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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-02-24 · Heft 24 (24.2.1838) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 24 (24.2.1838)
Date
1838-02-24
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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II. Jahrgang. No. 24. Zeitung des Zudenthums. bin unparlheiisches Organ für alles jüdische Interesse (Mit Äonial. Sächsischer alier^irä'diqfter Eonccsiiün.) Leipzig, den 24. Februar 1838. Zeitungsnachrichten. Wien, 1. Febr. (Privatmitth.). Mit wahrer Herzensfreude berichte ich Ihnen vorläufig über eine Prachtausgabe von des unsterblichen Mendelssohns sämmtlichen Werken in Einem Bande, die so eben bei Schmidt und Klang herausgegeben wird. Die erste Hälfte ist erschienen mit einem vortrefflichen Kupferstiche Mendetssohn's und Facsimile. Die andere Halste erscheint noch in diesem Monate. Der Preis des Ganzen ist 4 Thlr. Das Werk ist nicht förmlich im Buchhandel. Auf feinstem Velinpapier mit scharfen Lettern, ist es auf dem Titel mit Recht als „National- Denkmal" bezeichnet, und können wir in Gottes Namen „Deutschlands" hinzufügen. Die erste Hälfte enthalt: Phadon, Morgenstunden, Jerusalem, über die Evidenz, über die Seele, über die Empfindungen und kleinere philosophische Schriften. Dresden, 12. Febr. (Vorläufige Berichtigung.). In dem Berichte aus Dresden No. 17., die dasige israelitische Schule betreffend, sind einige Aeußerungen über das Verhältniß der Talmud-Tora-Casse zur Gemeindeschule ungenau, und beruhen entweder aufJrrthum oder absichtlicher Verhüllung der Wahrheit. — Da nächstens in d. Zeit, eine authentische Mittheilung über diesen Gegenstand erfolgen soll, so werden die geehrten Leser darauf hingewiesen. B. Magdeburg, 11. Febr. (Privatmitth.). Die schon öfter angeregte Broschüre: „Die Juden, ihre Bestrebungen und ihre Denunzianten" ist nunmehr erschienen. Sie bietet eine bündige Darlegung alles dessen, was die Juden jetzt erstreben, was zu erreichen sie willig die höchsten geistigen wie materiellen Kräfte aufwenden, daß eine spätere Zeit ihnen dafür ihre Anerkennung und ihren Dank nicht vorenthalten wird. Aus dieser Darlegung ergibt sich dann unverholen die Doppelzüngigkeit und Heuchelei derer, welche diese edlen Bestrebungen mit Deismus und revolutionären Umtrieben verdächtigen und hinrertreiben wollen, und die neuerdings sich öfters haben hören lassen, — ein Umstand, der um so weniger jetzt, wo die Gesetzgebung mehrerer Staaten mit verschiedenen neuen Verordnungen umgehen soll, außer Acht gelassen werden durste. Mag der redliche Wille, der auch diese kleine Gabe dargebracht, diesmal einen guten Anklang finden, jedoch nicht blos in den Kreisen derer, die es betrifft. Politische Controle. Namen der Juden. Wenn irgend eine Frage siegreich und vollständig entschieden, und unwiderlegbar dargethan worden ist, so ist es die über die Namen der Juden, ihren Ursprung, ihre Geschichte, ihr Verhältniß. Freilich hatte dies immer nur Gegenstand der antiquarischen Wißbegier bleiben, nie einen politischen, einen bürgerlichen Werth erhalten sollen — da dies aber nicht also ist, so muß man es dem Dr. Zunz um so mehr Dank wissen, daß er die Untersuchung einer trocknen Nomenclatur nicht gescheut, und die evidentesten Ergebnisse herausgefördert hat. In seinem Schriftchen (Leipz. bei Fort, S. VIII. ü. 125) beweist er: erstens, daß die Namen der Juden zu keiner Zeit rein jüdischen Ursprungs waren, sondern stets und unbeschränkt aus andern Sprachen und von andern Völkern entlehnt waren; zweitens, daß sehr viele sogenannte christliche Namen den Juden entlehnt sind, so daß eine große Reihe solcher, den Juden versagter Namen, rechtliches Eigenthum der Juden waren. Heben wir daher die bedeutendsten geschichtlichen Momente hervor. Schon zu Esra's und Nehemia's Zeiten kommen Namen aramaischen Ursprungs vor, wie Meschefabel, arabischen wie Schisa, babylonischen und persischen wie Mardochai, so daß also in der Zeit der erwachten Sehnsucht nach der alten Herrlichkeit nichts weniger als ein ängstliches Auflesen aus Gesetz und Propheten, kaum ein Festhalten an alterthümlichen Namen sich zeigt. Ein jeder folgte, wie das Bedürfniß ihn antrieb, dem Fortgange der lebenden Sprache, und die Empfindung durfte frei mit dem Wortschätze schalten. Noch bunter wird die Namenreihe in der griechischen Periode, wo schon vor Herodes eine große Zahl griechischer Namen in den jüdischen Familien gang

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