Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 2 (1838)
- Issue
- Heft 19 (13.2.1838)
- Date
- 1838-02-13
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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n. Iah'gaug. MlWmeme No. LS. Zeitung -es Zu-eut-ums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit Konigl. Sächsischer allergnädigfter Concession.) Leipzig, den 13. Februar 1838. Zeitungsnachrichten. Von der Donau, 1. Febr. (Eingesandt). Die Augsburger Abendzeitung No. 7. vom 7. Jan. gibt unter der Rubrik München, bezüglich der dortigen Drei-Königs- Dult: „In der amtlichen Bekanntmachung heißt es unter Anderm auch: Israeliten, die zur Dult kommen, müssen neben ihren Passen oder Handelspatenten noch 'mit Zeugnissen über Leumund und Ansässigkeit versehen sein. Der Jude ist und bleibt vor der Hand in Baiern nur der Geduldete und Gelittene." — Wenn man diesen Artikel in besagtem Blatte liest, hat es den Anschein, als ob die auf die Drel-Königs-Dult bezügliche amtliche Bekanntmachung den Anhang „der Jude ist und bleibt in Baiern. vor der Hand nur der Geduldete und Gelittene" enthalte. Mag nun hierüber gedacht werden, wie man wolle, mag man. diese Ueberzeugung mit dem Augsb. Abendblatte theilen oder nicht: so ist es doch ein auffallender Umstand, daß ein unter Censur stehendes Blatt rine so freche Persiflage einer amtlichen Bekanntmachung ungestraft anfügen darf! Denn .es ist doch nicht denkbar, daß wirklich eine königliche Behörde in einer öffentlichen Bekanntmachung sich eines Anhanges bedienen werde, wie er en passant in der Augsburger Abendzeitung, in der es. freilich sehr dunkelt, enthalten sei, und bei der um. so weniger eine blos mangelhafte Interpunktion Veranlassung zu schiefer Deutung geben kann, da die von Zeitzu Zeit in der ged. Zeitung ersichtlichen auf Israeliten Bezug habenden Eorrefpondenz-Artikel zu häufig nur die Schattenseite hervorheben, als daß man hier eine gute Absicht interpretiren könnte. — Möchte es künftig der Red. der gedacht. Abendzeitung gefällig sein, bei Mittheilung von amtlichem Annoncen, das, was ihr selbst, beizufügen beliebt, auch als eignes Machwerk zu bezeichnen, damit der Geist und die Humanität der Augsburger Abendzeitung durchaus nicht in Zweifel stehe. 8....b. Sondershausen, 1. Febr. (Privatmitth.). Ein Jeder kennt die hohen Bestrebungen unsres edlen Landesvaters und seiner hohen Regierung. Es ist kein Land Europa's, wo man seinen Namen deshalb nicht kennt und verehrt. Auch seinen jüdischen Landeskindern schenkt er die großsi'nnigste Sorgfalt, und es wird (als Beispiel) nicht unangenehm sein, zu lesen, daß, sogleich nachdem am 15. Jan. eine Prüfung der israel. Schule statt gefunden, folgendeBekanntmachung im Regierungs-Blatte No. 3. erschien: „Am 15. dieses fand die öffentliche Prüfung der' hiesisigen israelitischen Schule Statt, welche seit dem Februar des vorigen Jahres unter der alleinigen Leitung des Herrn Heidenh eim steht, der zugleich als Prediger bei der israelitischen Gemeinde angestellt ist. Mit Vergnügen bemerkte man den guten Geist, welcher in der seit Kurzem bedeutend gehobenen Anstalt waltet; den Fleiß und die Aufmerksamkeit der Zöglinge, Knaben und Mädchen, und die im Verhaltniß zu den Kräften und Mitteln befriedigenden Fortschritte der Mehrzahl derselben. Wenn nicht in allen, so wurde doch in den meisten Unterrichtsgegenstanden geleistet, was billigen Anforderungen entsprach. — Die Prüfung wurde in einem geräumigen Zimmer des Herrn Hofagenten Moritz Czarnikov gehalten, welcher sich als Gemeindevorsteher, wie in mancher andern Hinsicht auch in Bezug auf die Schule um seine Glaubensgenossen so verdient macht, daß seine Bemühungen öffentlich tobend anerkannt zu werden verdienen. Aber auch die sehr zahlreiche Versammlung der Eltern und anderer Mitglieder der jüdischen Gemeinde, welche der Prüfung beiwohnten, mußte erfreulich sein, indem sie die Theilnahme derselben an der Erziehung und Bildung ihrer Kinder bekundete. Mögen Alle in diesem löblichen Eifer beharren; denn wie könnten sie besser für das Glück der künftigen Generation sorgen! Möge der würdige Vorstand auch ferner sein Hauptaugenmerk auf Schute und Jugendbildung richten; und möge der wackere Lehrer in dem Getingen seines Werkes den schönsten Lohn für seine rastlose Bemühung finden. Sondershausen, den 18. Januar 1838. Fürstl. Schwarzb. Consistorium. G. von Ziegeter." Attenmuhr, 1. Febr. (Privatmitth.). In der Beurtheilung der Schrift: „Ist es rathsam, den Juden das volle Staatsbürgerrecht »unbedingter Weise zu ertheilen? Ein staatswissenschaftliches Bedenken von einem Staatsgelehcten" in No. .102 und 109 des vorig. Jahrg. sind Sie, Herr Redacteur, irriger Weise der Meinung, daß wirklich der Abfasser ein Professor und Staatsgelehrter sei, wie der Titel glaubhaft machen will.. Allein es ist dies Niemand anders, als der quiescirte Dekan und Kirchenrath Dr. Heinrich Stepha ni, zu Gunzenhausen im baier'schen Kreise Mittelsranken. Er soll in seiner Jugend Jurisprudenz studirt haben, weswegen er sich wahrscheinlich den Titel eines „Staatsgelehrten" selbstgefällig beilegt, und ist als bairischer Schulrath — über die Verwaltung dieser Stelle könnte ich Ihnen die charakterisirenden Regierungsdecrete mittheilen — mannigfach bekannt geworden. Was er spater als Kirchen-