Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 64 (1900)
- Issue
- Heft 6 (9.2.1900)
- Date
- 1900-02-09
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Miscetten. — Vor l) u n d e r t I a h r e ii. Sehr zu rechter Zeit kommt die Erinnerung au ein hübsches Gedicht, welches ein deutscher Dichter vor nunmehr hundert Jahren unter dem Titel „Mein Glaube" gedichtet hat. Dasselbe lautet folgendermaffen: Ich glaube, das; die schaue Welt regiere Ein hoher, weiser, niebegrifi'ner Geist. Ich glaube, das; Anbetung ihm gebühre. Dach uu’ife ich nicht, wie mau ihn würdig Preist. Nicht glaub' ich. das; der Dogmen blinder Glaube Dem Höchsten würdige Verehrung sei; Er bildet uns ja. das Geschöpf im Staube. Vom Irrthum nicht und nicht von Fehlern frei. Drum glaub' ich nicht, das; vor dem Gott der Welten Des Taluind und des Alkoran Bekenner n> e u i g e r als Cliristeu gelten; Verschieden zwar, doch Alle beten an. Ich glaube nicht, lveun mir von Irrlvahu hören, Der Christenglaube mache nur allein Uns selig; lveun die Finsterlinge lehren: „Verbannt muf; jeder Andersdeuker sein." Das hat der Weise, der einst seine Lehre Mit seinem Tod besiegelt, nie gelehrt; Das hat sürivabr — dem Heiligen sei Ehre — Keil! Jünger je aus seinem Mnlld gehört. Er lehrte S ch v n n u g. S a u f t m u t h. Duldung üben, Verfolgung lvar der hohen Lehre fern; Er lehrt' ohn' Unterschied die Menschen lieben. Verzieh den». Schwachen und dem Feinde gern. Ich glaube an des Geistes Auferstehen. Das;, wenn dereinst das matte Auge bricht. Geläuterter wir uns dort Wiedersehen; Ich glaub' und Hofs' es. doch ich lveis; es nicht. Dort glaube ich. lverd' ich die Sehnsucht stillen. Die hier das Herz ost foltert und verzehrt. Die Wahrheit glaub' ich. lvird sich dort enthüllen. Dem Geiste klar, dem liier ein Schleier lvehrt. Ich glaube, das; für dieses Erdenleben — Glanb's zuversichtlich, trotz der Dentlerznnft — Zlvei schöne Hüter mir der Herr gegeben; Das eine Herz, das andere heisch Vernunft. Die letzte lehrt mich prüfen und entscheiden. Was ich für Recht, für Pflicht erkennen soll. Laut schlägt das Erste bei des Bruders Freuden, Nicht nun der. lveun er leidet, warm und voll. So will ich denn mit regem Eifer üben. Was ich für Wahrheit und für Recht erkannt; Will brüderlich die Menschen alle lieben. Ain Belt, am Hudson und am Gangesstrand. Ihr Leid zu mindern und ihr Wohl zu mehren, Sei jederzeit mein herrlicher Berns. Durch Thalen glaub' ich windig zu verehren Den hohen Geist, der wich und sie erschuf. lind tret' ich dann einst ans des Grabes Tieren Hin vor des Weltenrichters Angesicht, So lvird er meine Tha ten strenge prüfen, Doch ul einen G l a u b e u. n e i n, d a s g l a n b' i ch u i ch t. Der Verfasser dieses Gedichtes lvar der katholische Prälat Igllaz Heinrich Karl Freiherr von Wessen b erg, Domherr, Generalvikcn im Bisthlilll KonstailZ, der es vor hundert Jahren, im Jahre 1799 schrieb. Und hellte? 'Sr l — E i u seltsamer Vorlvurs. Dieser Tage starb in Neuhäuse in Ungarn eine 108 Jahre alte Frau Glüekslllauu. Von dieser Frau lvird folgende hübsche Anekdote erzählt. Vor mehreren Jahren starb ihr Mann: er hatte ein Alter von 94 Jahren erreicht und das Paar hatte fast 70 Jahre in glücklicher Ehe nliteinander die Freuden und Leiden des Lebens getheilt. Die Wittlve lvar untröstlich über den Tod ihres Mannes und sagte schluchzend zu den beim Leichenbegängnisse erschienenen Anverwandten: „Seht Ihr! Als ich ihn nahm, hat man mich gleich geivarut, ich solle ihn nicht heiratheu. denn er ist ein kranker Mensch . . Lrieftraste» der Uedaktiou. L. K. in Schw : Leider können wir Ihnen darüber keine Auskunft geben. Wenden Sie sich all einen Rabbiner. Wiltwer, mosaisch, Prov. Posen, 'Anfang der 5Oer Jahre, in guten Verhältnissen, Hausbesitzer, wünscht sich mit einer kinderlosen Wittwe oder älteren Dame iin Alter von 40 bis 50 Jahren von angenehmem Aeutzern, streng religiös, zu verheirathen. Offert, erbeten an die Erped. des Bert. Tageblatt Berlin 8., Prinrenstraüc 41, unter Chiffre F. K 1210. 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