. B.1. 2090 an Rudolf Moste, Bremen. Für eine 32 jähr. jüd. Wittwe, die e. ö jährig. 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