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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1900-02-02 · Heft 5 (2.2.1900) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
64 (1900)
Issue
Heft 5 (2.2.1900)
Date
1900-02-02
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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Sprerhsaack. Geehrter Herr Redakteur! rst heute kommt mir die Nummer Ihres Blattes vom 15. Dezember V v. I. zu Gesicht, itnb da dräuet es mich, wenn auch etwas verspätet, dem Artikel: „Noch etwas über die Fraueufrage" Einiges entgegen zu setzen. i Zunächst muß ich die jüdischen Frauen der gebildeten Ställde! wenigstens energisch vor dem Vorwurf der Gleichgiltigkeit und sogar j der Ablehnung gegenüber der modernen Fraueufrage bewahren. Ich! habe an den verschiedensten Orten fast ausnahmslos großes Interesse für! die Sache, und recht häufig auch durch die That bewiesenes Interesse.! gefunden. Ablehulmg ist in diesem Falle aber nicht der Superlativ! von Gleichgiltigkeit, man kann sehr wohl sich für die Fraueufrage interessiren, ohne ihr in allen Theilen zuzustimmen. Und in dieser! Lage befinden sich thatsüchlich sehr viele Frauen, die, wenn ich so sagen kann, eine Art platonischer Neigung für die Frauenfrage haben. Wo aber erst ein Interesse ist. kommt mit der Zeit auch die Wärme und Thatenlust. Eine plötzlich erwachte oder geschürte Leidenschaft Pflegt nicht von langer Dauer zu sein. Darum kann ich von einer Propaganda unter den jüdischen Frauen zur Zeit kein Heil erwarten. Ich begreife auch nur 311 wohl, daß jede feinfühlende jüdische Frau sich hüten wird, sich gerade heutzutage vorzndrängen. Das hieße der guten Sache nur schade!,, denn bald sagten dann die Gegner: die Frauenbewegung ist eine Judensache, bleibt davon. Außerdem kann man sich nicht blindlings in solche Bewegung hineinstürzen. man kann, will man Tüchtiges leisten, nur allmälig hineinwachsen, und, mit wachsender Erkenntniß und Liebe für die Sache, nach und nach selbst schaffen und andere geeignete Elemente heranziehen. Also das Interesse wecken, wo es fehlt, das könne!, und sollen wir; zur That anregen, das nlnß die Zeit und das eigene Herz, der innere Trieb. Die Verfasserin jenes Aussatzes mahnt die besser situirten Familien, ihre Töchter auf eigene Füße zu stellen, indem' sie dieselben einen bestimnlten Beruf erlernen lassen. Soweit meine Kenntniß reicht, lvird gerade in solche!» Familien des Mittelstandes den Töchtern fast stets eine derartige Ausbildung gegeben, die sie unabhängig davon macht, um der „Versorgung" willen zu heirathen. Gerade in guten Kreisen, besonders in großen Städten, kehrt die Erkenntniß mehr und mehr ein, daß das junge Mädchen selbstständig sein müsse. Vielmehr sind es die Unbemittelten oder Wenigbemittelten, die in dieser Beziehung ganz altmodischen Getvohnheiten huldigen, vielfach auch von einem gänzlich ungerechtfertigten Hochmuth falsch geleitet werden. Indische Dienstmädchen sind höchst selten, obwohl vielen kinderreichen Eltern eine große Wohlthat geschähe, wenn die Töchter in guten Häusern zugleich etwas lernten und verdienten. Aber das ist nicht vornehm genug für die meisten. Eine jüdische Wäscherin oder Plätterin ist mir noch nie bekannt geworden, eher schon eimnal eine Näherin. Dagegen giebt es Lehrerinnen, Erzieherinnen, Buchhalterinnen n. die Menge. Ich glaube, das berveist schon allein, daß sich in erster Linie bessere Familien bemühen, ihre Töchter fürs Leben zu rüsten. Znm Schluß möchte ich noch die Verfasserin bitten, einen Passus ihres Aussatzes zn verbessern oder zu erklären, sie sagt nämlich: „es werden auch dann bei uns Inden lveit mehr und weit glücklichere Ehen geschlossen werden." — Selbst ans dem Zusammenhang gerissen, ist dieser Satz leicht 31t widerlegen; denn thatsüchlich giebt es nur wenige jüdische alte Jungfern — also werden doch nicht so wellig Ehen geschlossen, und dann ist es eine, selbst voll unseren Gegnern zngestandene Thatsache, daß iln Dlirchschnitt die jüdischen Ehell die glücklichereil sind. Indessen — das Bessere sei der Feiild des Guten — es kann nichts schadell, wenn noch mehr Ehen geschlosseil werden und wenn diese noch weit glücklicher ansfallen. Wellll ich aber den Worten ktllger Männer von viel Lebeilsersahrnng trauen darf, so lvird die Frauenbewegnllg, wie sie heute ist. dazu nicht verhelfen, eher das Gegelltheil. Dies sind meine lvesentlichsten Einwendnngeil gegen die Aussührnngen voll E. G. Es würde mich illteressirell zu erfahre»», wer von »ins beiden die »»eistell Allhänger hat. Hochachtuilgsvoll Seesen. 7. Januar. Frau B. Philippsoll. Miscrlten. — G r i'l ndli che V 0 rl e s»l»» g e»l. Ulrich Pregitzer, Professor in Tübingen las von» 27. März 1620 bis 28. Allgust 1624 in 812 Lektionen über Daniel, dann im Verlauf voi» 25 Jahren in 1509 öffellttichen Vorträgen über den Jesaias, began»» all» 1. Juli 1649 de»» Jeremias »llld erklärte die erste Hälfte desselbe»» bis znm 10. April 1656. „an welchen» Tage er 80 Jahre alt in» Hern» entschlief". - Wi e im vorige»l Iahrh un d ert I n denve r s0 lgungen e n t ft a 11 D e 11, dafür theilt v. Drehhanpt in seiner Geschichte des Saalekreises (Halle. 1775) eil» interessantes Beispiel »nit. Im Jahre 1724 griff ein betrllnkener Student einen nach der Shnagoge gehellden Jlldei» all. Dieser wurde aber seiller »llächtig. schtllg ihll, nahm ihln den Degen ab lind brachte ihl» in das Hans des Shildikus. Darüber kanl es zu eillem gefährlichen Tumult, der einige Tage dauerte. Der Jlldentempel und eillige Jndenhänser wurden gestürlnt, gai»z ruiuirt Mld von dem zulausendel» Pöbel ausgeplülldert. S.FIeischer’s Restaurant Seydel-Straße 2, I, am Spittelmarkt, empfiehlt kräftigen Mittagstisch. — Abonnement und Pension. 'VanqßuaöaU in spnhqnvFaaq qsgLZ asg iaq 9 Prphvl a;mvagZnunU rriL Z wwna •uüiquaiiiwuß lamgi sugqqneiaiQ Verbessere Deine Schrift! Für 5 Mk. lehre Jeden Schönschreiben. Ferner un t er r i ch fce i.B u chf ü h r., Briefstil, Rechn.,Dtsch., Georq Woltersdorf, Dir., Möckernstr. 113. »eben erschienen in 111 einein Verlage zwei litterarisch werthvolle, äuszerst spannend geschriebene Romane, welche durch alle Buchhandlungen (sowie durch Unterzeichneten Verlag) zu beziehen sind: ♦t Anonym Nom Alt U Von (Marie Stadt. SSO Seiten. Preis 4 Mk. In gar spannender Darstellung schildert die rühmlichst bekannte Verfasserin die Folgen anonymer Briefe, die eine intrigante Salonschlange in der Gesellschaft einer Proviuzialstadt und deren Gutsnachbarschaft verbreitet. Man wird bei der Lektüre der konfliktreichen und bewegten Handlung, die sich in dem gut beobachteten Milieu adliger Familien und deren Anhang abspielt, unwillkürlich an gewisse hauptstädtische Vorgänge der jüngsten Vergangenheit erinnert. Mit großer Geschicklichkeit ist ».er Knoten geschürzt, dessen Lösung eine Reihe von Ueberraschungen bringt. Kein Leser wird diesen litterarisch werthvollen Roman, der zweifellos großes und berechtigtes Aufsehen machen wird, unbefriedigt aus der Hand legen. „Am Zuchthaus Ui von vorbei Jtnna (Aeßmsch. 420 Seiten. Preis 4 Mk. Die junge talentvolle Schriftstellerin, deren „Blutstropfen" erst unlängst bei der Kritik Aufsehen erregten, führt den Leser in eine fremde Welt. Hinter den Gittern eines Zuchthauses, und zwar im Hause des Direktor?, spielt sich ein aufregetldes Drama ab. Er selbst, der gestrenge Beamte und sein Bruder schleppen eine geheime Schuld aus ihrer Jugendzeit mit sich herum, die, der Entdeckung nahe, das Glück ihrer Familien bedroht. Der Konflikt wird dadurch verschärft, daß der Schwiegersohn des Direktors, ein angesehener Richter, amtlich mit der Untersuchung betraut wird und einen schweren Kamvf zwischen Pflicht und Liebe kämpft. Mit großem Geschick und hoher dichterischer Kraft versteht die Verfassern ... . , ... nt, den Leser bis zur letzten Seite zu fesselt» Rudolf Mosse, üftlin SW. 19, 2rrusalemrrstr. 48/49. Verlagsbuchhandlung. Rasse-Hunde-Zucht-Anstalt Arthur Seyfarth Köstritz, Deutschland. Weltbekanntes Etablissement. Gegründet 1364. Lieferant vieler europäischer llö/e. Prämllrt mit höchsten Auszeichnungen. Versand diverser Specialität. moderner Kenommir-, Luxus-,Salon-, Jagdu. Sporthundel Jagdu. Vorstehhunde, Pointer, Setter, Sohweisshde., Bracken, Dachshde., Kuss. Windhde., Bernhard., Neufundland., Wolfshunde, Mastiffs, Kolossal-Doggen, Dänische Doggen, Dalmatiner, Bulldoggen, Terrier, Pudel, Rattler, Affenpintscher, Möpse, Zwergpintscher, Spitzer, Malteser, Wachtelhunde, Colleys, Schäferhunde. Garantirt erstklassige Qualitäten, lilustr. Album u. Catalog M. 1.25 frco. Das interessante Werk „Der Hund u. seine Rassen, Zucht, Pflege, Dressur, Krankheiten1' — Mark 6 franco. Export nach allen Weltthellent

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