Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 64 (1900)
- Issue
- Heft 11 (16.3.1900)
- Date
- 1900-03-16
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Sprechsaal. Sehr geehrter Herr Redakteur! der vorigen Nummer Ihrer geschätzten Zeitung brachte!: Sie den Bericht des Ceutralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, der sich wieder mit dem Dörstling'schen Falle beschäftigt Gestatten Sie mir den Hinweis darauf, daß infolge der Vorkounnnisse in der Dörstling'schen Schule vor einem halben Jahre ans Veranlassung einiger wohlhabender jüdischen Familien des Westens indem Pensionat der Fräulein Peltesohn und Weis; ein Schulzirkel eingerichtet lvorden ist. In demselben sind bereits sänuutliche Klassen einer höheren Schule vertreten und die Zahl der Kinder, obwohl noch nicht alle Plätze belegt sind, docb schon recht erheblich. Erwähnen will ich noch, das; obivohl meist jüdische Kinder diesen Unterricht besuchen, doch demselben jede konfessionelle Einseitigkeit fern ist. Vielleicht geschieht mit diesem Hinweis mancher jüdischen Faniilie im Westen Berlins ein Gefallen. Mit größter Hochachtung Hochgeehrter Herr! Nr. 8 Ihrer werthen Zeitung finde ich eine Notiz, wonach der antisemitische Abgeordnete Werner im Abgeordnetenhanse — wahrscheinlich um damit zu beweisen, das; seine Partei besonders berufen ist das deutsche Reich zu beglücken — seine Glossen über jüdische Namen machte. - Wie würde nun wohl der Netter des deutschen Reichs erstaunen, wenn er erführe, das; in den! Wahlkreise seines engeren Parteigenossen, des Herrn Zimmermann. also in Lauske bei Ponuneritz in der Amts, hanptmannschaft Bautzen in Sachsen, der dortige Rittergutsbesitzer, dessen Ahnen sicherlich Wotan angebetet haben — ebenfalls Schmuhl heißt. Jni Uebrigen glaube ich, daß in der dortigen Gegend noch mehrere ächt arische Schnmhls lvahnen. Dessau. *2*“». Februar. Hochachtungsvoll A. 'Sr Sehr geehrter Herr Redakteur! in Sprechsaal der Nr. 7 Ihrer geschätzten Zeitung berichtet Herr Herzberg-Broniberg, das; man „in Posen bereits vor fast einen! > Jahrhundert" unter Berücksichtigung der jüdischen Festtage „Zahr-; Märkte verlegt habe". Ein Gleiches geschah auch innerhalb der hiesigen i Provinz noch vor dem von H. angeführten Jahre 1802. Die niir j vorliegende „Privitegirte Hildesheiniische Zeitung" vom Jahre 1801! (126. Stück, Donnerstag, den 13. August) enthält nämlich unter den „Avertissements" folgende amtliche Anzeige: „Auf Regnisition des Magistrats in Hannover lvird hierdurch von dem Magistrat der Altstadt Hildesheim bekannt gemacht, daß, wegen des am 8. September eintretenden Neujahrstages der Inden, der sonst ani 7. Septeinber eintretende Jahrmarkt zu Hannover, für dieses Mal am 31. August d. I. seinen Anfang nehmen lvird." H i l d e s h e i m , 16. Februar. Hochachtend Dr. L e lv i n s k h. Geschäftliche Notizen. Bon der Bersicherungs-Abtheilnng des Bankhauses Earl Neuburger, Berlin W., Französischestraße 14, lvird uns mitgetheilt, das; die Berloosnng der Berliner Pfandbriefe an: 26. März statifindet. Die PrÜlnie für die Versicherung gegen den eventuellen Coursverlust beträgt bei den 4 prozentigen 7 Pfg., prozentigen 14 Pfg. und prozentigen 30 Pfg. pro 100 Mark. Israelitische Heirath von Verwandten für eine Dame aus guter Familie gesucht. Betr. ist von hübscher, stattl. Erscheinung, musik.. in jeder Bezieh, durchaus fein gebildet u. wirthschaftlich erzogen. Ausstattung reichlich, jedoch k. Mitgift. Reflekt. in gut. Position, auch Wittwer m. Kindern, die auf beste Erziehung derselben, sowie auf eine ideale Häuslichkeit Werth legen, mögen Adr. unt. F. A.C.4826 Ritvolf Masse, Frankfurt a. Main, senden. Heirath. Dame, ledig, 42 Jahr, 0000 Mk. Verlnögen, sucht mit passend. Herrn in Verbindung zu treten. Nicht anonhme Offerten unter J. I>. 5637 an die Exped. d. 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Man wende sich direct an die „Änb-Dircrtion der Dirtorm zn Äcrlin Mohrenstr. 45. S. I. Leszhnsky. Herzliche Bitte. Welche edeldenkende Leser dieses Blattes Helsen den Unterzeichneten, ein der jüdischen Kultusgemeinde zn Grenzhansen, Unterwesterwald, angehörendes altes, braves und fleißiges Ehepaar zn unterstützen? Diese beiden alten Leute, welche sich von einem kleinen Gemüsebandel und von Bokengängen kümmerlich nähren, bewohnen einen kleinen Anbau der alten Synagoge, wofür sie, obwohl derselbe sehr feucht und baulich äußerst mangelhaft ist, hohe Miete zahlen müssen. Da nun eine andere, für ihr Geschäft passendere Einzel-Wohnung hier kaum oder nur unter Aufwendung größerer Kosten zu haben ist, so beabsichtigen die Unterzeichneten, den beiden Alten zu einem eigenen Häuschen zu verhelfen, das nach Anschlag des Baumeisters etwa 2600 Mark kosten soll. Weil aber die Leute diese Summe nicht aufbringen können, zumal ihnen noch Ihre Ersparnisse vor etwa einem Jahre gestohlen sind, ihre verheirateten Kinder für sich genug zu kämpfen haben, so wenden sich Die Unterzeichneten an die Mildthätigkeit Edeldenkender mit der Bitte um Unterstützung. Etwaige Beiträge wolle man an die Schriftlöitung dieser Zeitung oder an die Unterzeichneten einsenden. Grenzhauferr, den 10. März I9<>a Dr. Weingarten, O. Krall, Rabbiner zu Ems. Rektor zu Grenzhausen.