Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 64 (1900)
- Issue
- Heft 19 (11.5.1900)
- Date
- 1900-05-11
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
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Kprerhsaal. Geehrter Herr Redakteur! f estatten Sie mir durch die Spalten Ihrer Zeitung eine Anfrage an Ihren ansgedehnten Leserkreis zu richten. deren Beantwortung! für die jüdische Encyclopädie, an der ich als Redaktionsmitglied thätig j bin, von Interesse ist.! Ionathair Alexandersvhn ans Grätz. wurde 1833 tu Csaba in ' Ungarn als Rabbiner ausgenommen, gerieth im daranssolgenden Jahre! in Mißhelligkeiten mit seiner Gemeinde, die zu allerlei skandalösen! Prozessen und endlich zu seiner OmtlaffititQ führten. Ein Schiedsgericht von dem Rabbiner der Gemeinde Szanto. El. Löw. dem Verfasser des Schemen Rokeach eingesetzt, erklärte, daß der Rabbiner von Csaba ein Ketzer sei. der darauf ansginge, die Grundpfeiler unserer heiligen Lehre niederzureißen. Der gefährliche Mensch hatte nicht nur sich dazu hergegeben, einer von ihren» Manne, einen» Trunkenbolde und ausschweifenden Menscher» mißhandelte»» Frau zur Scheidung zu verhelfe»», »vas eine schwere Sünde war, da bislang »»och niemals in Csaba eine Scheidung vorge»»ommen »vorder» rvar und niemand wußte wie »um» de»» Namen Csaba tu hebräischen Letter»» transscribiren solle. Der Unglückselige hatte sogar „Salamiwürscht" aus Pest gegessen. 1 was Keiner thut, der „nur einen Funke»» Gottesfurcht in sich hat", > za, er hatte diese Delikatesse sich zu Gemüthe geführt, nachdem er kurz zuvor Schlveizerküse gegessen hatte. Nebe»»bei soll er de»» Gla»»be»» »»ach den» Tode geleug»»et haben, und als »väre an diesen Schä»»dlichkeite»» nicht genug, hat er im Frühling zu einer Zeit, »vo »»»an keines Feuers zum Heize»» bedurfte, an einem Sabbath Fe»»er machen lasse»» n»it Kaffee zu wärmen. Ist es ein W»n»der, daß ein solcher Ketzer de»» Ansspruch gethan haben soll, daß er bereit sei in jedem Falle eine!! erleichtert»de Entscheidnng anzn»»ehr»»e»». »vo sich »»»»r die geringste | Autorität dafür finde? We»»»» diese vo»» den Vertra,»ei»s»nännern des „Schemen Rokeach" als er»viesen ai»geno»n»neiie»» Anklagen auf Thatsachen bernhen, dürfe»» »vir getviß nicht daran zweifeln. daß dieser Alexandersvhn sich als Dritter zur Thora rufen ließ, oblvohl er ein „Levi" »var, daß er z»vei bis drei Sennneln aß. ohne sich die Hände z»r »vasche»», daß er morgens, nachde»»» er das Bett verlasse»», »»»ehr als vier Schritte gegangen »var, ohne sich vo»» den bösen Geistern durch Waschungen zu befreien m»d daß er — es ist schä,»dlich! — ohne Nachtmütze geschlafen hat. Diesem Ketzer »v»»rde das ihm gebührende Los zutheil. Er »vanderte Jahre lang i»» Deutschland. Frankreich, Italien u»»d E»»gla»»d »»»»»her, veröffentlichte im Jahre 1846 die auf seinen Fall bezüglichen Dok»»»nente unter de»»» laugathmigeu Titel „Ehrenrettung rc." Seither fehlt mir vo»» ihm jede Sp»»r. Ich »väre jedermann sehr verbunden, der mir rveitere Daten über den Mann, der auch in» Jahre 1839 in der „Allg. Zeitu»»g" einen gegen den Preßbnrger Rabbiner Moses Sopher gerichtete»» Artikel geschrieben hat. liefert» »vollte. Zn gleicher Zeit möchte ich de»itschen Gelehrte»» die Theilnahme an der jüdische»» Enchclopädie an das Herz legen. Das Unternehrnen ist von einer hervorragenden Verlagsfirma. Fnnk Wagnalls in New-Iork finanzirt. Ta»,sende von Dollars sind jetzt schon ausgegeben »vorder». Hervorrage»»de Gelehrte sind an den» Uuternehmen betheiligt. Es bedarf aber beso»»ders für kleinere Artikel der Theil»»ah»ne der weitesten Kreise. Ein Artikel »vie dieser Alexaudersohn »nacht dem Redakteur unsägliche Mühe, »venu sich nicht »villige Mitarbeiter ftnbeit, die Helsen »volle»» »n»d könne»». Jede Meldn»»g zur Mitarbeiterschaft »vird den» Unterzeichneten »villkommen sein. Hyde Park, Cincinnati. O. Professor Dr. G. Den t sch. Ein alleinstehender ju»»g. Mann, Jsr., Ritte 30er, von statt». Aeußern, in icherer u. angeseh. Stellung sich besind., ncht aus diesem Wege die Bekanntschaft iner Daine von 22—28 Jahre»», mögt, nit einem Vermögen vo»r 20—25 Mille, zwecks Herrath umachen. Die betr. junge Dame müßte arten GemütM sein. eine gute Bildung besitzen u. religiösen Si»»n haben. Gefl. 'lngeb. u. J. Ij. 6567 a. d. Exp. d.Ztg.?rb. Anonyme Zufchr. könne»» nicht berücksichtigt »verden, dahingegei» wird in ülen Füllen strengste Diskret, zugesich. Kaufmann, Anfang 30er, repräs. >lenß., akademisch gebild. Zuschneider, hlhaber eines slottgehe»»d. Manusakturi. Confectionsgeschäfts in einer lebhaft. Garnison - Provinzialstadt Westpreuß., vünscht passende Partie (mos. Relig.). Ritgift 20.000 Mark. Gefl. Offerten mter V A. 3985 an Rudolf Moste, Berlin O., Königstr. 56 erbeten. Geb. i.Dame» sympath. jugendl. Ercheing., i. d. 30er I., d. erst. Kreis, angeh., i. vermög. jüd. Fan»., vorläuf. Mitgift iö.000 M., »vünscht s. gut z. verheirathen n. vermög, wenn auch ält., alleinsteh. »errri. N»»r direkt ernstgem. Off. erb. u. ». Ij. 6672 an die Exp. des Berliner Tageblatts. Verrnittler verbeten. Gesucht auf sofort ein akademisch gebildeter Herr als Wrer. Reisebegleiter nr^ einen 17 jährigen jungen Mann, v. für längere Zeit. Offerten »nit Zeugenden Referenzen unters. ^.8^66 r» Rudolf llosse, Berlin SW. Suche zur diesjähr. Saison ein junges gewandtes Mädchen ix einen Vertrauensposten, auch kan»r \x die Zeit noch ein Lehrmädchen Erlernung d. feineren Küche placiren. Bad Colberg. Max Moses. Für ein 14—15 jähr. 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