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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-02-17 · Heft 21 (17.2.1838) · p. Seite 84

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 21 (17.2.1838)
Date
1838-02-17
Page
Seite 84 (sequence 4)
Language
German
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84 Sonne; n^a, die Sonnenwende, der Abend; övtöi, die Abendröthe; Nmw, der Abend- oder Nacht-Dämmer; r\hv n^Sn tjn», dieLeuchte des Mondes steigt empor; *nnM dSu/n, la Mond scheint im vollen Lichte. — In der talmudischen Zeit war eine systematische Verarbeitung der einzelnen Wissensfacher ven Juden etwas völlig Fremdes, um wie wie! mehr die Umsetzung eines solchen WisienschaftsystemS in poetische Termen. Die Details einzelner wissenschaftlicheu Erkenntnisse wurden lediglich unter der Einheit desjenigen Gesetzes zusammengefaßr, bei welchem sie zur Sprache kamen; die Wissenschaften blieben immer etwas Dienendes, Untergeordnetes, und konnten deshalb zu keiner Selbstständigkeit gelangen. Wie etwa die christlichen Moralvorschriften ehedem nur in Verbindung mit den christlichen Glaubenswahrheiten abgehandelt wurden, bisCalixtus den ersten Versuch machte, die Moral, bisher ein bloßes Corollarium der Dogmatik, in der Form einer besondern Wissenschaft zu bearbeiten; so lehnten sich in der talmudischen Zeit die natürlichen Kenntnisse an die göttlichen Gesetze oder rabbinischen Satzungen, sie bilden nur gelegentliche, in sich einheitslose Aggregate, sie haben gleichsam noch keine eigene Axe. An besondere Theile des synagogalen Rechts knüpften sich besondere Theile der Wissenschaft, wie an Kilajim (von den gesetzwidrigen Vermischungen heterogener Dinge), Erubin (von den erlaubten sabbatlichen Verbindungen) und Suka (vom Laubenfestc) die Mathematik, an die Gesetze über die Wethe des Noviluniums die Astronomie, an Chulin die Zoologie, an Nida (von den weiblichen Krankheiten) so wie an mehre andere LH eile des Nomokanon die Physiologie. — (Fortsetzung folgt.) Anzeiger. Zu demselben werden Annoncen aller Art gegen 1 Gr. Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum ausgenommen. Die Verlagshandlung. Wichtige Anzeige für Israeliten. Der Druck der: deutschen Volts- und Schul-Bibel für Israeliten auf's Neue aus dem Masoretischen Texte übersetzt und erläutert von. Dr. Gothold Salomo» in Hamburg. Stereotyp, gr. 8. Englisch Velinpapier wird in einigen Wochen vollendet. Die erste Abtheilung (der Pentateuch) ist bereits im Anfänge dieses Jahres ausgegebcn. Alle, welche diese Bibel noch zum zweüen Subskriptionspreis von 2Lhlr. zu erhalten wünschen, wollen baldigst sich an ihre Buchhandlung wenden. Sammkliche solide Buchhandlungen in Deutschland, Oestreich, Ungarn, der Schweiz, Dänemark, Rußland und Polen haben die erste Äbtheilung vorräthig, und nehmen weitere Bestellungen an. Altona, den 1. Februar 1838. T. F. Hammerich. Gründung einer Handlungs-Schule in Berlin. In der Ueberzeugung, einem dringend gefühlten Bedürfnis abzuhelfen, und von mehren achtbaren Familienvätern dazu aufgefordert, beabsichtige ich, die bisher von mir geleitete höhere Schulanstalr für Knaben jüdischen Glaubens zum 1. Mai d. I. dahin zu erweire/n, daß ich derselben noch eine höhere, blos zur Ausbildung für den Kaufmannsstand bestimmte Klasse, hinzufüge. Es soll dieselbe für Knaben von .13—17 Jahren bestimmt sein, welche während eines zweijährigen Cursus in Allem, was zum praktischen Leben des höheren Kaufmannsstandes gehört, hiermit vorbereitet werden sollen, daß sie von hier unmittelbar ins Geschäftöleben eintreten können. Die Hauptgegenstände des Unterrichts in dieser Klasse werden sein: Französische und Englische Grammatik, Convcrsation und Correspondenz, die Kenntniß der höchsten kaufmännischen Rechnungsarten, als: Cours-, Wechsel-, Zins-, Gesellschafs- Rechnung; verbunden mit einer Kenntniß der Arithmetik, welche die Lösung der schwierigsten Aufgaben erleichtert, Buchhalterei und eine allgemeine Kenntniß des Wechselrechts, deutscher Styl im Allgemeinen, vorzüglich aber der kaufmännische Geschäftsstyl, Geographie mit besonderer Berücksichtigung derProductenkunde, Geschichte, Naturwissenschaften,Schreiben,Zeichnen und endlich Techn o logie (Waarenkennrniß), für welcheLehrgegenstände ich mich mit bedeutenden Kaufteulen und Fabrikanten hiesiger Stadt in Verbindung gesetzt habe. Je schwieriger es ist, zu diesen sonst selten gelehrten Unterrichtsgegenständen passende Lehrer zu finden, desto mehr habe ich mich bemüht, nur die besten für.jede Disciplin zu wählen, damit dieses neue Institut, das einem so bedeutenden Bedürfnisse zu entsprechen bestimmt ist, auch seinen Zweck vollkommen erfülle. Meldungen hierzu bitte ich so bald als möglich an mich gelangen zu lassen, damit ich meine Einrichtungen danach zu treffen im Stande bin, wobei ich zugleich bemerke, daß diese. Klasse keinesweges bloö für bisherige Schüler der Anstalt bestimmt ist, da dieselbe nicht in unmittelbarer Verbindung mir dieser stehen wird. Auswärtige finden zugleich Aufnahme in der von mir geleiteten Pensionsanstalt. Der ausführliche Plan für diese Klasse liegt bereits der Behörde zur Bestätigung vor. Berlin d. 1. Februar 1838. S. Stern, Doctor der Philosophie. Stellengesuch. Die Redaction dieser Zeitung ist beauftragt, für eine jüdische Dame auS gebildeter Familie, mit den angemessensten Kenntnissen versehen, eine Stelle als Gesellschafterin oder Erzieherin zu ermitteln. Dieselbe sieht mehr auf gute Behandlung als hohes Honorar, und ist erbötig, zugleich eine gewisse Aufsicht auf den Hausstand zu übernehmen. Die Redact. nimmt die Gelegenheit wahr, diese Dame, die in ihrem Charakter höchst zuverlässig ist, dringend zu empfehlen. Frankirten Anfragen wird sie schleunigst Genüge leisten. Anstellungsgesuch. Ein junger Mann mosaischer Religion, der seit Jahren als Lehrer wirkt, sucht zu Michaeli d. I. unter bescheidenen Bedingungen eine Anstellung. Derselbe verbindet mit der wissenschaftlichen Kenntniß des Alttestamenrlichen, Talmudischen und Hebräischen, die der lateinischen, griechischen, französischen, englischen, italienischen und spanischen Sprache, der Buchhaltung, der Real- und Handelswissenschaften. Seine Unterrichtsmethode wirkr so erfolgreich, daß in seiner jetzigen Stellung sogar christliche Geistliche sich und ihre Söhne seiner Führung in Sprachen und Wissenschaften anvertrauen. Hierauf Reflectirende belieben ihre Addreffe unter A. B. C. an Herrn Baumgärtners Buchhandlung in Leipzig einzusenden, welche dieselbe befördern wird. Redacteur: Dr. L. Philipps»». — Verlag von Baumgärtners Buchhandlung. — Druck von I. B. Hirfchfeld.

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