Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 2 (1838)
- Issue
- Heft 31 (13.3.1838)
- Date
- 1838-03-13
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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II. Jahrgang. No. 31. Zeitung des Zu-cnthums. Ein impartheiischeS Organ für alles jüdische Interesse. (Mit Köuigl. Sächlicher ntterqriä'digfter Concemon.) Leipzig, den 13. März 1838. Zeitungsnachrichten. Paris, 20. Febr. (Privatmitth.). Das israelitische Comitv des Hilft- und Wohlthatigkeits-Vereins ist fast ganz durch das Consistorium erneuet worden. Die neuen Mitglieder wollen mit ihren Functionen die ^Bemühung, die Cultusgebräuche zu reformiren, vereinigen. In diesem Augenblicke beschäftigt sich eine aus dem Schooße des Comite's gewählte Commission mit einer hierauf bezüglichen Arbeit, über welche das Consistorium sich auszusprechen haben wird. Dies ist um so wichtiger, als das Consistorium über Cultusreform sich bis jetzt nie ausgesprochen, und sich die Sache also in Kurzem entscheiden wird, welche Richtung sie einschlagen soll. Eine neue Thatigkeit wird in das Eonsistorialwesen Frankreichs kommen, und wir können unsern deutschen Brüdern nicht genug Dank wissen, daß dies von ihnen angeregt, und zu uns verpflanzt worden. — Ueber den neuen Groß-Rabbinen in Metz, Herrn Lambert, dessen Installation Sie schon berichtetj(No. 15.), werden Sie ein Näheres in der mit heutiger Post an Sie abgegangenen Correspondenz finden. *** London, 10. Febr. (Privatmitth.). Unsere Voraussetzung (in No. 5.) ist eingetroffen. Es ist nun gemeinschaftlich vom Senate und der Regierung der Grundsatz angenommen worden, daß jeder Candidat für den Grad eines bachelor of arts nicht im griech. Testamente und in der christlichen Kirchengeschichte examinirt werden müsse, wodurch die Juden sehr benachtheiligt worden; sondern es bleibt einem jeden Doctorandus überlassen, ob er darin, oder auch im Urtexte des Ä. T. examinirt werden wolle, und dann wird ihm darüber auf Verlangen ein eigenes Zeugniß ausgestellt. — So hat sich denn, trotz aller Ränke, dieses Institut seine Freisi'nnigkeit bewahrt, und bleibt nach wie vor von aller religiösen und politischen Einseitigkeit frei, was allerdings in diesem Lande der Partheiung sehr schwierig ist. Deshalb wird denn auch die hiesige Universität von den Torys mißachtet, heimlich auch verabscheuet, weil sie wol einsehen, daß jeder Jüngling, der hier gebildet wird, ein natürlicher Gegner ihrer Ansichten und Interessen ist. Kopenhagen, 6. Februar. Die neulichst erschienene Schrift des Hrn. Algreen Ussing macht verschiedeneVorschlage zu Veränderungen der bestehenden Verfassung, die höchst freisinnig sind, und sich'als nothwendig für Dänemark berausstellen. Unter Andecm schlägt er vor, daß die Wahlbefähigungen nicht langer durch das christliche Religionsbekenntniß bedingt sein sollen, sondern namentlich möge den mosaischen Glaubensgenossen Wählbarkeit gegeben werden, wenn sie übrigens die erforderlichen gesetzlichen Eigenschaften besitzen; da die Juden in Dänemark in jeder andern bürgerlichen Beziehung gleiche staatsbürgerliche Rechte hätten. Leipzig, 24. Febr. (Privatmitth.). Obgleich Sie, H. R., erklärt haben, Joel Jacoby und Judenthum nicht mehr zusammen zu nennen, so erlauben Sie mir doch wol, ihn wenigstens noch einmal in der Art zu nennen, daß dieser das Judenthum wirklich enthoben, ihn ferner zu nennen. „Es wäre mir wünschenswerth, schrieb jüngst der Prof. Th. an Dt, D., wenn Sie für meinen Anzeiger eine Recension von Joel Jacoby's Schriften ausarbeiteten; ich hoffe. Sie werden ihn mit lockender Liebe behandeln und schonend auffassen. Wie ich so eben vernommen, ist er (Jacoby) bereits offen zur christlichen Kirche übergegangen, um so dringender empfehle ich ihn Ihrer schonenden Behandlung." Also was er längst nicht mehr der That nach war, ist er nun auch dem Namen nach nicht meh — rein Jude. Aufforderung zur Subscription auf einen hebräischen, exegetisch - philologischen Commentar zum ersten Buche Mosis. Aus dem literarischen Nachlaß des verewigten Hartwig Wessely, unter dem Titel: i ^7ri£3 j pii rvwo 730 und Srm '^22 iVmö mmi D^nn Der Name Hartwig Wessely ist wol keinem Freunde und Kenner der hebräischen Literatur unbekannt geblieben, und Alle, welche die zahlreichen und gediegenen Schriften des Verfassers kennen, wie dessen „Sittenbuch," „Erläuterungen zum Tractat Abot," seinen „Commentar zum Leviticus," seine „Synonymik rc." sind von dem Wunsche beseelt, auch den literarischen Nachlaß des Vers, zu besitzen